Söderström: "Die besten Tricks in der Luft!"

AZ-Serie: „X Games in München”. Heute: Alle Infos zur Disziplin Mountainbike Slopestyle. Profi Martin Söderström stellt das Spektakel vor – und gibt Tipps für ambitionierte Freizeitsportler
| Sebastian Schulke
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Die X Games kommen erstmalig nach Deutschland! Die Premiere findet vom 27.-30. Juni in München statt!
X Games Munich Die X Games kommen erstmalig nach Deutschland! Die Premiere findet vom 27.-30. Juni in München statt!

AZ-Serie: „X Games in München”. Heute: Alle Infos zur Disziplin Mountainbike Slopestyle.  Profi Martin Söderström stellt das Spektakel vor – und gibt Tipps für ambitionierte Freizeitsportler

AZ: Herr Söderström, am Sonntag starten Sie in München bei den X Games im Slopestyle, zählen zu den Topfavoriten auf Gold. Vom Gipfel des Olympiabergs werden Sie sich dann mit Ihrem Bike in Richtung Olympiasee stürzen, über Rampen fliegen und durch Steilwände rasen. Keine Angst vor einer Bruchlandung?


MARTIN SÖDERSTRÖM: Nein. Ich werde am Sonntag Vollgas geben und meine besten Tricks auspacken. Und wenn ich beim Mountainbike-Slopestyle abhebe und durch die Luft fliege, ist das ein traumhaftes Gefühl. Aber natürlich darf man nicht vergessen: Unser Sport ist schon recht gefährlich, da sollte man nichts übertreiben, nichts überstürzen. So ein Crash tut verdammt weh!


Aber bremst Sie das nicht auf Ihrem Weg ins Ziel?


Ein Sturz kann dich total ausbremsen. Und genau darin liegt die Kunst: Dass du genau die richtige Mischung findest – aus Spiel, Spaß und Kontrolle. Und die findest du durch ein gutes Körpergefühl und ein gutes Bike. Nicht nur der Kopf ist sehr wichtig bei all den Tricks und Sprüngen, sondern gerade auch das Material. Denn so ein Slopestyle-Bike muss viel aushalten.


Gerade wenn man wie Sie um Gold mitfährt.


Mountainbike Slopestyle feiert in München eine Weltpremiere, ist zum ersten Mal bei den X Games vertreten. Und das ist für mich und wahrscheinlich alle anderen Freerider schon sehr aufregend, ist eine große Chance, unseren Sport ins Rampenlicht zu rücken. Zumal der Olympiapark beste Bedingungen bietet.


Vor fünf Jahren gewannen Sie im Olympiapark bereits einen internationalen Slopestyle-Contest, den „Qashqai Challenge”. Ein Vorteil?


Ich glaube nicht. Zumal der Parcours, den wieder Münchens Bike-Legende Tarek Rasouli mit seinem Team plant und baut, nicht wie beim letzten Mal neben dem Olympiastadion startet, sondern oben vom Olympiaberg – gespickt mit Kickern, Drops, Quarterpipes und Gaps. Eine Jury bewertet die einzelnen Runs nach Ausführung, Schwierigkeit, Höhe der Sprünge und der Overall-Performance. Da entscheidet dann vor allem die Tagesform. Aber auf jeden Fall eine tolle Location. Ich mag München sehr.


Warum?


Die Leute gefallen mir, auch die Biergärten. Außerdem sind die Alpen nicht weit entfernt. Auch in der Stadt hat man unglaublich viele Möglichkeiten. Die Isar ist ein kleines Paradies, nicht nur zum Baden und Grillen. Auch mit Bike kann man dort sehr viel Spaß haben. Da gibt es in den Isarauen ab dem Tierpark einige interessante Mountainbike-Trails und auch kleine Dirthügel. Die fordern gute Biker heraus, sind aber auch für Anfänger geeignet.


Wie hebt man als Anfänger am besten ab?


Erst einmal gar nicht. Mountainbike-Slopestyle ist mit den Rampen und Hindernissen eine Mischung aus klassischem Parkriden und dem Freeriden in der Natur. Eine wundervolle Kombination, die allerdings einiges an Training, Zeit und Geduld abverlangt. Denn du kannst nicht auf dein Bike steigen und einfach springen. Ich war elf Jahre alt, als ich zum ersten Mal abgehoben bin. Das wichtigste dabei: sich ganz gemütlich und in kleinen Schritten an die ersten Sprünge heranwagen. Ab und zu übe ich auch neue Sprünge in einer Halle und lande dabei in einem Schaumstoffbecken. Aber davon halte ich persönlich nicht so viel. Ich will immer raus in die Natur mit meinem Bike.


Und fliegen?


Das Gefühl ist einfach fantastisch, wenn du über eine Rampe schießt. Doch bis dahin ist es ein langer, harter Weg. Für Slopestyle brauchst du absolute Leidenschaft. Und eben eine wirklich gute Ausrüstung: Neben einem Bike, das um die 1000 Euro kostet, sind ein Helm und Handschuhe, später auch Protektoren für den Rücken unverzichtbar.


Trainieren Sie nur im Sommer?


Die Zeiten sind leider vorbei. Wenn ich bei der „FMB World Tour” (internationale Freeride-Mountainbike-Serie - Anm. der Red.) in Ländern wie Frankreich, Kanada, Deutschland oder den USA vorne mitfahren will, muss ich auch im Winter trainieren. Da sause ich dann bei uns in Schweden in Skatehallen herum, um mein Gefühl fürs Bike über den Winter nicht zu verlieren. Ansonsten gehe ich ins Fitnessstudio oder spiele in meiner Heimatstadt Uppsala Eishockey oder Fußball. 

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