Interview

Snowboard-Queen Hofmeister: "Olympia wäre nochmal das Größte"

Deutschlands Snowboard-Queen Ramona Hofmeister spricht im AZ-Interview über die anstehende WM in Slowenien, warum es heuer im Riesenslalom besser läuft - und was bei ihr Leckeres in den Ofen kommt.
| Thomas Becker
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Hart auf der Kante: Aktuell gibt es kaum eine, die mit dem Brett so schnell um die Kurve saust wie Ramona Hofmeister.
Hart auf der Kante: Aktuell gibt es kaum eine, die mit dem Brett so schnell um die Kurve saust wie Ramona Hofmeister. © Miha Matavz/Snowboard Germany/dpa

München - Sie startete ihre Snowboard-Karriere bei ihrem Heimatverein WSV Bischofswiesen, wo sie sich über verschiedene Trainingsgruppen weiter nach oben kämpfe. Seit 2013 startet sie jedes Jahr im Europacupteam von Sowboard Germany, seit 2016 ist sie im deutschen Weltcupteam dabei. Das Motto der 24-jährigen lautet: "No pressure, just passion!" Ramona Hofmeister im AZ-Interview...

AZ: Frau Hofmeister, mit Fug und Recht kann man Sie in dieser und der vergangenen Saison als weltbeste Race-Snowboarderin bezeichnen. Letztes Jahr haben Sie den Gesamtweltcup gewonnen, heuer bereits zwei Siege und drei Podiumsplätze eingefahren. Sie haben einen ganz schönen Lauf. Wie machen Sie das?
RAMONA HOFMEISTER: Das verrate ich doch nicht!

Da haben Sie recht, die Konkurrenz wird sicher auch die Abendzeitung lesen.
Ich bin einfach super zufrieden, dass es nach meinen Leistungen vom letzten Jahr auch in diesem Winter so weiter ging. Ich bin natürlich zum ersten Rennen nicht mit der Einstellung rangegangen, dass das schon so weitergehen wird. Man muss schon schauen, ob die Geschwindigkeit noch da ist, und die Konkurrenz schläft ja auch nicht. Aber natürlich bin ich sehr dankbar, dass ich jetzt schon so oft auf dem Podium stehen durfte, auch ganz oben. Ich genieße die Zeit auf jeden Fall.

Ramona Hofmeister: "Ich gehe zielgerichtet in die WM"

Ihr Motto lautet: "No pressure, just passion": kein Druck, nur Leidenschaft. Verspüren Sie wirklich keinen Druck?
Eigentlich nicht, deswegen ist es auch mein Motto. Da ist nur Leidenschaft.

Ramona Hofmeister: Die 24-jährige Polizistin aus Bischofswiesen holte bei den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang die Bronze-Medaille.
Ramona Hofmeister: Die 24-jährige Polizistin aus Bischofswiesen holte bei den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang die Bronze-Medaille. © Lino Mirgeler/dpa

Gut, dass Sie das so sehen können! Am kommenden Montag und Dienstag starten Sie bei der WM im slowenischen Rogla, wo Sie vor fünf Jahren schon Junioren-Weltmeisterin geworden sind. Ein gutes Omen? Bislang steht Ihre WM-Bilanz noch bei einer Bronzemedaille.
Vor zwei Jahren habe ich da auch einen Weltcup gewonnen, letztes Jahr bin ich Zweite geworden - der Hang liegt mir also sehr gut, da hatte ich schon gute Tage mit guten Fahrten. Deswegen gehe ich da auf jeden Fall sehr positiv und zielgerichtet in die WM. Ich freue mich einfach riesig drauf - und bin auch froh, dass überhaupt eine WM stattfinden kann. Leider nicht wie geplant in China, aber dass zu diesem Zeitpunkt dort durchzuziehen, wäre nicht richtig gewesen.

In China ist ja im kommenden Jahr noch so eine Veranstaltung: die Olympischen Winterspiele. Da haben Sie zuletzt ebenfalls Bronze geholt. Da ist also noch ein bissl Luft nach oben.
Olympia ist in jedem Fall immer das Ziel gewesen. Ein Traum, den ich mir 2018 schon erfüllen konnte: Zum ersten Mal dabei zu sein und mit einer Medaille heimzukommen. Für mich wäre das nochmal das Größte.

Was auch nicht die Regel ist: Sie sind auf dem Raceboard in Slalom und Riesenslalom fast gleich stark, korrekt?
In diesem Jahr bin ich im Riesenslalom schon besser. Im Slalom hatte ich zwei Rennen, die nicht perfekt waren: In Bad Gastein bin ich nicht so recht ins Fahren gekommen, und in dem anderen bin ich mit zwei Toren Vorsprung leider gestürzt. Aber das gehört dazu. Es kann ja nicht immer gut laufen.

Ramona Hofmeister: Was sie sonst noch so mag

Was dagegen auch gut läuft, ist Ihr Food-Blog. Vor allem das Backen hat es Ihnen angetan. Wie kommt's?
Mein Großvater hatte in Berchtesgaden eine Bäckerei und Konditorei. Das ist mir sozusagen in die Wiege gelegt worden. Von ihm habe ich ganz tolle Rezepte und Backbücher bekommen.

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Und was kommt alles so in den Ofen?
Alles, was irgendwie fruchtig ist. Mit ein paar geriebenen Äpfeln kann auch ein trockener Sandkuchen schön saftig werden. Ich experimentiere da auch viel herum. Deftig, schokoladig oder sahnig mag ich nicht so.

Ramona Hofmeister über ihre Pläne in der Sportfördergruppe

Dafür aber Klavierspielen. Ein eher unhandliches Instrument, wenn man so viel unterwegs ist wie Sie.
Stimmt, eher unpraktisch im Gegensatz zur Gitarre. Ich komme viel zu selten zum Spielen, auch weil ich zuhause keins hab', nur bei den Eltern. Da spiel' ich dann ab und zu, oder wenn wir unterwegs sind und zufälligerweise im Hotel eins herumsteht. Dabei hatte ich früher mit meinen beiden Schwestern regelmäßig Unterricht in der Nachbarschaft.

Stehen die Schwestern auch auf dem Brett?
Hobbymäßig. Früher sind sie auch im Verein gefahren, die Älteste ist auch bei Snowboard Germany Rennen gefahren, hat sich dann aber für ein Studium und gegen den Leistungssport entschieden.

Wie viele DSV-Athleten sind Sie bei der Polizei, aber nur sehr wenige wollen wie Sie womöglich zur Hubschrauberstaffel. Wie kommt's?
Bislang ist das nur eine Idee im Hinterkopf. Ich habe im Juli 2018 meine Ausbildung bei der Polizei abgeschlossen, bin jetzt in der Sportfördergruppe, und vielleicht kann ich in diesem Jahr mal bei der Hubschrauberstaffel in München oder in Roth bei Nürnberg reinschnuppern. Aber das wäre dann was für die Zeit nach dem Leistungssport. Aber es gibt auch noch viele andere Sparten bei der Polizei, die mich interessieren.

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