Markus Schwabl: "Mein Vater hat sich da komplett rausgehalten"

Markus Schwabl, Sohn von Haching-Präsident Manfred, spricht im AZ-Interview über die Rückkehr zur SpVgg, sein Verhältnis zum Papa und seine Zeit in England.
| Simon Stuhlfelner
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Manfred Schwabl über Hachings Ziele in der 3. Liga und die Situation beim TSV 1860.
sampics/Augenklick Manfred Schwabl über Hachings Ziele in der 3. Liga und die Situation beim TSV 1860.

AZ: Herr Schwabl, Sie sind seit Sommer zum dritten Mal für die SpVgg Unterhaching am Ball. Wie fühlt es sich nach den Jahren in England bei Fleetwood Town an, wieder daheim zu sein?

MARKUS SCHWABL: Großartig! Ich bin sehr froh, wieder im Lande, vor allem in Bayern zu sein. Heimat gibt es eben nur einmal. Und ganz ehrlich, manche Dinge an England, vor allem die kulinarischen, vermisse ich nicht wirklich. (lacht) Wer will schon jeden Tag Bohnen zum Frühstück?

In Unterhaching dürfte Ihnen die Eingewöhnung leicht gefallen sein.

Die SpVgg Unterhaching ist für mich eine Herzensangelegenheit. Mich hat das Konzept hier wirklich überzeugt. Und das hat nichts damit zu tun, dass mein Vater hier Präsident ist, der hatte mit meinem Wechsel gar nichts zu tun. Trainer Claus Schromm hat mich angerufen und mich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, wieder für Unterhaching aufzulaufen. Mein Papa hat sich da komplett rausgehalten.

"Er ist sehr kritisch mir gegenüber"

Apropos Papa, wie ist es denn, für den Klub zu spielen, in dem der Vater Präsident ist?

Mittlerweile ist das gar kein Thema mehr, weder für Papa und mich, noch für die Mannschaft. Als ich noch jünger war, war das schwerer, damals hat mir das Selbstvertrauen gefehlt zu sagen: Dass ich für Unterhaching spiele, hat mit meinen Fähigkeiten zu tun und nicht mit meinem Vater.

Manfred Schwabl über Hachings Ziele in der 3. Liga und die Situation beim TSV 1860.
Manfred Schwabl über Hachings Ziele in der 3. Liga und die Situation beim TSV 1860. © sampics/Augenklick

Ist Ihr Vater Ihr größter Kritiker, Ihr größter Förderer oder hält er sich komplett raus?

Sowohl als auch. Er ist sehr kritisch mir gegenüber, was mir, im Nachhinein betrachtet, sehr zugute gekommen ist. Er hat mir nie Honig ums Maul geschmiert, sondern hat mir kleine, konstruktive Hinweise gegeben, die ich damals nicht gerne gehört habe, aber die mich weitergebracht haben. Auf der anderen Seite hat er mich in allem sehr gefördert, sei es im Fußball oder in anderen Dingen. Er hat mir immer das Gefühl gegeben: "Egal was du machst, ich stehe hinter dir."

"Kulinarisch stoßen die Briten an ihre Grenzen"

Sie haben schon gesagt, dass Sie das englische Essen nicht vermissen. Was haben Sie sonst aus Ihrem England-Aufenthalt mitgenommen?

Es war eine super Erfahrung, sich mal in einem anderen Land zurechtfinden zu müssen. Das hat mich menschlich und sprachlich weitergebracht. Und die Art, Fußball zu spielen, ist mir sehr entgegengekommen, weil ich ja eher der rustikale Spielertyp bin. Im FA Cup haben wir gegen Leicester City (englischer Meister 2016, d.Red.) gespielt, ich bin Spieler des Spiels geworden. Das waren tolle Erlebnisse! Es gibt keine negativen Aspekte, außer die Bohnen zum Frühstück (lacht).

Und den Black Pudding.

Das Allerschlimmste. Eine kalte Blutwurst, in eine Form gepresst. Also kulinarisch stoßen die Briten stark an Grenzen, alles wird nur frittiert.

In Ihrer Zeit beim TSV 1860 war Julian Weigl einer Ihrer besten Kumpels. Haben Sie noch Kontakt zu ihm?

Regelmäßig, wir haben uns nie aus den Augen verloren. Als er damals zu den Profis hochkam, haben wir älteren Spieler den kleinen Ju ein bisschen unter unsere Fittiche genommen und viel miteinander gemacht.

"Julian ist von seiner Qualität überzeugt"

Momentan ist er in einer schwierigen Situation, bei Borussia Dortmund bekommt er kaum Einsätze. Ist er sehr geknickt?

Nein, er ist von seiner Qualität überzeugt. Wenn du so eine Karriere hinlegst, ist nicht viel Glück dabei. Es war damals schon absehbar, dass er irgendwann zu einem Topklub wechseln wird. Er wird seinen Weg weitergehen.

Bislang spielt Unterhaching in der 3. Liga als Fünfter eine hervorragende Saison. Geht was in Richtung Aufstieg?

Wenn man rein die Zahlen sieht, ist natürlich was drin. Aber das ist gar nicht unser primäres Ziel dieses Jahr. Was die Rahmenbedingungen betrifft, käme der Aufstieg für den Klub wohl noch zu früh. Spielerisch gehören wir sicherlich zu den stärkeren Mannschaften der Liga.

Beste Offensive gegen beste Defensive

Nun folgen mit den Heimpartien gegen Tabellenführer Osnabrück und den Dritten Uerdingen zwei richtungweisende Spiele. Was erwarten Sie vom Spiel am Samstag (14 Uhr) gegen Osnabrück?

Sie stehen absolut zu Recht an der Spitze. Sie haben eine sehr solide Abwehr und sind vorne brandgefährlich. Das wird ein sehr interessantes Spiel: Die beste Offensive, also wir, gegen die beste Defensive. Ich hoffe, dass wir uns durchsetzen.


Markus Schwabl
Der 28-Jährige spielte für Unterhaching, 1860, Aalen und Fleetwood Town in Englands 3. Liga. Seit Sommer ist er zurück bei der SpVgg.

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