Lehren aus dem Großen Preis von Portugal

Er überstrahlt alles: Lewis Hamilton. Grenzen scheint es für den Superstar der Formel 1 nicht zu geben. Seine Rekordfahrt in Portimao bringt aber auch noch andere Erkenntnisse mit sich.
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Weltmeister Lewis Hamilton vom Team Mercedes jubelt über seinen 92. Karrieresieg.
Weltmeister Lewis Hamilton vom Team Mercedes jubelt über seinen 92. Karrieresieg. © Jose Sena Goulao/EPA Pool/AP/dpa
Portimao

Es war eine gelungene Premiere mit denkwürdigem Ausgang. Lewis Hamiltons 92. Karrieresieg und damit der alleinige Grand-Prix-Rekord haben dem Großen Preis von Portugal einen Eintrag in die Geschichtsbücher der Formel 1 beschert.

KEINE RESTZWEIFEL AN HAMILTONS AUSNAHMESTELLUNG: Es war auch die Art und Weise, wie er dieses Rennen gewann. Mercedes-Pilot Hamilton ließ es zu Beginn verhalten angehen, Teamkollege Valtteri Bottas durfte die Führung übernehmen. Hamilton schonte lieber die sensiblen Reifen. Und als die Zeit gekommen war, gab der Gummiflüsterer Gas, übernahm die Spitze und fuhr binnen kürzester Zeit fast spielerisch einen beruhigenden Vorsprung heraus.

HAMILTON TREIBT SEINE TEAMKOLLEGEN IN DIE VERZWEIFLUNG: Als Nico Rosberg endlich einmal Hamilton im Titelkampf bezwungen hatte, trat er umgehend zurück. Hamilton macht seine Teamkollegen mit seiner Überlegenheit auf Dauer mürbe. Nach Rosberg, dem Champion von 2016, kam Valtteri Bottas. Er versucht es Jahr für Jahr aufs neue. "Es ist schwer, aber ich weiß, dass es möglich ist", sagte er in Portimao nach seinem zweiten Rang mit sage und schreibe 25,5 Sekunden Rückstand auf Hamilton. "Würde ich aufgeben, würde ich es nie schaffen und das wäre der größte Fehler." Ein Satz aus der Kategorie Durchhalteparolen.

KEIN NEID, NUR VIEL ANERKENNUNG VON VETTEL: "Ich hab' ihm vorm Rennen gesagt, er soll sich die 92 holen", berichtete Sebastian Vettel über ein Gespräch mit Hamilton. Viele würden behaupten, dass es ja leicht sei mit so einem Auto, meinte der gebürtige Heppenheimer mit Blick auf Hamilton und dessen Mercedes. Man könne die Leistung aber gar nicht genug würdigen, sagte Vettel, der einst mit Red Bull viermal nacheinander Weltmeister geworden war.

Zu Vettels Einschätzung auch ein paar Zahlen: Von den 103 Rennsiegen seit der Mercedes-Rückkehr als Werksteam zur Saison 2010 holte Hamilton 71 - seine jeweilige Teamkollege zusammen 32 (9/Bottas, 23/Rosberg).

HÜLKENBERGS RÜCKKEHRCHANCEN STEIGEN: Er ist ein Kandidat für Red Bull, das bestätigte das ehemalige Weltmeister-Team bereits. Nun, nach einer weiteren äußerst dürftigen Vorstellung von Alexander Albon, sollten die Chancen von Nico Hülkenberg weiter steigen. Nicht mal in die Punkte kam der britisch-thailändische Pilot als Zwölfter, während Max Verstappen erneut aufs Podium fuhr (3.). "Ein wenig enttäuschend mit dem Auto", meinte Teamchef Christian Horner: "Wir erwarten ein bisschen mehr von Alex." Nächste Chance Imola in einer Woche.

MEHR VON SOLCHEN STRECKEN: Die Streckenbetreiber an der Algarve konnten sich die Formel 1 bisher nicht leisten - zu teuer. Nach dem Premieren-Wochenende sollte man sich fragen: Kann sich die Formel 1 eine Saison leisten ohne solche Kurse. Auf und ab, kurvenreich, spektakulär. Die Fahrer waren begeistert, trotz aller großen Herausforderungen auf dem unbekannten Terrain. Portimao hat seine Premiere glänzend bestanden.

© dpa-infocom, dpa:201025-99-80015/3

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