Opel steigt bei der Formel E ein: Shanghai, London – und bald der Norisring
Das Opel-Werk in Rüsselsheim ist etwa 260 Kilometer vom Norisring in Nürnberg entfernt. Das schaffen die meisten E-Autos problemlos auch ohne das zwischenzeitliche Ansteuern einer Ladesäule. Bis zum Tempelhofer Feld mitten in Berlin sind es hingegen über 500 Kilometer, mithin würden die meisten Reisenden in einem E-Auto einen Lade-Stopp einplanen.
Wohin wird es gehen im nächsten Jahr? Denn ab der kommenden Saison startet Opel in der Formel E! Das gaben die Rüsselsheimer am Freitag am Rande des Formel-E-Rennwochenendes in Madrid bekannt.
"Die Teilnahme an der Formel E markiert einen neuen Meilenstein für Opel auf dem Weg in eine elektrische Zukunft", schwärmt Opel-CEO Florian Huettl. "Der Start von GEN4-Rennwagen in der Formel E ab der kommenden Saison ist für uns genau der richtige Zeitpunkt, um in diesen spannenden vollelektrischen Rennzirkus einzusteigen."
AZ-Info: Formel E beschäftigt sich mit dem Norisring
Gen4 ist die Bezeichnung der neuen Formel-E-Boliden, die ab der nächsten Saison noch besser, noch schneller sein sollen. Und weil diese Fahrzeuge so viel kraftvoller sind, ist die Formel E ganz aktuell massiv damit beschäftigt, den Rennkalender für 2027 darauf auszurichten. Und genau hier kommt der Norisring ins Spiel: "Das ist ein fantastischer Stadtkurs", lobt Formel-E-Chef Jeff Dodds. Viel deutlicher darf er nicht werden.
Aber die AZ weiß: Die Formel E beschäftigt sich sehr konkret damit, in 2027 auf dem Norisring zu fahren. Auch Formel-E-Neuling Opel wäre demnach begeistert, sich auf der Traditionsstrecke mitten in Nürnberg zu präsentieren.
Der Norisring ist seit vielen Jahren Gastgeber der DTM. Das Rennen ist ein Zuschauermagnet. Diese etablierte Wucht der DTM möchte die Formel E für sich nutzen. Daher ist Bestandteil der Überlegungen, den Formel-E-Lauf nur eine Woche nach dem DTM-Rennen zu terminieren. Das wäre dann das Wochenende 26./27. Juni 2027.
Würde ein E-Debüt am Norisring das E-Aus von Berlin bedeuten? Offen. Berlin ist als einzige Gastgeberstadt weltweit seit Beginn der Rennserie 2014 dabei. Die Strecke auf dem Tempelhofer Feld, ein historischer Flughafen, hat seinen eigenen Charme, Berlin zudem die Ausstrahlung einer Weltmetropole.
Die Macher der Formel E denken um
Für die Formel E war und ist bisher der Auftritt in Weltstädten immer wichtig: sei es Shanghai, London, Miami, Tokio oder auch Mexiko City. Aber inzwischen denken die Macher der Formel E um. Die Rennserie soll sich ab 2027 auch verstärkt auf etablierten, spektakulären Rennstrecken zeigen. Ziel: die Formel E als Speerspitze der technologischen E-Mobilitätsentwicklung noch leistungsstärker zu zeigen. Daher wird zum Beispiel auch erwogen, 2027 in Zandvoort (verliert ab 2027 seinen Status als Formel-1-Rennstrecke) zu fahren.
Norisring statt Tempelhof? Oder doch Tempelhof UND Norisring? Noch ist die Entscheidung nicht gefallen. Zumal Tempelhof noch einen Vertrag für 2027 hat. Am 2. und 3. Mai gastiert die Formel E auf dem Tempelhofer Feld. Dann werden die Macher auch besprechen, ob die Formel E in Berlin eine Zukunft hat.
Etwaig wird schon im Mai ein erster Rahmen der Renn-Saison 2027 festgelegt. Und dann weiß auch das Opel-Team eventuell schon, ob für seine erste Anreise zu seinem ersten deutschen Formel-E-WM-Lauf ein Ladestopp notwendig ist oder eher nicht.
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