Nicht bei 100 Prozent: VfL Wolfsburg verspielt Triple-Traum

Olympique Lyon bleibt für den VfL Wolfsburg ein «rotes Tuch». In der ersten Analyse nach der Niederlage im Champions-League-Finale macht Trainer Lerch einige Unzulänglichkeiten in Abwehr und Angriff aus.
| dpa
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Die Wolfsburgerin Pauline Bremer liegt nach der Niederlage enttäuscht auf dem Rasen.
Villar Lopez/pool EPA/AP/dpa/dpa Die Wolfsburgerin Pauline Bremer liegt nach der Niederlage enttäuscht auf dem Rasen.

San Sebastian - Den "Wölfinnen" fehlte der Jagdinstinkt. Die 1:3 (0:2)-Niederlage im Finale der Champions League gegen Olympique Lyon offenbarte ein Problem beim deutschen Frauenfußball-Meister und - Pokalsieger VfL Wolfsburg, das schon im Halbfinale gegen den FC Barcelona aufgetreten war.

Das Team von Trainer Stephan Lerch bekommt Schwierigkeiten, wenn ein gleichwertiger oder gar besserer Gegner früh anläuft und damit den Spielaufbau des VfL stört. "Uns haben wieder ein paar Prozente gefehlt", sagte Lerch und bezog dies sowohl auf die Abwehr als auch auf den Angriff. Wobei die Defensivschwäche spielentscheidend war. Den Treffern von Eugenie Le Sommer (25.) und Saki Kumagai (44.) gingen individuelle Fehler voraus, die Lyon im Gegensatz zu Barcelona eiskalt nutzte. Überhaupt verlegte sich der VfL in den ersten 45 Minuten zu sehr auf die Defensive. Und das, obwohl im Viertelfinale der FC Bayern München bei der 1:2-Niederlage gezeigt hatte, dass die Französinnen Probleme bekommen, wenn sie zeitig attackiert werden. "Es ist nicht unser Anspruch, eine andere Mannschaft zu kopieren. Natürlich kann man einen Tick früher anlaufen. Man muss aber auch bedenken, dass wir einen anderen Spielstil haben, unsere Stärken im Umschaltspiel haben und Lyons Qualität gerade im Aufbauspiel bekannt ist", erläuterte Lerch.

Dass auch der VfL die Qualitäten nach vorn hat, zeigte die zweite Hälfte. Da bekam Lyon Probleme, und folgerichtig fiel auch der Anschluss durch Alexandra Popp (57.). "Wir sind sehr gut zurückgekommen, und wenn das zweite Tor fällt, kann noch einiges passieren", sagte Popp. Zwingende Chancen konnten sich die "Wölfinnen" aber nicht mehr erarbeiten, was Lerch bemängelte: "Auch da haben ein paar Prozent gefehlt." Das 1:3 durch Sara Bjork Gunnarsdottir in der 88. Minute war nur noch der I-Punkt.

Stolz und Enttäuschung hielten sich beim VfL die Waage. Spätestens zum Trainingsauftakt am Mittwoch sollte das Final-Trauma nach einer ansonsten grandiosen Saison der Wolfsburgerinnen aber verarbeitet sein. Am Freitag startet die neue Bundesliga-Saison gegen SGS Essen. Ob dann auch Pernille Harder noch zum VfL-Aufgebot gehört, wollte auch nach dem Endspiel in San Sebastian niemand im Wolfsburger Lager kommentieren. Die Dänin, am Sonntag zur deutschen Fußballerin des Jahres gekürt, soll vor einem Blitztransfer zum FC Chelsea stehen.

© dpa-infocom, dpa:200831-99-369672/2

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