Tennis in der New-York-Blase: Zverev vor Duell mit Murray

Zwei Wochen nach den Damen legen auch die Tennis-Herren wieder los. Und fast alle Stars der Branche sind nach New York gekommen, um endlich wieder auf dem Platz zu stehen. Für die deutsche Nummer eins geht es beim Masters-Event gleich voll zur Sache.
| dpa
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Wird beim Masters-Turnier in New York auf Andy Murray treffen: Alexander Zverev.
Scott Barbour/AAP/dpa/dpa Wird beim Masters-Turnier in New York auf Andy Murray treffen: Alexander Zverev.

New York - Im ersten richtigen Tennisspiel seit einem halben Jahr wartet auf Alexander Zverev wahrscheinlich gleich ein Härtetest. Nach einem Freilos in der ersten Runde könnte die deutsche Nummer eins beim nach New York verlegten Masters-Event von Cincinnati zum Auftakt auf den früheren Weltranglisten-Ersten Andy Murray treffen.

Vorausgesetzt der Brite setzt sich in der ersten Runde gegen Frances Tiafoe aus den USA durch. Ein langsames Einspielen nach der langen Pause wird es also nicht geben. Zverev wird gleich voll gefordert sein und einen Fingerzeig dafür geben, wie gut der 23-Jährige die lange der Coronavirus-Pandemie geschuldete Auszeit überstanden hat.

Zuletzt hatte Zverev Ende Februar im mexikanischen Acapulco auf der ATP-Tour gespielt, nach seinem klaren Zweitrunden-Aus dort hatte Corona den kompletten Tennis-Betrieb lahmgelegt. Zunächst hielt sich die Nummer sieben der Welt danach in Florida fit, kehrte dann nach Europa zurück und sorgte auf der von Novak Djokovic organisierten Adria Tour für negative Schlagzeilen.

Gesprochen hat Zverev über die Vorfälle in Serbien und Kroatien, bei denen sich unter anderem Djokovic mit dem Coronavirus infizierte, nicht. Als er beim Showturnier in der Nähe von Nizza Anfang des Monats darauf angesprochen wurde, brach er die Presserunde ab.

Nun ist Zverev, seit neuestem vom spanischen Ex-Profi David Ferrer trainiert, in New York. Seit ein paar Tagen weilt er auf der Anlage des USTA Billie Jean King National Tennis Center, auf der ab dem 31. August auch die US Open stattfinden sollen. Normalerweise herrscht auf der großen und in den vergangenen Jahren mit sehr viel Geld modernisierten Anlage jede Menge Trubel. Die Amerikaner wissen, wie man Sport-Veranstaltungen in große Show-Events verwandelt.

Doch in diesem Jahr ist alles anders. Wegen Corona sind weder beim Masters-1000-Turnier in den kommenden Tagen noch bei den US Open Zuschauer und Journalisten auf der Anlage zugelassen. Die Profis wohnen zumeist in einem Flughafen-Hotel, nur die Stars der Branche haben sich Häuser angemietet, in denen sie aber ebenfalls rund um die Uhr kontrolliert werden. Auf die Anlage darf nur, wer negativ auf das Virus getestet ist. Grüne Armbänder dienen als Zeichen dafür.

"Ich bin sehr dankbar, weil ich das Hotel gesehen habe, in dem die Mehrheit der Spieler untergebracht ist", sagte Djokovic im Interview der "New York Times" stellvertretend für diejenigen, die in einem Haus mit Garten untergebracht sind. Der Rest sieht das Tageslicht quasi nur auf der US-Open-Anlage.

Wie Djokovic hat auch Zverev zunächst gezögert, ob er nach New York reisen soll. Doch am Ende sind bis auf US-Open-Titelverteidiger Rafael Nadal und den verletzten Roger Federer die meisten Stars bei den Herren doch gekommen. "Es ist wichtig für unseren Sport, dass es wieder losgeht", sagte Djokovic, dessen Image wie das von Zverev durch die Adria Tour gelitten hat.

Mit gutem Tennis und sportlichen Erfolgen wollen sie das nun in New York wieder gerade rücken. Außer Zverev war von den deutschen Profis nur der Sauerländer Jan-Lennard Struff direkt für das an diesem Samstag startende Masters-Event qualifiziert. Er trifft auf Alex de Minaur aus Australien. Bei den Damen fehlen dagegen Angelique Kerber und Julia Görges. Während Görges auch bereits für die US Open abgesagt hat, steht hinter der Teilnahme von Kerber immer noch ein Fragezeichen.

© dpa-infocom, dpa:200821-99-249725/4

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