Lewis Hamilton lässt vor dem GP von Großbritannien seine Fans im Stich

Party statt Job: Lewis Hamilton lässt ausgerechnet beim Formel-1-Event in der Heimat seine Fans im Stich. Die bejubeln dafür seinen Rivalen Sebastian Vettel.
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Genießt den Jubel der Zuschauer in London: Sebastian Vettel.
dpa Genießt den Jubel der Zuschauer in London: Sebastian Vettel.

Party statt Job: Lewis Hamilton lässt ausgerechnet beim Formel-1-Event in der Heimat seine Fans im Stich. Die bejubeln dafür seinen Rivalen Sebastian Vettel.

London - Das Grinsen wich gar nicht mehr aus Sebastian Vettels Gesicht. Der Jubel der Fans, die begeisterten Zurufe, das alles kam dem Deutschen gerade recht.

Nachdem er in den Wochen zuvor heftige Kritik nach seinem Baku-Rempler einstecken musste, genoss der WM-Spitzenreiter in London das Bad in der Menge und feierte schon vor dem Großen Preis von Großbritannien (Sonntag, 14 Uhr/RTL und Sky) den nächsten Sieg über Dauerrivale Lewis Hamilton.

Denn ausgerechnet der Brite fehlte als einziger Fahrer beim spektakulären Show-Event in Englands Hauptstadt. "Ich weiß nicht, warum er heute nicht hier ist“, sagte Vettel und konnte sich erneut ein Grinsen nicht verkneifen.

Denn ihm war wohl bewusst, dass ihm die Abwesenheit des Mercedes-Piloten in die Karten spielte. Viele Fans hatten wenig Verständnis und waren enttäuscht, dass sich Hamilton nicht zeigte. Dafür flogen eben Vettel die Sympathien zu.

"Ich würde gerne noch ein paar Runden drehen, aber ich warte lieber auf das Wochenende", sagte er, nachdem er seinen Ferrari im Herzen der Millionen-Metropole über den Trafalgar Square gejagt und ordentlich Gummi auf dem Asphalt verbrannt hatte.

100.000 Fans sahen gebannt dabei zu, als sich die Königsklasse medienwirksam zur Schau stellte.

Hamilton entlarvt sich selbst

"Lewis hatte das Gefühl, dass er in dieser intensiven Meisterschaft eine Pause braucht", versuchte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff seinen Star-Piloten zu entschuldigen. Der allerdings hatte sich tags zuvor selbst entlarvt – per Twitter-Video. Die Bilder waren skurril, aber sie zeigten: Hamilton hatte lieber mit seinen Kumpels Party gemacht, als sich den Fans zu präsentieren.

Erst am Donnerstag reiste er nach Silverstone, wo er seinen vierten Heimsieg in Folge feiern könnte. Ein Sieg, der für den dreimaligen Weltmeister sehr wichtig wäre. Denn vor dem zehnten Saisonlauf hat er 20 Punkte Rückstand auf den viermaligen Champion Vettel. Als Dritter lauert zudem Stallrivale und Österreich-Sieger Valtteri Bottas (Finnland) mit nur 15 Zählern Rückstand. Der Zweikampf ist auf einmal zu einem Dreikampf geworden.

Vettel geht trotz der starken Konkurrenz der Silberpfeile optimistisch in den Traditions-GP auf dem Hochgeschwindigkeitskurs. "Es ist eine großartige Saison und es ist schön, dass Ferrari zurück ist", sagte Vettel: "Ich bin sehr froh darüber, wie die Saison verlaufen ist. Wir hatten viele gute Rennen und wir wollen mehr, hoffentlich auch in Silverstone."

Vergessen scheinen die vielen Diskussionen um den unnötigen Rammstoß gegen Hamilton in Baku oder die Aufregung um den angeblichen Frühstart von Bottas in Spielberg. Vettel präsentierte sich völlig entspannt und zu Scherzen aufgelegt, die Verbissenheit der vergangenen Wochen war verflogen.

Welche Strahlkraft die Marke Ferrari besitzt und wie viele Sympathien Vettel selbst im Hamilton-Reich genießt, wurde in London deutlich. "Ich bin überrascht, Sebastian hat viele Fans hier", sagte Hamiltons ehemaliger Kollege Nico Rosberg. Der Weltmeister im Ruhestand nutzte die Gelegenheit, sich auch von den Fans bejubeln zu lassen. Hamiltons Fehlen fiel da umso mehr auf.

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