Nicht nur Zverev! Starke Konkurrenz für Deutschlands Nummer eins bei den BMW Open

Bei den BMW Open gilt Deutschlands Nummer eins als Favorit. Aber Turnier-Direktor Kühnen hat mit Geheimtipps wie Sinner oder Karatsev trotz Corona eine ziemlich starke Konkurrenz zusammengestellt.
| Thomas Becker
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Alexander Zverev ist Favorit auf den Titel in München - aber dürfte es mit ordentlich Gegenwehr zu tun bekommen.
imago images/AAP Alexander Zverev ist Favorit auf den Titel in München - aber dürfte es mit ordentlich Gegenwehr zu tun bekommen.

München - Ob um halb sechs ein Platz frei wäre, will Alexander Zverev wissen. Da muss der Turnierdirektor erst mal nachfragen: in der Geschäftsstelle des MTTC Iphitos. Seit der Pandemie werden die 17 Freiplätze auf der Anlage am Aumeisterweg nämlich per Online-Reservierung vergeben. Und siehe da: ausgebucht. Die Vereinsmitglieder nutzen den letzten Tag, bevor die BMW Open bei dem Traditionsclub einziehen - und Patrik Kühnen muss der Nummer sechs der Welt woanders einen Platz buchen.

Kühnen über Zverev bei den BMW Open: "Nicht selbstverständlich"

Ein positives Zeichen, dass Deutschlands bester Tennisspieler sich eine Woche, bevor er kommenden Mittwoch oder Donnerstag ins Turniergeschehen eingreift, schon mal warm spielt. Für ein sogenanntes 250er-Turnier, der kleinsten ATP-Kategorie. "Es ist nicht selbstverständlich, dass Sascha bei uns aufschlägt", stellt Patrik Kühnen klar, "und das durchgehend seit 2014." Damals hatte der Jung-Star dank Wildcard gegen Jürgen Melzer debütiert - und glatt verloren, 1:6, 2:6. Lange her. Seitdem hat er zwei seiner 14. Turniersiege beim Iphitos gefeiert, 2017 und 2018. Beim jüngsten Triumph in Acapulco gegen Stefano Tsitsipas gab es bei der Siegerehrung einen schicken Sombrero - in München lockt dafür ein Sportwagen des Hauptsponsors mit bis zu 625 PS.

Während BMW an Bord blieb, hat sich der langjährige Turnierpartner FWU zurückgezogen. Das heißt auch: nie wieder güldene Glitzer-Jacken oder zitronengelbe Zweireiher des FWU-CEOs Manfred Dirrheimer bei den zum Teil recht rauschenden Festen im VIP-Zelt. Das fehlt heuer ebenso wie die Zuschauertribünen am zweiten Center Court sowie all die Verpflegungsstände, denn pandemiebedingt müssen die Fans draußen bleiben. "Logistisch und konzeptionell sind wir aber so aufgestellt, dass wir theoretisch auch Zuschauer empfangen könnten, sollte sich die Lage kurzfristig bessern", sagt Christian Okon, Geschäftsführer der veranstaltenden MMP Event GmbH.

Alle Matches der BMW Open beim BR im Stream

Wer nicht vor Ort sein kann, wird am Bildschirm gut versorgt: Alle Matches vom Center Court werden online im Live-Stream des BR übertragen. Ein Halbfinale und das Finale zeigt der BR live im TV. Auch ran.de streamt Matches vom Center Court live. Auf Instagram, Tiktok, Twitter und Facebook bleibt man unter dem Hashtag #bmwopenauf dem Laufenden.

Und zu sehen gibt es so einiges. Zum ersten Mal dabei: der Südtiroler Jannik Sinner, Nummer 19 der Weltrangliste. Kühnen schwärmt: "Sicher einer der Spieler, die in absehbarer Zeit in die Top Ten kommen werden und alles ein bisschen durcheinanderwirbeln. Jannik hat ein sehr gutes Umfeld, vor allem mit dem erfahrenen Trainer Ricardo Piatti. Wenn der hier eine gute Woche hat, kann er das Turnier gewinnen."

Kühnen: Karatsev "Spieler der Stunde"

Das ist auch Aslan Karatsev zuzutrauen. Den Russen kennt Kühnen schon länger: "Er ist schon 26, aber bei manchen dauert es halt. Er hat immer an seinem Traum festgehalten, nie aufgegeben. Letztes Jahr habe ich für Sky den ATP-Cup kommentiert. Da ist mir Karatsev schon aufgefallen, weil er so gut Doppel gespielt hat. In diesem Jahr bei der Siegerehrung hat Daniil Medvedev sich zu Karatsev umgedreht und gesagt: 'Aslan, das wird dein Jahr!' Und dann spielt der Halbfinale bei den Australian Open und gewinnt in Dubai! Für mich der Spieler der Stunde."

Überhaupt hat der Turnierdirektor ein formstarkes Feld zusammentelefoniert. "Wenn man sich das "Race nach Turin" anschaut, das ja die Leistung in diesem Jahr widerspiegelt, dann haben wir davon sechs der Top 11 am Start, darunter Turniersieger wie Daniel Evans und Nikolos Basilashvili - starke Konkurrenz für Zverev", so Kühnen.

Dass alle deutschen Top-Spieler dabei sind, hat schon Tradition. Dominik Koepfer ist zum ersten Mal da, Jan-Lennard Struff kommt auch - genauso wie per Wildcard Philipp Kohlschreiber, schon zum 16. Mal.

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