Happy End für Martin – Evans vor Toursieg

 Cadel Evans wird die 98. Tour de France gewinnen und Tony Martin hat seinen ersten Etappensieg beim wichtigsten Radrennen der Welt in der Tasche.
| dapd
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Der Routinier aus Australien
stürmte im entscheidenden Einzelzeitfahren am Samstag in Grenoble in
der Gesamtwertung an den Brüdern Andy und Frank Schleck vorbei und
wird sich damit am Sonntag in Paris als erster Australier in der
Tour-Historie feiern lassen.
AP Der Routinier aus Australien stürmte im entscheidenden Einzelzeitfahren am Samstag in Grenoble in der Gesamtwertung an den Brüdern Andy und Frank Schleck vorbei und wird sich damit am Sonntag in Paris als erster Australier in der Tour-Historie feiern lassen.

 

Tony Martin erlebte sein persönliches Happy End, Cadel Evans steht als designierter Toursieger fest: Der 26-jährige Martin gewann das Einzelzeitfahren der 98. Tour de France in Grenoble mit sechs Sekunden Vorsprung auf den Australier Cadel Evans und feierte damit nach enttäuschenden drei Wochen doch noch den ersten Etappensieg seiner Karriere.

Grenoble -  Unterdessen steht Evans nach einer furiosen Aufholjagd unmittelbar vor seinem ersten Toursieg. Der als Dritter ins Zeitfahren gegangene BMC-Profi war gleich 2:31 Minuten besser als der bisherige Führende Andy Schleck und holte sich damit am vorletzten Tag das Gelbe Trikot.

Evans geht am Sonntag mit einem Vorsprung von 1:34 Minuten zum zweitplatzierten Luxemburger auf die abschließende Triumphfahrt nach Paris. Gesamtdritter ist 2:20 Minuten zurück Andy Schlecks Bruder Frank. Vorjahressieger Alberto Contador (3:57) liegt abgeschlagen auf dem fünften Platz.

Evans: „Ist einfach unglaublich“

„Ich bin sehr stolz. Es ist einfach unglaublich. Ich hoffe, es regnet in Paris nicht. Nicht, dass es ein Drama auf dem Kopfsteinpflaster der Champs Elysees gibt. Ich wollte einfach nur die beste Tourleistung abliefern, die ich bringen konnte. Ich wusste, dass ich in der Lage bin, die Rundfahrt zu gewinnen.

Ich hoffe, die Leute in Australien haben das genossen“, sagte Evans. Evans wäre damit der erste Australier auf dem Tour-Thron. Zugleich ist der Straßenrad-Weltmeister von 2009 im hohen Radsport-Alter von 34 Jahren – nur der Belgier Firmin Lambot (1922) und der Franzose Henri Pelissier (1923) waren bei ihren Erfolgen älter – am Ziel seiner Träume angelangt.

Bereits in den Jahren 2007 und 2008 hatte Evans als Zweiter den Toursieg knapp verpasst. Zwtl.: Martin: „Erfüllung eines langen Traumes“ Eine vordere Platzierung in der Gesamtwertung als großes Ziel hat Martin dagegen verpasst, dafür sorgte er mit seinem ersten Tagessieg für einen versöhnlichen Abschluss.

„Das ist die Erfüllung eines langen Traumes. Die Tour ist nicht so gelaufen, wie ich mir das erhofft habe. Dieser Tag rettet meine Tour. Es ist enorm, was für ein Druck von mir abfällt“, sagte Martin nach seiner bravourösen Vorstellung. In dem Wissen, dass kein Fahrer mehr seine Zeit schlagen konnte, fuhr der Cottbuser zu früher Stunde mit geballter Faust über den Zielstrich.

Anschließend warf der 26-Jährige sein Rad beiseite und legte sich mit ausgebreiteten Armen auf die Straße. Nach drei zweiten Plätzen in den vergangenen beiden Jahren hatte er seinen ersten Tour-Etappensieg in der Tasche.

Cancellara spielte keine Rolle

Sein großer Zeitfahr-Rivale Fabian Cancellara spielte dagegen keine Rolle. Als einer der ersten Fahrer blieb der viermalige Weltmeister 1:42 Minuten unter der Zeit von Martin. Doch bei der Zeit von Evans wurde es noch einmal knifflig für Martin. „Ich bin bleich geworden und der Puls ging immer schneller“, gestand der Zeitfahr-Spezialist ein.

Hinter Evans wurde Contador 1:06 Minuten zurück Tagesdritter. Martin ist damit der 23. Deutsche in der Geschichte der Frankreich-Rundfahrt, dem ein Tagessieg gelang. Zuvor hatte im Laufe der 98. Tour bereits Sprinter Andre Greipel die zehnte Etappe in Carmaux gewonnen. Die Entscheidung um den Gesamtsieg wurde zu einer klaren Angelegenheit.

Bereits nach 20 Kilometern hatte Evans den Rückstand zu Andy Schleck aufgeholt. Nach der zweiten Zwischenzeit ging es dann für den Australier nur noch darum, heil und ohne Defekt ins Ziel zu kommen.

Am Sonntag endet die Tour auf den Champs Elysees in Paris. Auf der 21. und letzten Etappe müssen die Fahrer von Creteil bis zum Ziel auf dem Prachtboulevard 160 km zurücklegen. Traditionell gibt es im Gesamtklassement keine Veränderungen mehr, stattdessen kämpfen die Sprinter um den Prestigesieg in Paris.

 

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