"Wahrhaft magische" Spiele: Italien feiert Olympia-Abschied

Die Winterspiele gehen in der Arena von Verona zu Ende. In einer farbenfrohen Show wird noch einmal Italien gefeiert. Die Rennrodler Tobias Wendl und Tobias Arlt tragen die deutsche Fahne.
Christoph Sator, Meyel Löning und Florian Lütticke, dpa |
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen
Auch die Schlussfeier der Olympischen Winterspiele geriet bunt.
Michael Kappeler/dpa 10 Auch die Schlussfeier der Olympischen Winterspiele geriet bunt.
Tobias Wendl (l) und Tobias Arlt tragen die deutsche Fahne.
Michael Kappeler/dpa 10 Tobias Wendl (l) und Tobias Arlt tragen die deutsche Fahne.
Kirsty Coventry sprach von "wahrhaft, wahrhaft" magischen Spielen.
Michael Kappeler/dpa 10 Kirsty Coventry sprach von "wahrhaft, wahrhaft" magischen Spielen.
"Schönheit in Aktion": Die Schlussfeier in Verona wurde ihrem Motto gerecht.
Michael Kappeler/dpa 10 "Schönheit in Aktion": Die Schlussfeier in Verona wurde ihrem Motto gerecht.
Die Abschlussfeier der Olympischen Winterspiele in der Arena von Verona.
Bernat Armangue/AP/dpa 10 Die Abschlussfeier der Olympischen Winterspiele in der Arena von Verona.
Gastgeber Italien erntete viel Lob.
Michael Kappeler/dpa 10 Gastgeber Italien erntete viel Lob.
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und IOC-Präsidentin Kirsty Coventry
Natacha Pisarenko/AP/dpa 10 Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und IOC-Präsidentin Kirsty Coventry
Das Eiskunstlauf-Duo Annika Hocke und Robert Kunkel zeigte eine Hebefigur.
Natacha Pisarenko/AP/dpa 10 Das Eiskunstlauf-Duo Annika Hocke und Robert Kunkel zeigte eine Hebefigur.
Das olympische Feuer in Mailand.
Luca Bruno/AP/dpa 10 Das olympische Feuer in Mailand.
Der norwegische Langläufer Johannes Hoesflot Klaebo war der erfolgreichste Athlet der Winterspiele.
Natacha Pisarenko/AP/dpa 10 Der norwegische Langläufer Johannes Hoesflot Klaebo war der erfolgreichste Athlet der Winterspiele.
Verona

Arrivederci Italien: Mit einer farbenfrohen Show in der fast 2000 Jahre alten Arena von Verona sind die 25. Olympischen Winterspiele zu Ende gegangen. Nach dem sportlichen Spektakel auf Schnee und Eis standen die Athletinnen und Athleten noch einmal im Mittelpunkt, bevor um 22.41 Uhr das olympische Feuer erlosch.

Es seien "wahrhaft, wahrhaft magische" Spiele gewesen, sagte die neue Präsidentin des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Kirsty Coventry. Die frühere Schwimm-Olympiasiegerin lobte die Gastgeber: "Ihr habt Winterspiele der neuen Art veranstaltet und einen neuen Standard für die Zukunft gesetzt."

Bei der Parade der Nationen liefen die Rennrodler und Goldmedaillen-Gewinner Tobias Wendl und Tobias Arlt als deutsche Fahnenträger in das Amphitheater ein. Die Doppelsitzer-Athleten harmonierten auch bei dieser Aufgabe prächtig als Duo. Die nächsten Winterspiele sind in vier Jahren in den französischen Alpen. Zuvor finden 2028 die Sommerspiele in Los Angeles statt.

Arena durch Oper-Aufführungen bekannt

Erstmals ging die Schlussfeier an einem Ort über die Bühne, an dem es überhaupt keine Wettbewerbe gegeben hatte: weder bei den offiziellen Gastgebern in Mailand und Cortina d'Ampezzo noch in einem anderen der Austragungsorte, sondern in der Arena von Verona. Das Amphitheater ist durch große Opern-Aufführungen im Sommer bekannt. 

