Sanfte Wander-Touren: Auf geht's zum ersten Gipfelsturm

Auch wenn das Wetter noch a bisserl wechselhaft ist: In den Bergen hat die Wandersaison schon begonnen – die AZ verrät, zu welchen Touren Sie jetzt gefahrlos aufbrechen können und worauf Sie achten sollten.
| Lisa Marie Albrecht
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Wenn das mal kein Ausblick ist! Die Sicht vom Wank rüber zur Zugspitze und dem Jubiläumsgrat und auf Garmisch-Partenkirchen.
imago Wenn das mal kein Ausblick ist! Die Sicht vom Wank rüber zur Zugspitze und dem Jubiläumsgrat und auf Garmisch-Partenkirchen.

München - Blühende Wiesentäler, rauschende Bäche, gemütliche Hütten zum Einkehren – Wanderlustige, die dieses Paradies vor Augen haben, bekommen bei den ersten warmen Sonnenstrahlen, die sich jetzt endlich öfters zeigen, spontan Lust, den Rucksack zu packen.

Dabei sollten Sie eines nicht vergessen: Alles neu macht der Mai noch nicht ganz. Am ersten Maiwochenende startete die Wandersaison in diesem Jahr bei Temperaturen um die zehn bis 15 Grad, gelegentlichen Niederschlägen und Schneefällen eher mittelprächtig. Besonders Nässe und Schnee können immer noch zu Rutschpartien führen.

AZ-Outdoor: Alles rund ums Biken, Wandern und anderen Outdoor-Aktivitäten

Deshalb empfiehlt der Deutsche Alpenverein, beim anstehenden ersten Gipfelsturm auf große Altschneefelder zu achten. Von Querfeldein-Aktionen sollte man generell lieber Abstand nehmen, auch wenn das unwegsame Gelände noch so reizvoll erscheint. Im Zweifel ist es sinnvoller umzukehren, als bei abenteuerlichen Ausweichmanövern auszurutschen und einen Absturz zu riskieren.

Aber keine Sorge: Trotz aller Unwägbarkeiten steht ersten Wandertouren natürlich nichts im Wege. Wer sich für eine leichte Wanderung in mittleren bis niedrigen Gefilden entscheidet und nicht vergisst, eine Route mit Hütte zu wählen, in der man Unterschlupf finden kann, kann die ersten Anstiege entspannt angehen.

Lesen Sie hier: Chiemgau: Biken in neuer Dimension

Neben Stöcken und Handschuhen gehören auch warme Kleidung, Regenschutz und Mütze zur Ausrüstung. Besonders Familien sollten zu dieser Jahreszeit ausschließlich Touren unterhalb der Schneegrenze planen. Hochlagen über 2000 Meter meistern im Moment nur erfahrene Bergsteiger und Skitourgeher.

Wer bei dem wechselhaften Wetter nicht im Regen gehen möchte, sollte auf jeden Fall eine Hütteneinkehr einplanen. Einige Alpenvereinshütten haben bereits geöffnet, um alle, die sich hungrig gewandert haben, mit Kässpatzen, und Kaiserschmarrn zu versorgen.

Sie wollen los?

Wir haben sechs Pfade zusammengestellt, auf denen Sie schon jetzt sicher wandern können.

Auf geht’s! Der Berg ruft!

 

Für Ausdauernde

 

Ein gacher Steig in den bayerischen Voralpen: Von Oberaudorf geht’s auf das Brünnsteinhaus

Strecke: 5,2 Kilometer

Dauer: 3 Stunden

Der Aufstieg von Mühlau bei Oberaudorf ist sehr abwechslungsreich. Vom Parkplatz folgt man der Beschilderung zum Brünnsteinhaus, passiert dabei einen Hof, eine Scheune und anschließend einen idyllischen Wald.

Hier ist Kondition gefragt, der Weg wird zunehmend steiler, nach der Bergwachthütte schnauft man die letzten Meter zum Brünnsteinhaus ganz schön. Aber es lohnt sich: Bei schönem Wetter ist der Blick von der großen Terrasse auf den Wilden Kaiser und die Glescherberge atemberaubend.

