Nach dem Absturz in die Regionalliga: Steiner, Boning und Co. kämpfen um die Zukunft der Löwen

Kultkomiker Wigald Boning, "4 Blocks"-Star Kida Khodr Ramadan und TV-Richter Ulrich Wetzel rufen in Videobotschaften zu Spenden für den TSV 1860 München auf. Eingefädelt hat die prominente Unterstützung womöglich ein bekannter TV-Produzent mit Vergangenheit beim Verein.
AZ/(dr/spot) |
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Kida Khodr Ramadan und Wigald Boning machen sich für den TSV 1860 München stark.
Kida Khodr Ramadan und Wigald Boning machen sich für den TSV 1860 München stark. © ddp/Geisler/Clemens Niehaus / ddp/CI

Der kriselnde TSV 1860 München bekommt Rückenwind aus der Unterhaltungsbranche. Komiker Wigald Boning (59), Schauspieler Kida Khodr Ramadan (49) und der aus RTL-Gerichtsshows bekannte Jurist Ulrich Wetzel (69) werben in kurzen Videobotschaften für die Crowdfunding-Kampagne "Football for the People". Mit der Aktion sammeln Fans des Traditionsvereins Geld für den sportlichen Neuanfang. Das Promi-Trio bittet seine Anhänger, die Kampagne zu teilen und den Klub finanziell zu unterstützen.

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Die größte Reichweite steuert dabei Boning bei: Dem früheren "RTL Samstag Nacht"-Star und "Die Doofen"-Sänger folgen allein auf Instagram mehr als 370.000 Menschen. Ramadan wurde als Clan-Chef Toni Hamady in der Serie "4 Blocks" einem breiten Publikum bekannt. Wetzel wiederum steht seit den frühen 2000er-Jahren als Fernsehrichter vor der Kamera und erreicht damit ein Millionenpublikum.

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Auch Rodrigo Costa, ehemaliger Spieler des TSV1860 Münchens meldet sich zu Wort und unterstützt die Crowdfunding-Kampagne. Der frühere Abwehrspieler war Publikumsliebling bei den Löwen und stand zuletzt im Jahr 2006 für den Verein auf dem Platz.

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Zog TV-Produzent Otto Steiner die Fäden?

Dass sich gleich drei bekannte Gesichter für den Fußballverein einsetzen, ist offenbar kein Zufall. Offenbar hat Otto Steiner (63) seine Kontakte in die Branche genutzt, um die Prominenten für die Kampagne zu gewinnen. Zumindest teilte Steiner auf seiner privaten Instagram-Seite die Beiträge von Ramadan und Wetzel. Steiner war beim TSV 1860 München unter anderem als Vizepräsident und Aufsichtsratsvorsitzender aktiv.

Einem größeren Publikum dürfte er allerdings als Fernsehmacher bekannt sein: Steiner ist Gründer und Geschäftsführer von Constantin Entertainment. Die Produktionsfirma verantwortet unter anderem die Amazon-Show "LOL: Last One Laughing", das Vox-Format "Shopping Queen" und die Netflix-Serie "Kaulitz & Kaulitz".

Löwen müssen in der Regionalliga neu anfangen

Hintergrund der Spendenaktion ist die schwere Krise des Traditionsvereins. Wegen finanzieller Probleme erhielt 1860 München keine Lizenz für die 3. Liga und tritt künftig in der Regionalliga an. Gegen die bisherige Profifußballgesellschaft läuft ein Insolvenzverfahren. Zuvor hatte der Klub nach jahrelangen Konflikten den Kooperationsvertrag mit Investor Hasan Ismaik beendet.

Die Initiatoren wollen den Schriftzug "Football for the People" in der kommenden Saison auf die Trikots der Mannschaft bringen. Die Botschaft dahinter: Fußball gehört aus Sicht der Fans in erster Linie den Anhängern und nicht Unternehmen oder Investoren. Zugleich verstehen die Unterstützer die Kampagne als Bekenntnis zur 50+1-Regel, die den beherrschenden Einfluss externer Geldgeber im deutschen Fußball begrenzen soll.  

Spendenziel schon deutlich übertroffen

Finanziell ist die Aktion bereits jetzt ein Erfolg. Das ursprüngliche Ziel von 250.000 Euro wurde klar überboten: Bis Montagabend kamen rund 315.000 Euro von knapp 5.000 Spenderinnen und Spendern zusammen. Gestartet war das Crowdfunding erst am 5. Juli. Auch aus der Musikszene gab es prominente Unterstützung. Die Italo-Schlager-Band Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys spendete symbolträchtige 1.060 Euro. Sänger und Gittarist Zanti gilt als bekennender Anhänger der Löwen.

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