Hamilton siegt - Heidfeld und Rosberg auf Podest

Melbourne (dpa) - Nach dem souveränen Triumph im Glutofen von Melbourne genoss Lewis Hamilton das Bad in der McLaren-Mercedes-Menge und die deutschen Nick Heidfeld und Nico Rosberg die Champagner-Dusche.
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Lewis Hamilton (l) und Nico Rosberg freuen sich auf dem Podium.
dpa Lewis Hamilton (l) und Nico Rosberg freuen sich auf dem Podium.

Melbourne (dpa) - Nach dem souveränen Triumph im Glutofen von Melbourne genoss Lewis Hamilton das Bad in der McLaren-Mercedes-Menge und die deutschen Nick Heidfeld und Nico Rosberg die Champagner-Dusche.

Nur Favorit Ferrari und «Iceman» Kimi Räikkönen verhagelte es nach dem Ausfall-Festival in «Down under» die Feierlaune. Der Weltmeister aus Finnland hatte den Großen Preis von Australien schon beendet, als Räikkönens schärfster Widersacher die Ziellinie mit hochgereckter Gewinner-Faust überquerte. «Ich fühle mich fantastisch. Es war ein perfekter Start in die Saison», sagte der überglückliche Hamilton. «Ich denke, dass sich dieser Sieg vielleicht besser anfühlt als die anderen, weil ich fühle, dass ich mich in vielen Bereichen verbessert habe. Aber ich würde nicht sagen, dass es ein perfekter Sieg war.»

Rekord-Weltmeister und Ferrari-Berater Michael Schumacher nannte das Fiasko seines Rennstalls einen «Rückschlag». Aber das Team sei «ja bekannt dafür, dass es daraus Stärke und Zusammenhalt holt. Nächste Woche kann das alles schon wieder ganz anders aussehen. Es war ein turbulentes Rennen, für das ich gerne aufgestanden bin. Die deutschen Fahrer, vor allem Nick und Nico, haben uns ja alle glänzend unterhalten.»

Hamiltons fünfter Karriereerfolg geriet trotz des chaotischen Rennverlaufs mit drei Safety-Car-Phasen und 15 Ausfällen zu keinem Zeitpunkt in Gefahr. Heidfeld kam mit seinem wie geschmiert laufenden BMW-Sauber nicht an Hamilton ran, durfte sich aber dennoch mächtig freuen: Der 30-Jährige belegte erst zum zweiten Mal in seiner Karriere den zweiten Rang. Erstmals aufs Podest schaffte es Landsmann Nico Rosberg im Williams-Toyota als Dritter vor dem zweimaligen Champion Fernando Alonso aus Spanien im Renault und dem zweiten Silberpfeil-Piloten Heikki Kovalainen.

Weniger gut lief es für die drei restlichen deutschen Fahrer: Timo Glock verunglückte mit seinem Toyota bei einem spektakulären Abflug. Der Wersauer blieb zwei Tage vor seinem 26. Geburtstag aber bis auf Schmerzen in der rechten Hand unverletzt. Sebastian Vettel aus Heppenheim musste nach Startproblemen und einer Kollision zu Beginn des Rennens seinen Toro Rosso in der Box abstellen, Adrian Sutil aus Gräfelfing rollte mit Hydraulikproblemen an seinem Force India nach neun Runden aus.

Erst durch die nachträgliche Disqualifikation des sechsplatzierten Honda-Piloten Rubens Barrichello bekam Räikkönen als Achter dann noch ein Pünktchen als Trostpreis. «Zu diesem desaströsen Start in die Saison gibt es nicht viel zu sagen», konstatierte Ferrari-Technikchef Luca Baldisseri. «Wir sollten jetzt nicht zu emotional reagieren», mahnte Teamchef Stefano Domenicali, nachdem Räikkönen bereits nur von Platz 15 in den Grand Prix gegangen war. Im Rennen arbeitete er sich durch die Tankstrategie der Italiener bis aus Rang drei vor, kam aber bei riskanten Überholmanövern gegen Glock in der 29. und Kovalainen in der 44. Runde jeweils vom Kurs ab. In der 55. Runde schied Räikkönen dann endgültig aus, für Teamkollege Massa war schon in der 31. Runde Schluss gewesen. Beide hatten Probleme mit dem Motor. Die Maschinen wurden umgehend nach Maranello zur Analyse geschickt.

Die Silbernen können dagegen auf die Glanzleistung in Melbourne für das nächste Aufeinandertreffen in der «Sauna» von Sepang am kommenden Wochenende aufbauen. «Es war eine großartige Vorbereitung für das nächste Rennen in Malaysia. Ich freue mich drauf», sagte Hamilton, der mit seinem Kumpel und Ex-Kartkollegen Rosberg Freudentänze vor der Siegerehrung aufführte.

Der Pole-Mann aus England diktierte nach Belieben das Rennen. Er siegte nach 58 Runden auf dem 5,303 Kilometer langen Kurs und 307,574 Kilometern in 1:34:50:616 Stunden und hatte 5,478 Sekunden Vorsprung auf Heidfeld. «Wir sind begeistert, dass wir vorne sind. Schade, dass es nicht auch mit Platz zwei geklappt hat», sagte McLaren-Mercedes-Teamchef Ron Dennis. «All unsere harte Arbeit hätte nicht besser belohnt werden können», sagte Haug, der auch seinem deutschen Konkurrenten gratulierte: «Kompliment an BMW. Deren Pace war besser als die von Ferrari. Ferrari hätte hier keine Chance gehabt.»

Während die Roten einen schwarzen Tag erlebten, war der Jubel bei Blau-Weiß riesengroß. «Das ist ein fantastischer Start in die Saison, wenn man bedenkt, was wir für Probleme hatten in der Wintersaison», sagte der Mönchengladbacher Heidfeld erleichtert. «Das war ein echtes Strategiespiel», meinte BMW-Motorsportchef Mario Theissen, nachdem das Team nach dem Testzeit-Bluff die Karten erstmals auf den Tisch legte. Leicht getrübt wurde die Bilanz durch das vorzeitige Rennende Robert Kubicas. Der von Platz zwei aus gestartete Pole schied aus, weil ihm Williams-Toyota-Mann Kazuki Nakajima ins Heck des F1.08. fuhr. Zur Strafe muss der Japaner in Malaysia zehn Plätze weiter hinten starten.

Für seinen Teamkollegen Rosberg lief dagegen alles rund. Zum ersten Mal schaffte es der 22-Jährige in seiner mittlerweile dritten Saison aufs Podest. «Das ist der Wahnsinn hier oben zu stehen auf dem Podium, ich freue mich tierisch», sagte der Blondschopf und grüßte seinen Vater. «Ich bin happy für ihn», grüßte «Premiere»-Experte Keke Rosberg, der mit Williams 1982 Weltmeister geworden war, seinen erfolgreichen Filius via TV zurück.

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