 

Auf den Wank – der Klassiker

 

Strecke: 11,6 Kilometer

Dauer: 5 Stunden

Ausgangspunkt: Schalmaiweg (Garmisch-Partenkirchen) Dank der aussichtsreichen Lage ist der Wank (1780 Meter) einer der beliebtesten Wanderberge der bayerischen Alpen. Wer Ruhe möchte, sollte den Anstieg unter der Woche planen. Den Anfang macht der Schalmeiweg, dem man in die gleichnamige Schlucht folgt. Anschließend geht es über die Gamshütte und eine große Wiese zum Anstieg in vielen Serpentinen. Bei meist angenehmer Steigung und ohne große Orientierungsprobleme gelangt man zur Seilbahnbergstation und schließlich zur Spitze des Wank.

Besondere Empfehlung: eine Gipfelübernachtung im Wankhaus!

 

 

Für Langschläfer

 

Chiemgau: Von Huben aus geht es blitzschnell auf die Priener Hütte, die 1410 Meter hoch liegt

Strecke: 7,0 Kilometer

Dauer: 2 Stunden

Wer sich spontan entscheidet, doch noch schnell auf Wandertour zu gehen, liegt mit dieser Route goldrichtig. Mit ihrer kurzen Dauer von etwa zwei Stunden ist sie auch für Langschläfer geeignet. Los geht’s in Huben, Ortsteil der Gemeinde Chiemgau. Von dort läuft man bergauf zum Via-Alpina-Wanderweg, der direkt zur Priener Hütte führt, auf der man einkehren kann. Festes Schuhwerk und wettertaugliche Kleidung nicht vergessen! Da die Tour durch verschiedene Naturschutzgebiete führt, gilt es, besondere Rücksicht auf Flora und Fauna zu nehmen.

 

Für Sonnenanbeter

 

Chiemgau: Der Start ist in Sachrang, von da geht’s auf den Spitzstein

Strecke: 8,6 Kilometer

Dauer: knapp 4 Stunden

Hier locken viele sonnenexponierte Wege und wenig Steigung: Die Tour kann vom späten Frühjahr bis in den Spätherbst unternommen werden – die Zeit ist jetzt also genau richtig! Vom Ortszentrum Sachrang aus gelangt man nach Wald und Wiese an einen Fußweg, dem man bis zu den Wiesenhängen der Steinmoosalm folgt. Einkehrtipp: das Spitzsteinhaus, nur wenige Meter dahinter. Gestärkt geht es dann zum Gipfelanstieg auf den 1595 Meter hohen Spitzstein. Von dort hat man einen tollen Blick auf das Kaisergebirge im Süden – bevor’s viel zu schnell zurück nach Sachrang geht.

 

Für Panoramaliebhaber

 

Und noch mal ins schöne Allgäu: Der Aufstieg geht in die Wadln – Stöcke sind empfehlenswert!

Strecke: 8,1 Kilometer

Dauer: 5 Stunden

Wer es etwas steiler mag, kann sich hier beweisen: Sowohl der Aufstieg zum Grünten als auch der Abstieg mit einigen Schottereinlagen sind etwas für abenteuerlustige, nicht mehr ganz ungeübte Bergwanderer. Sie werden nach der Anstrengung mit einer überwältigenden Aussicht belohnt.

Von Winkel (Wanderparkplatz) geht es über eine Kuhweide hinauf zum Grüntenhaus und zum Sendemast auf dem Grünten. Auch ein Abstecher zum Jägerdenkmal auf dem Übelhorn lohnt sich. Eine Standard-Bergausrüstung reicht für den Aufstieg zum Aussichtsparadies, Teleskopstöcke werden empfohlen.

 

Staufner Haus: Kindgerecht!

 

Genusswandern im Allgäu: Von der Alpe Scheidwang zum Staufner Haus

Strecke: 4,0 Kilometer

Dauer: 2 Stunden

Eine Tour für die ganze Familie: Am Anfang führt der Weg an einem Bachlauf entlang, woran vor allem Kinder ihre Freude haben. Bei warmen Temperaturen können sie in einem der Gumpen baden. Danach geht es durch den Wald und über saftige Weiden mit herrlicher Aussicht zur Bergstation der nostalgischen Hochgratbahn. Zum Staufner Haus sind es von dort 80 Meter bergab. Hier verwöhnten die kinderfreundlichen Hüttenwirte Ulli und Christoph Erd ihre Gäste.

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