Kiefer begeistert Fans und verliert gegen Nadal

New York (dpa) - Die Tennis-Fans im riesigen Arthur-Ashe-Stadion standen Kopf und feierten Nicolas Kiefer wie einen Sieger. «Das war wirklich Gänsehautfeeling pur und macht Lust auf mehr», erzählte der Hannoveraner und sackte nach seinem Zweitrundenmatch bei den US Open erschöpft auf seinen Stuhl.
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Rafael Nadal (r) und Nicolas Kiefer reichen sich nach dem Match die Hand.
dpa Rafael Nadal (r) und Nicolas Kiefer reichen sich nach dem Match die Hand.

New York (dpa) - Die Tennis-Fans im riesigen Arthur-Ashe-Stadion standen Kopf und feierten Nicolas Kiefer wie einen Sieger. «Das war wirklich Gänsehautfeeling pur und macht Lust auf mehr», erzählte der Hannoveraner und sackte nach seinem Zweitrundenmatch bei den US Open erschöpft auf seinen Stuhl.

Drei Stunden hatte er dem Top-Favoriten Rafael Nadal auf dem Center Court einen großen Kampf geboten und schließlich doch mit 0:6, 6:3, 3:6, 4:6 verloren. Der neue Tag war in New York schon eine Viertelstunde alt, als der an Nummer drei gesetzte Spanier den Matchball verwandelte und damit den Schlusspunkt unter eine denkwürdige Partie setzte.

Kiefer, der streckenweise begeisterndes Tennis spielte, trug in seiner ersten «Nightsession» einen wesentlichen Teil dazu bei und durfte sich der Anerkennung des Gegners gewiss sein. «Nicolas ist ein großer Spieler und hat ein tolles Match geliefert», sagte der nach seiner Knieverletzung wieder zu alter Form findende Nadal und ergänzte voller Hochachtung: «Ich bin froh, dass ich das Match gewonnen habe.» Kiefer gab das Lob direkt an den Olympiasieger zurück: «In den entscheidenden Momenten hat Rafael gezeigt, warum er seit Jahren da oben in der Weltrangliste steht.»

Hätte man den Mallorquiner zweieinhalb Stunden früher gefragt, er hätte ein sehr viel negativeres Urteil abgegeben müssen. Schon auf dem Weg zum Platz machte Kiefer einen unglücklichen Eindruck - und dieser Zustand verstärkte sich von Schlag zu Schlag. Während dem 32-Jährigen zunächst rein gar nichts gelang, spulte Nadal sein Pensum routiniert und hochklassig ab. Die Zuschauer im weiten Rund der mit 24 166 ausverkauften Arena schienen ebenso paralysiert wie Kiefer, der aschfahl über den Hartplatz irrte. Die ersten Buhrufe überhörte er und schien sich seinem Schicksal willenlos ergeben zu wollen.

Doch mit Beginn des zweiten Satzes änderte sich das Bild. Nun legte Kiefer, der immerhin schon seine elften US Open spielte, die übergroße Nervosität ab und schaffte im fünften Vergleich mit dem Australian-Open-Sieger den ersten Satzgewinn. «Da ist eine große Last von mir abgefallen», meinte der Niedersachse. Von nun an war es ein heißer Kampf auf Biegen und Brechen. Und die Fans, die schon ans Heimgehen gedacht hatten, kamen voll auf ihre Kosten.

«Das war sicher eines meiner größten Matches», sagte Kiefer und konnte sich bei aller Erschöpfung noch gar nicht so recht darüber freuen. Aber den Spekulationen um einen Rücktritt widersprach er entschieden. «Ich habe Blut geleckt und Lust auf mehr.» Doch das Mehr wird schwer. Als Weltranglisten-129. wird er in den nächsten Wochen in die Qualifikation müssen, wenn von den Turnierchefs nicht eine Wildcard spendiert wird. «Nun muss meine Agentur mal zeigen, was sie für Kontakte hat», sagte Kiefer und betonte: «Wo ich spielen werde, weiß ich noch nicht. Aber ich will die Saison vernünftig beenden.»

Andreas Beck erlebte eine Zweitrundenpartie, die ebenfalls anders verlief als geplant. Der 23-jährige Stuttgarter wollte seinem Freund Gael Monfils ein Schnippchen schlagen und unterlag dem Franzosen mit 3:6, 5:7, 3:6. Nach einer Verletzungspause Mitte des zweiten Satzes und einer längeren Behandlung am Rücken endete das fünfte Grand-Slam-Turnier des nach guter Saison auf Platz 40 gekletterten Beck so wie die davor: ohne in die dritte Runde gekommen zu sein.

«Das Match war zu 70 Prozent eine Katastrophe. Ich wollte aggressiv spielen, habe aber viel zu viele Fehler gemacht. Und dann kommt so eine klare Niederlage dabei raus», meinte Beck nach der Pleite im ersten offiziellen Match gegen den Weltranglisten-13. Monfils und blieb selbstkritisch: «Der Rücken ist keine Entschuldigung - es war einfach eine schlechte Leistung von mir.»

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