Nach dem letzten Kampf: "Das hat alles übertroffen"

Kickbox-Queen Christine Theiss hat sich bei ihrem letzten Kampf den WM-Titel zurückgeholt. Wie und wo sie feierte – und warum ihr ein TV-Moderator mehr Schmerzen zufügte als Gegnerin Olga Stavrova.
| Julian Galinski
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Kickbox-Queen Christine Theiss hat sich bei ihrem letzten Kampf den WM-Titel zurückgeholt. Wie und wo sie feierte – und warum ihr ein TV-Moderator mehr Schmerzen zufügte als Gegnerin Olga Stavrova. 

AZ: WM-Titel zurückerobert, die Familie in der Heimat Bayreuth am Ring, zwei Millionen TV-Zuschauer – besser kann ein Abschiedskampf kaum laufen, oder?

CHRISTINE THEISS: Es war unglaublich! Absolut perfekt! Die Stimmung in der Halle war einmalig. Ich hatte ja zuvor schon überlegt, wie mein Abschied aussehen könnte – aber das hat alles übertroffen.

Schon beim Einzug zu „Altes Fieber“ von den Toten Hosen hat man Ihnen angesehen, wie bewegt Sie waren.

Die Halle hat gebebt! 3500 Fans, ein Gefühl wie eine große Familie.

Und dann: Absolute Konzentration. Schließlich hatte Ihre Gegnerin Olga Stavrova Sie erst im Juni besiegt.

Wegen diesem Umschalten hatten wir ein bisschen Sorge. Ich wusste: Ich muss unter allen Umständen ruhig bleiben. Nie vorstürmen, immer gut stehen. Immer wenn ich zu ungestüm war, kam gleich aus meiner Ecke: Bleib ruhig!

War das der taktisch beste Kampf Ihrer Karriere?

Definitiv. Das war schon noch mal ein Ausrufezeichen.

Der Respekt vor Stavrova und ihren Hammer-Schlägen war immer spürbar – trotz Ihrer Überlegenheit.

Deswegen bin ich auch nicht auf den K.o. aus gewesen. Das hätte bei Olgas Betonschädel sowieso nicht funkioniert.

Nach zehn Runden: Der letzte Ring-Gong Ihrer Karriere als Kickboxerin.

Ich weiß noch, dass ich sehr laut geschrien habe, weil der ganze Stress, der ganze Druck der letzten Monate raus musste. Vieles habe ich aber gar nicht richtig mitgekriegt vor lauter Emotionen. Erst als mir Moderator Matthias Killing auf meinen gebrochenen Zeh gelatscht ist, war ich wieder da. Da habe ich gleich gemerkt: Jetzt ist er wieder richtig durch (lacht).

Dann sind Sie Ihrem Mann Hans unter Tränen in die Arme gefallen.

Ich wäre nicht da, wo ich bin, wenn ich Hans nicht hätte. Er hat mich immer unterstützt, kompromisslos.

Spüren Sie abgesehen vom Zehen noch Nachwirkungen vom Kampf?

Nichts! Ich habe nicht eine Beule! Und von der Party? Ich habe Freitagnacht erst mal bis zwei Uhr Autgramme geschrieben, ich hatte noch nicht mal geduscht. Im Hotel ist dann die Aftershow-Party gestiegen. Schlafen hätte ich sowieso nicht können, ich war viel zu aufgedreht. Ich glaube ich war von acht bis neun eine Stunde im Bett.

Ging die Feier am Samstag weiter?

Wir haben das Weihnachtsessen mit der Familie vorgezogen, es gab Gans. Und ich durfte endlich mal so viel essen wie ich wollte – bis ich platze! Abends waren wir dann auf dem Wintermarkt in Bayreuth im Nikolaushaus und haben Glühwein getrunken. Diese Normalität habe ich sehr genossen.

Was passiert in den kommenden Tagen?

Jetzt sind erst mal alle Abende ausgebucht mit Weihnachtsfeiern, nächste Woche drehe ich auch einen Spot für eine Fitness-Kampagne. Und dann geht es in den Urlaub, zum Skifahren. Zur Abwechslung mal was sportliches (lacht).

 

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