Lesen Sie auch

So begann die Schlussfeier auch mit einer Ode an die italienische Oper: Nach einem Einspielfilm mit dem Titel "A Night at the Opera" ("Eine Nacht in der Oper") mit Figuren aus Opern wie "Aida" und "Rigoletto" standen diese plötzlich live auf der Bühne. Die Show vor mehr als 8.000 Zuschauern wurde in viele Länder übertragen.

Tobias Wendl (l) und Tobias Arlt tragen die deutsche Fahne.
Tobias Wendl (l) und Tobias Arlt tragen die deutsche Fahne. © Michael Kappeler/dpa

Die letzten Gold-Medaillen wurden in der Arena der Schwedin Ebba Andersson und dem norwegischen Ski-Star Johannes Hoeslot Klaebo überreicht, die jeweils über 50 Kilometer Langlauf triumphiert hatten. Der 29-Jährige war mit sechs Olympiasiegen der mit Abstand erfolgreichste Athlet der Spiele.

Viel Applaus für Gastgeber Italien

Obwohl die Wettbewerbe auf so viele Orte verteilt waren wie noch nie, gab es für Italien international viel Applaus. Nach Angaben der Veranstalter wurden insgesamt 1,3 Millionen Eintrittskarten verkauft, etwa 150.000 seien ungenutzt geblieben.

In Italien selbst ist die Zufriedenheit auch deshalb groß, weil das "Team Italia" 30 Medaillen gewann, so viele wie bei Winterspielen noch nie - darunter zehnmal Gold. Für Deutschland gab es 26 Medaillen und damit eine weniger als noch vor vier Jahren in Peking. Golden waren acht davon. Ohne die Erfolge im Eiskanal (Rodel, Bob, Skeleton) hätte es schlecht ausgesehen.

Nur noch kleines deutsches Team bei Schlussfeier

So waren die beiden Rodler Arlt und Wendl bei der Schlussfeier in Verona auch besonders als Fahnenträger geeignet. Das Duo holte bei seinen letzten Spielen Bronze im Doppelsitzer sowie Gold in der Team-Staffel. Damit sind die beiden 38-Jährigen die erfolgreichsten deutschen Winter-Olympioniken überhaupt. Insgesamt kommen sie auf sieben Gold- und eine Bronzemedaille.

Kirsty Coventry sprach von "wahrhaft, wahrhaft" magischen Spielen.
Kirsty Coventry sprach von "wahrhaft, wahrhaft" magischen Spielen. © Michael Kappeler/dpa

Neben dem Duo waren aus dem deutschen Team, das mit dem Rekordaufgebot von 185 Athletinnen und Athleten bei Olympia angetreten war, nur noch knapp 20 dabei. Die allermeisten sind längst schon abgereist. Die verbliebenen Athleten zeigten aber vollen Einsatz: Das Eiskunstlauf-Duo Annika Hocke und Robert Kunkel führte gar eine Hebefigur auf.

Neuer Schwung durch deutsche Olympia-Bewerbung?

Manche hoffen nun, dass eine mögliche deutsche Bewerbung für die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 neuen Schwung bringt. Dabei könnte es passieren, dass Deutschland in Konkurrenz zum jetzt so zufriedenen Gastgeber Italien gerät: Dort wird intensiv erwogen, mit der Hauptstadt Rom ins Rennen zu gehen, die 1960 schon einmal Austragungsort war.

Für die Winterspiele in Italien gab es aber nicht nur Applaus. Am Sonntag demonstrierten mehrere Hundert Menschen in Verona dagegen. Kritik richtet sich unter anderem dagegen, dass trotz anderslautender Pläne Sportstätten wie der Eiskanal in Cortina völlig neu gebaut oder enorm ausgebaut wurden wie das Biathlon-Stadion in Antholz in Südtirol. Die Veranstalter hatten ursprünglich versprochen, für die "nachhaltigsten Spiele aller Zeiten" zu sorgen. Ob dies gelang, wird man erst später wissen.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
 
Noch keine Kommentare vorhanden.
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.