Handball-WM auf dkb.de schauen - Fragen rund um die Übertragung im Internet

Erstmals kein Handball im Free-TV! So können sie die WM dennoch schauen.
| dpa/SID/AZ
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Die am Mittwoch beginnende Handball-WM ist ein Novum: Erstmals soll eine sportliche Großveranstaltung in Deutschland nur von einem Sponsor im Internet gezeigt werden. Das wirft einige Fragen auf.

Hannover  - Das Übertragungschaos nimmt wenige Tage vor der Handball-WM in Frankreich kein Ende.  Erstmals soll eine sportliche Großveranstaltung in Deutschland nur von einem Sponsor im Internet gezeigt werden. Und selbst die Übertragung durch die DKB-Bank ist noch nicht vollständig gesichert. "Wir prüfen derzeit, ob eine Sendelizenz notwendig ist", sagte Stefanie Reger, Pressesprecherin der Medienanstalten, dem SID und bestätigte damit einen Bericht der Berliner Zeitung: "Wenn es sich um Rundfunk handelt, braucht man per Gesetz eine Lizenz."

Alle aktuellen Fragen rund um die Übertragung der Handball-WM in Frankreich.

Warum wird die Handball-WM in Deutschland nur im Internet gezeigt?

Der Handball-Weltverband IHF hat die Fernsehrechte an BeIN Sport verkauft, und das katarische Unternehmen lehnt eine Übertragung im deutschen Free-TV ab. BeIN Sport will nicht, dass deutsche Übertragungen via Satellit auch in anderen Ländern zu empfangen sind. Angebote von Pay-TV-Anbietern wie Sky lehnte der zu Al Jazeera gehörende Rechtehändler ohne Begründung ab.

Wieso zeigt die Deutsche Kreditbank die WM?

Die Deutsche Kreditbank (DKB) ist kurzfristig eingesprungen, um ihr Sponsoring zu retten. Gibt es keine bewegten Bilder in Deutschland, wäre der Werbewert des DKB-Sponsorings nur minimal. Durch den Kauf der Rechte ist der Bank sogar ein PR-Coup gelungen. Von DHB-Vize Bob Hanning durfte sie sich als "Retter des Handball" feiern lassen.

Darf die Bank das?

Noch prüfen die Medienanstalten, ob die Übertragung durch die DKB rechtlich zulässig ist. Dabei sei zu klären, ob es sich bei dem Livestream-Angebot der Bank um Rundfunk handele, sagte Anneke Plaß, die Sprecherin der Medienanstalt Berlin-Brandenburg. Dann wäre eine Lizenz nötig. Bis wann die Klärung abgeschlossen ist, blieb am Dienstag offen.

Wie sieht man die Spiele live?

Zu sehen sind alle WM-Partien - wenn es keine rechtlichen Einwände gibt - kostenfrei auf der Seite handball.dkb.de oder durch Aufruf des Bank-Kanals über die YouTube-App. Das funktioniert nach DKB-Angaben auf jedem internetfähigen Endgerät, also auf Computer, Laptops, Tablets, Smartphones oder auch per Smart-TV. Haushalte ohne Internetempfang, etwa ältere Menschen, sind von der WM ausgeschlossen.

Gibt es technische Probleme?

In den allermeisten Haushalten dürfte es bei der Übertragung keine Schwierigkeiten geben, sagte Fiete Wulff, Sprecher der Bundesnetzagentur: "Das Breitband ist in Deutschland ziemlich gut ausgebaut." Wie leistungsfähig die Verbindung für das Streaming sein muss, um ohne Ruckeln beim Empfänger anzukommen, dafür gebe es keine feste Größe, sagte Wulff. Drei bis vier Megabit pro Sekunde müssten in der Regel bereits ausreichen. Die Spiele werden in HD-Auflösung ausgestrahlt, bei langsameren Internetverbindungen wird die Qualität nach unten angepasst.

Sind die Spiele auch im Ausland zu sehen?

Wer gerade Urlaub im Ausland macht, kann die Übertragung der Bank nicht empfangen. Durch so genanntes Geoblocking ist der Aufruf des Streams nur von Deutschland aus möglich. Das hat der Rechtehändler BeIN Sports verlangt.

Wie sieht es mit der Berichterstattung rund um die Spiele aus?

Positiv ausgedrückt: Die Handball-WM ist Sport pur. Die Übertragungen beginnen erst mit dem Einlauf der Mannschaften und enden kurz nach dem Spiel. Interviews mit dem Bundestrainer oder Spielern sind nicht geplant. "Ein Studio oder Team vor Ort wird es nicht geben", teilte die Bank mit.

Wer kommentiert?

Deutsche Kommentatoren sind Markus Götz und Uwe Semrau, die sonst auch für Sport1 arbeiten. Sie kommentieren aber nur die Spiele der Bad Boys sowie maximal vier weiteren Partien (Eröffnungsspiel, Halbfinales, Endspiel). Bei den übrigen Begegnungen hören die Zuschauer den englischen Kommentar des so genannten Weltsignals.

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