Pläne gescheitert: Formel E fährt nicht in Nürnberg

Kein Rennen auf dem Norisring, weil die Autos zu schnell und der nötige Umbau zu aufwendig ist.
von  Dietmar Gessner
Die Formel E wird vorerst keine Rennen am Norisring austragen.
Die Formel E wird vorerst keine Rennen am Norisring austragen. © IMAGO/Marco Rinaldi

Weil die Formel E immer schneller wird, kommt sie so schnell nun doch nicht an den Norisring. Das ist ein Grund dafür, dass im nun vorgestellten Rennkalender der E-Weltmeisterschaft 2026/27 der spektakuläre Nürnberger Stadtkurs nicht auftaucht.

"Wir haben über verschiedene Optionen am Norisring verhandelt", sagt Jeff Dodds, der CEO der Formel E. Aber Einigkeit wurde nicht erzielt. Der einzige deutsche Formel-E-WM-Gastgeber bleibt somit Berlin mit seinem Kurs auf dem Flughafen Tempelhof. Dort wird am 8. und 9. Mai 2027 gefahren. Die Saison mit insgesamt 21 Rennen an 13 Standorten beginnt am 18. Dezember in Jeddah (Saudi-Arabien) und endet am 25. Juli 2027 in Tokio.

Drei neue Standorte sind dabei, wenn Opel – mit der Münchenerin Sophia Flörsch als Testfahrerin – erstmals in der Formel-E-WM an den Start gehen wird: Die aus der Formel 1 bekannten Strecken in Austin (USA) und Zandvoort (Niederlande) sowie Brands Hatch (England). Nürnberg nicht.

Am Norisring wären aufwendige bauliche Veränderungen nötig gewesen

"Der Norisring ist eine großartige Strecke für die DTM, ein fantastischer Stadtkurs", lobt Dodds. Am 5. Juli rasen die Tourenwagen dort wieder über den fränkischen Asphalt. Aber selbst die schnellste DTM-Runde ist dort nach Berechnungen der Formel E bis zu fünf Sekunden langsamer als die E-Boliden der sogenannten GEN4, die ab der neuen Saison zu Einsatz kommen. Diese beschleunigen von 0 auf 100 km/h in 1,8 Sekunden.

Die AZ weiß: Am Norisring hätten aufwendige bauliche Veränderungen vorgenommen werden müssen, damit die GEN4-Geschosse einerseits hätten ihr Potenzial entfalten können, andererseits dennoch Sicherheitsstandards eingehalten werden können. So hätten Kurven entschärft und Auslaufzonen erweitert werden müssen.

Derlei ist in Berlin problemlos möglich. Dodds sagt: "Das Schöne an der Rennstrecke in Tempelhof ist die Flexibilität. Das ist ein echter Vorteil." Der Kurs ist dort praktisch modular gestaltbar, Platz für Veränderungen und Anpassungen gibt es reichlich.

Der Norisring ist für die Formel E nicht gänzlich vom Tisch

Trotzdem: Jeff Dodds ist ein großer Fan vom Norisring. Daher ist es durchaus möglich, dass es mittelfristig einen neuen Versuch geben wird, den Nürnberger Kult-Kurs Formel-E-tauglich zu machen. Dodds erklärt: "Unser Verbleib am Tempelhof heißt nicht, dass wir in Zukunft nicht auch zwei deutsche Standorte in Betracht ziehen würden. Deutschland ist ein sehr starker Motorsport-Standort. Und die Formel 1 fährt hier nicht. Wir haben mit Porsche zwei deutsche Hersteller an Bord."

Zum Vergleich: China hat drei Rennen an zwei Standorten (Sanya/Shanghai), aber keinen einzigen chinesischen Fahrer oder Automobilhersteller in der Formel-E-Weltmeisterschaft im Einsatz.

merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.