Kohlschreiber, Kiefer und andere Problemfälle

Nach den Pleiten der deutschen Star-Spieler am Iphitos macht sich Turnierdirektor Patrick Kühnen große Sorgen. In seiner Funktion als Bundestrainer bangt er um die deutschen Chancen beim World Team Cup.
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Er kam zum Aumeister, um das Turnier zu gewinnen. Stattdessen scheiterte er schon beim ersten Auftritt: Philipp Kohlschreiber.
dpa Er kam zum Aumeister, um das Turnier zu gewinnen. Stattdessen scheiterte er schon beim ersten Auftritt: Philipp Kohlschreiber.

MÜNCHEN - Nach den Pleiten der deutschen Star-Spieler am Iphitos macht sich Turnierdirektor Patrick Kühnen große Sorgen. In seiner Funktion als Bundestrainer bangt er um die deutschen Chancen beim World Team Cup.

Patrik Kühnen hatte gute Laune. „Endlich Tenniswetter", sagte der Ex-Profi und Turnierchef der BMW Open am Donnerstag. Dabei hätte der 43-Jährige, der auch Teamchef der deutschen Asse, also Tennis-Bundestrainer, ist, Grund zur Sorge. Übernächste Woche steigt in Düsseldorf der World Team Cup, die Mannschafts-WM. Und Kühnens Asse schwächeln, sie setzten ihre Testspiele in München allesamt in den Sand.

Philipp Kohlschreiber wurde seinen großen Worten („Ich bin hier, um das Turnier zu gewinnen") überhaupt nicht gerecht. Der 25-jährige Augsburger bekam in Runde zwei vom Kroaten Marin Cilic 0:6, 4:6-Prügel. „Ich schäme mich", sagte er danach kleinlaut. Und suchte Trost beim Teamchef. „Ich habe mit Philipp über seine Situation etwas geplaudert", erzählte Kühnen. Als Ex-Profi weiß Kühnen genau, wo es bei seinem Schützling krankt. „Er ist zu ungeduldig, er hat sein Umfeld total verändert, inklusive neuem Trainer. Und Hogstedt ist ein guter Mann. Nun will Kohli zu schnell die Ziele erreichen, besser werden, nach vorne in der Weltrangliste. Aber das funktioniert nicht immer, wie ich aus eigener Erfahrung weiß." Kühnens Rat: „Er darf sich jetzt nicht selbst zu sehr unter Druck setzen. Ruhe bewahren ist das Wichtigste - und weiter an den Zielen arbeiten." Kühnen glaubt: „Philipp hat genug Potenzial, dass der Knoten platzt."

Nicolas Kiefer verabschiedete sich ebenfalls schon nach dem zweiten Match. 4:6, 6:7 gegen den französischen Nachwuchsspieler Jeremy Chardy (22). Der 31-jährige Hannoveraner tat dann noch seine innige Abneigung zu Sandplätzen - dem Belag bei der Team-WM - kund: „Freunde werden wir nicht mehr." Auch Kühnen weiß natürlich: „Kiwi kann auch auf Sand gut spielen. Aber seine größten Erfolge hatte er auf Hardcourt. In München hatte er sicher nicht seinen besten Tag." Mischa Zverev (21), Erstrunden-Pleitier am Aumeister durch das 3:6, 4:6 gegen Landsmann Andreas Beck, macht Kühnen dennoch Hoffnung: „Er hat letzte Woche in Rom sehr gut gespielt, das Viertelfinale erreicht." Rainer Schüttler (33), ziemlich indisponiert, unterlag in Runde eins Qualifikant De Bakker. Und Tommy Haas (31), in München Zaun- und Party-Gast, flog zwar zum nächsten Turnier nach Madrid. Aber: „Für Düsseldorf hat er uns abgesagt", so Kühnen.

Schöne Aussichten also für den Teamchef. Angst vor der totalen WM-Pleite, Herr Kühnen? „Die Vorzeichen sind jetzt nicht sehr erfreulich aufgrund der Leistungen in dieser Woche“, meint der Teamchef, „in der Verfassung, in der sich die Spieler hier präsentiert haben, können wir sicher nicht um den Titel mitspielen. Kühnens Hoffnung: „Ich weiß aber, was die Jungs gerade in Teamwettbewerben leisten können. Aber da muss sich noch was tun in den nächsten Tagen."

Franz Meier

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