K.C. Rivers: "Ich bin nur ein Spieler, kein Heilsbringer"

Mit Real Madrid gewann K.C. Rivers die Euroleague. Hier spricht er über das Duell der Bayern mit seinem Ex-Klub am Freitag und seine Zukunft.
| Florian Schmidt-Sommerfeld
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K.C. Rivers rette die Basketballer des FC Bayern in die Verlängerung.
Rauchensteiner, Augenklick K.C. Rivers rette die Basketballer des FC Bayern in die Verlängerung.

München - Der 28-jährige Amerikaner K.C. Rivers spielte bereits in Italien, Frankreich und Russland. 2015 gewann er mit Real Madrid die Euroleague und unterschrieb anschließend beim FC Bayern. Die Abendzeitung hat vor dem Knaller in der Euroleague gegen seinen Ex-Klub Real Madrid mit ihm gesprochen.

AZ: Herr Rivers, letzte Saison haben Sie mit Real Madrid das Triple gewonnen, jetzt geht es zum zweiten Mal gegen Ihren Ex-Klub. Ist das Spiel noch etwas Besonderes?

K.C. Rivers: Nur, als ich das erste Mal zurückgekehrt bin, war es etwas Besonderes. Jetzt ist es nur Spiel neun in der Euroleague. Die Real-Spieler sind meine Freunde, aber ich muss zu einem so wichtigen Zeitpunkt gegen sie spielen, und auf dem Feld gibt es keine Freundschaft. Das wissen sie, das weiß ich. Ich spiele jetzt für Bayern und ich will Bayern zum Sieg verhelfen. Gegen Real zu spielen, beschäftigt mich nicht.

Wollen Sie den Real-Verantwortlichen nicht zeigen: „Ihr habt mich gehen lassen, das war ein Fehler“?

Nein, solche Sachen passieren. Ich hege keinen Groll, das ist nicht meine Art. Ich spiele Basketball, immer hart bis zur letzten Sirene. Das werde ich machen, egal, ob es gegen mein altes Team geht oder nicht. Am Ende des Tages liebe ich die Leute dort – und ich bin mir sicher, sie fühlen mir gegenüber genauso. Sie wünschen mir alles Gute, aber sie werden voll gegen mich spielen, und ich wünsche ihnen alles Gute, aber ich spiele voll gegen sie.

 

Real steht mit dem Rücken zur Wand

 

Im Hinspiel hätte Bayern Real beinahe geschlagen.

Ihr Spiel ist hochlaufen und runterlaufen, wir sind dort hingefahren und haben dasselbe gemacht. Es ging hin und her. Jetzt werden sie versuchen, das Tempo zu wechseln, uns zu verlangsamen, uns die Abschlüsse wegzunehmen. Sie sind eine kluge Mannschaft. Im Kern sind es immer noch die gleichen Spieler wie letzes Jahr. Sie stehen mit dem Rücken zur Wand, sie werden heiß und bereit sein und versuchen, uns schon früh auszuknocken. Darauf müssen wir gefasst sein.

Wenn Ihnen vor einigen Wochen jemand gesagt hätte: „Am 9. Spieltag spielt Bayern gegen Real und wenn Ihr Team gewinnt, ist Real raus“ – was hätten Sie gesagt?

So ist Basketball, so ist die Euroleague. Kleine Teams schlagen große Teams, dann dominieren wieder große Teams kleinere Teams. Stand jetzt ist unsere Gruppe von oben bis unten sehr eng. Fenerbahce hat gut gespielt, aber kein Team hat sich wirklich abgesetzt.

Ist das schon ein Erfolg, dass Bayern mit all den Teams auf einem Level spielt?

Man spielt nicht Basketball, um auf dem gleichen Level zu sein. Man spielt Basketball, um die größeren Teams zu schlagen. Wenn man mithält, eine Chance auf den Sieg hat, ihn aber nicht holt, ist das kein Erfolg. Das ist dann ein Ziel, das man nicht erreicht hat.

Wer ist einfacher zu schlagen, Madrid hier zuhause oder Roter Stern auswärts in Belgrad?

Keiner von beiden. Alle Teams wissen, was auf dem Spiel steht, für einige ist es Do-or-Die. Ich erwarte Real hier mit einem sehr guten Gameplan, bereit zur Attacke und um einen Auswärtssieg zu klauen. Ich will nicht zu weit nach vorne schauen, aber bei Roter Stern zu spielen, ist schwer. Ihre Fans werden darauf brennen, genau wie beim Spiel hier.

Machen Sie sich schon Gedanken für den Fall, dass Sie das Top 16 nicht erreichen?

Über die nächsten Wochen kann man nicht nachdenken. Der Fokus ist Real. Danach Gießen, dann Roter Stern.

 

Vertrag von Rivers läuft im Dezember aus - und dann?

 

Und Sie persönlich? Ihr Vertrag läuft Ende Dezember aus.

Ich persönlich? Ich spiele einfach nur Basketball. (lacht) Das ganze politische Zeug ist nicht mein Job. Dafür habe ich nicht unterschrieben, ich habe unterschrieben, um der beste Basketballer zu sein, der ich sein kann, und in allen Belangen – des Lebens und basketballerisch – zu wachsen. Alles Weitere kümmert mich nicht.

Alles ist möglich?

Alles ist möglich. Ich schließe nichts aus, das ist nicht mein Job. Ich nehme die Dinge, wie sie kommen.

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Sie gehören seit September zur Mannschaft. Ihr Teamkollege Anton Gavel sagt, die Spieler gehen wegen Ihrer Erfahrung auf Sie zu, Sie haben die Euroleague schon gewonnen. Wie würden Sie ihre bisherige Zeit zusammenfassen?

Es ist wirklich eine super Gruppe, ich habe über keinen etwas Negatives zu sagen. Seit ich hier bin, war es eine tolle Zeit. Es ist ein bisschen anders als noch letztes Jahr bei Real. Da waren wir das ganze Jahr zusammen, haben alles gewonnen, hatten einen starken Zusammenhalt – aber der Zusammenhalt hier ist auch gut. Manchmal fragen die Jungs ein paar Sachen, dann erkläre ich ein bisschen was – das war es eigentlich schon. Mein größter Fokus ist, der Mannschaft beim Siegen zu helfen. Ich bin auch nur ein Spieler, ich bin kein Heilsbringer.

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