Opel: Völlig beKLOPPt oder besonders schlau?

Zur kommenden Saison steigt Opel mit einem Werksteam in die Formel E ein. Hinter dem Engagement des Rüsselsheimer Autobauers steckt ein klarer Plan.
Dietmar Gessner |
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Zur kommenden Saison steigt Opel mit einem Werksteam bei der Formel E ein.
Zur kommenden Saison steigt Opel mit einem Werksteam bei der Formel E ein. © IMAGO/Oscar Manuel Sanchez

Opel steigt in der kommenden Saison mit einem Werksteam in die Formel E ein und wird zudem ab der nächsten Spielzeit Namenssponsor der Handball-Bundesliga der Männer (HBL). Diese gilt als beste Handball-Liga der Welt. Dort spielen auch die meisten Stars, die im Januar 2027 an der Handball-Weltmeisterschaft teilnehmen - die wiederum in Deutschland ausgetragen wird. Opel will also durch erhöhte Wahrnehmbarkeit im Sport auf die Überholspur in Sachen Image und Wahrnehmbarkeit.

Handball ist nach Fußball die beliebteste Mannschafts-Sportart in Deutschland. Die Formel E kämpft ihrerseits um deutlich mehr Aufmerksamkeit, ist im deutschen Sport-Bewusstsein noch nicht so verankert wie der Handball. Damit zurück zur Eingangsfrage: Ist also vor allem das Engagement der Rüsselsheimer Autobauer in der Formel E beKLOPPt oder schlau?

Bis 2022 war Jürgen Klopp Markenbotschafter für Opel. Der charismatische Erfolgscoach wurde nach seinen Triumphen mit dem FSV Mainz 05 und Borussia Dortmund spätestens als Trainer des FC Liverpool zum Weltstar: frech, sympathisch, dynamisch, mutig. Dabei gleichzeitig bodenständig und weltgewandt. Diese Klopp-Eigenschaften sollten so auch auf Opel abfärben (und aktuell auch auf den Red-Bull-Konzern, der Klopp als Head of global soccer beschäftigt).

So viel lässt sich Opel die Formel E kosten

Am Rande des Formel-E-Rennens in Madrid hatte die AZ die Möglichkeit, mit Opel CEO Florian Huettl über Opels Einstieg in die Formel E zu sprechen. "Die mobile Zukunft ist elektrisch", sagt Huettl.  Und so hat sich Opel für vier Jahre an die Formel E gebunden. Das wird Opel deutlich über 100 Millionen Euro kosten.

Das errechnet sich so: Der Saisonetat in der Formel E ist pro Jahr auf 14,5 Millionen Euro gedeckelt. Dazu dürfen Werkshersteller (wie Opel) über einen Zeitraum von je zwei Jahren weitere 25 Millionen Euro für Entwicklungskosten einsetzen. Das ergibt für vier Jahre 108 Millionen Euro. Fahrergehälter sind dabei nicht eingerechnet, die dürfen zusätzlich aufgewendet werden. Nur absolute Spitzenpiloten der Formel E verdienen Gehälter im unteren Millionen-Bereich, ansonsten bleibt es sechsstellig.

Formel-E-Chef Jeff Dodds hält diesen finanziellen Aufwand für "ein hervorragendes Investment". Er hat lange mit Huettl über den Einstieg von Opel verhandelt.

Nun ist Huettl und Dodds vor allem eines wichtig: ein attraktiver TV-Vertrag für den deutschen Markt ab der kommenden Saison. Derzeit laufen die Live-Übertragungen der Formel-E-Rennen im Nischensender DF1. Mit der Wucht von Opel (und auch von Formel-E-Gigant Porsche) soll für 2027 deutlich mehr Wahrnehmbarkeit erzielt werden.

"Eine Pilotin in der Formel E ist ein Ziel"

Huettl: "Wir denken definitiv, dass die Formel E eine größere Sichtbarkeit benötigt. Daran werden wir zusammen arbeiten." Was könnte das Interesse wecken beziehungsweise steigern? Zum Beispiel eine Frau am Steuer!

"Eine Pilotin in der Formel E ist ein Ziel", sagt Dodds. Er sagt aber auch, was wichtiger ist als das Geschlecht: "Die Stoppuhr, am Ende ist es Motorsport und es geht darum, wer am schnellsten ist."

Opel legt viel Wert auf einen hohen Frauenanteil im Team. Aber auch hier zählt in erster Linie der Leistungsgedanke. Opel wird seinen E-Renner für die kommende Saison bereits am 21. und 22. April bei Testfahrten auf der Rennstrecke Paul Ricard in Südfrankreich präsentieren.

Huettl legt die Planung des Rennteams in die Hände von Opels Motorsportchef Jörg Schrott. Opel will dabei das Groß an Wissen und Personal aus seinen eigenen Ressourcen generieren. Aber möglich wäre auch, dass der ein oder andere Formel-E-Spezialist von Lola-Abt den Weg nach Rüsselsheim findet.

Abt, mit Sitz in Kempten, ist im nächsten Jahr nicht mehr in der Formel E dabei. Da gibt es also Top-Spezialisten, die es von Kempten nach Rüsselsheim ziehen könnte. Sicher keine ganz so bekloppte Idee….

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