Hachings Mancini: Sandro Wagner legt los

Von der großen EM-Bühne in die Regionalliga: Die SpVgg Unterhaching stellt Cheftrainer Sandro Wagner vor. Der will sich nicht mit Jürgen Klopp oder Julian Nagelsmann vergleichen – schwärmt aber umso mehr von Italien.
| Matthias Eicher
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Locker, lässig, launig: Mit Sandro Wagner haben die Hachinger einen Fußball-Fachmann mit Entertainer-Qualitäten geholt.
Locker, lässig, launig: Mit Sandro Wagner haben die Hachinger einen Fußball-Fachmann mit Entertainer-Qualitäten geholt. © imago images/foto2press

Unterhaching - Manni Schwabl war auf der Suche nach dem "bayerischen Klopp", wie es Hachings Präsident öffentlich formulierte. Nach AZ-Informationen war daher auch der frühere Löwen-Motivator Daniel Bierofka im Gespräch, jetzt Chefcoach von Wacker Innsbruck. Am Ende wurde Schwabl kurioserweise in den eigenen Reihen fündig. In der U19 fand er einen hochinteressanten Trainer-Novizen, der in der Sport- und Medienwelt schon einen äußerst klangvollen Namen trägt.

Sandro Wagner: ZDF-EM-Experte trainiert Regionalliga-Team

"Hier is ja mehr los als beim ZDF. Herr Wagner, jetzt simmer aber in der Regionalliga - nimmer beim Fernsehen!", scherzte Schwabl mit einer gehörigen Prise Selbstironie, als er gestern die einleitenden Worte vor Sandro Wagners offizieller und gut besuchter Vorstellung vor dem Auftakt am Donnerstag beim TSV Aubstadt (18.30 Uhr) sprach: Der Ex-Nationalspieler und -Bayern-Star hatte den Hachinger Nachwuchs noch kurz in die Bundesliga geführt und einen (grundsoliden) Job als ZDF-EM-Experte gemacht, bevor er mit den Profis nun das Unterfangen Wiederaufstieg in Angriff nimmt.

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Wagner, der mit windschnittiger Frisur und sorgsam getrimmten Bart im Trainingsanzug eine Mischung aus Eleganz und Arbeitsamkeit versprühte, ging es mit gewohnt wortgewaltigen Aussagen an. Mit Jürgen Klopp oder Bayerns neuem Jung-Coach Julian Nagelsmann (wie Wagner erst 33) wolle er gar nicht erst verglichen werden: "Ich habe kein Klopp-Gen oder was von Nagelsmann, ich hab' das Sandro-Wagner-Gen!"

Sandro Wagner: Italiens Roberto Mancini als Vorbild

Wenn schon ein Vorbild, dann Europameister Italien: "Wenn man diese Leidenschaft gesehen hat, diese Energie, das kannst du nicht lernen oder lehren." Nicht die besten Einzelspieler hätten triumphiert, sondern die beste Mannschaft. Also doch Hachings Roberto Mancini, ganz nach dem Baumeister der "Squadra Azzurra".

Sandro Wagner in Unterhaching: "Das Projekt ist auf zwei Jahre ausgelegt"

Wagner wolle jedenfalls "ein richtig guter Fußball-Lehrer werden, wie man heutzutage so schön sagt. Aber ich stehe noch am Anfang. Es bringt also nix, irgendwelche Scheißhausparolen rauszuhauen", sagte der dreifache deutsche Meister und doppelte Pokalsieger mit dem FC Bayern. Nun erwartet ihn eine Aufgabe, die wegen der mitabgestiegenen Zweitvertretung seines Ex-Klubs und Nicht-Aufsteiger Schweinfurt kein Selbstläufer ist.

"Das Projekt ist auf zwei Jahre ausgelegt. Natürlich wollen wir hoch, aber nicht auf Teufel komm raus und wenn wir es nicht schaffen, ist alles over. Da wäre ich nicht mitgegangen", stellte Wagner klar und erklärte, wie er seine verjüngten Hachinger im Vergleich mit der Konkurrenz sieht: "Wir haben, 15, 16 Spieler abgegeben und viele Youngster, die können nicht 38 Spiele performen." Der Plan sei daher: "Wir wollen eine Entwicklung über zwei Jahre mit maximalem Erfolg, ohne uns heuer auf ein Endziel festnageln zu lassen."

Neuer Stürmer begeistert Wagner

Wagner bekam prompt einen neuen Stürmer vorgesetzt: José Pierre Vunguidica (31). "José ist ein sehr erfahrener Profi, der unsere Achse aus Ankerspielern - wie Hain, Stahl oder Schwabl - nochmal verstärken wird", sagt Schwabl zur Verpflichtung des vertragslosen Stürmers. Nach AZ-Informationen sollen noch ein Verteidiger und Mittelfeldspieler kommen.

Und was passiert eigentlich mit einem Ur-Hachinger, der schon auf diversen Positionen wirkte? Ex-Coach Claus Schromm werde nach seinem Rückzug in der Vorsaison keinen alten oder neuen Posten übernehmen: "Das finale Gespräch steht noch aus, aber der Claus und Haching werden wohl getrennte Wege gehen. Er sucht eine neue Herausforderung", sagte Schromm-Spezl Schwabl, bevor er hinterherschickte: "Unsere Tür bleibt immer offen."

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