Southports Golf-Held Fleetwood jagt seinen Major-Traum
Tommy Fleetwood kennt die Tücken und Eigenheiten der Golfplätze rund um seine Heimatstadt Southport wie kein anderer. In seiner Kindheit spielte er Runde um Runde auf den Plätzen an der englischen Nordwestküste mit den harten Fairways, den tiefen Topfbunkern und den hohen Gräsern mit den dichten Ginsterbüschen am Rande der Spielbahn. Im elitären Royal Birkdale Golf Club unweit seines Elternhauses werden ab Donnerstag wieder die British Open ausgespielt - und Englands Golfstar möchte sich hier seinen Kindheitstraum vom ersten Major-Titel erfüllen.
"Es ist natürlich etwas ganz Besonderes", erklärte der heute 35-Jährige vor dem prestigeträchtigen Turnier 30 Kilometer nördlich von Liverpool. "Ich denke, jeder, der das Glück hatte, in Southport aufzuwachsen, weiß, dass es eine echte Golfstadt ist. Die Open Championship in Birkdale hat hier einen ganz besonderen Stellenwert." Allein schon bei der British Open antreten zu dürfen, sei ein Traum. "Ich fühle mich unglaublich glücklich", sagte der Weltranglisten-Neunte sehr bescheiden.
Fleetwood, der Sympathieträger
Tausende Fans werden den Lokalmatadoren ab Runde eins mit allen Kräften unterstützen, wenn dieser mit den Topstars um den Titelverteidiger und Weltranglisten-Ersten Scottie Scheffler aus den USA sowie Nordirlands Golf-Idol Rory McIlroy um die ikonische Siegertrophäe, die Claret Jug, kämpft. Die Engländer würden sich sehr über einen Erfolg von Fleetwood freuen: Seit Sir Nick Faldo im Jahr 1992 hat keiner ihrer Landleute die silberne Weinkaraffe bei der Open Championship in die Höhe stemmen können.

Umso mehr drücken sie dem Golfer mit den markanten langen, braunen Haaren die Daumen. Fleetwood ist in der Golf-Welt ein absoluter Sympathieträger - beliebt bei Fans und Konkurrenten zugleich. Freundlich, smart und stets bescheiden, das sind die Charaktereigenschaften des Tommy Fleetwood. "Jeder, der an der Open Championship teilnimmt, träumt vom Sieg und will ihn unbedingt erringen", sagte er. "Da bin ich im Grunde nicht anders als alle anderen. Ich schätze mich einfach glücklich, die Unterstützung meiner Heimat zu haben und nutze sie als unglaublich positive Motivation."
"Moliwood" schreibt Ryder-Cup-Geschichte
Sportlich hat Fleetwood schon viel erreicht: Turniersiege auf der DP World Tour und der PGA Tour, Triumphe mit dem europäischen Ryder-Cup-Team und die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris konnte der Engländer feiern.

Besonders sein Auftreten beim Ryder Cup 2018, ebenfalls in Paris, ist in Erinnerung geblieben, als er maßgeblich am Erfolg der Europäer gegen das US-Team um Superstar Tiger Woods beteiligt war. Bei seinem Debüt bildete er gemeinsam mit Francesco Molinari eines der erfolgreichsten Duos der Ryder-Cup-Geschichte. Zusammen gewannen sie alle vier Team-Matches und erhielten von den Fans den Spitznamen "Moliwood".
Von Southport in die Welt
Privat hat der globale Star seinen Lebensmittelpunkt längst von der englischen Nordwestküste nach Dubai verlegt. Gemeinsam mit seiner Frau Clare und den drei Kindern lebt er in dem Golfstaat, von dem er einfacher zu den Turnieren in alle Welt reisen kann. 2022 eröffnete er dort im Jumeirah Golf Estates die "Tommy Fleetwood Academy", um sein Wissen auch an die junge Generation der Golfer weiterzugeben.
An seine eigenen Golfanfänge erinnert er sich immer noch gerne - und auch an den Royal Birkdale Golf Club in Southport. Als Kind, gestand er, habe er sich mit seinen Freunden ein-, zweimal auf den noblen Golfplatz geschlichen. Jenen Ort, an dem er jetzt den größten Triumph seiner Karriere feiern könnte.
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