Halle: Sechs deutsche Tennisprofis im Achtelfinale

Halle/Westfalen (dpa) - «Rasenkönig» Roger Federer glanzlos, aber souverän, Publikumsliebling Nicolas Kiefer nach langer Leidenszeit im Aufwind: Als ältester Teilnehmer erreichte der Tennisprofi aus Hannover am «Tag der Deutschen» im westfälischen Halle die Runde der besten 16.
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Nicolas Kiefer freut sich im westfälischen Halle über seinen Sieg gegen den Russen Michail Juschni.
dpa Nicolas Kiefer freut sich im westfälischen Halle über seinen Sieg gegen den Russen Michail Juschni.

Halle/Westfalen (dpa) - «Rasenkönig» Roger Federer glanzlos, aber souverän, Publikumsliebling Nicolas Kiefer nach langer Leidenszeit im Aufwind: Als ältester Teilnehmer erreichte der Tennisprofi aus Hannover am «Tag der Deutschen» im westfälischen Halle die Runde der besten 16.

Kiefer setzte sich nach großem Kampf mit 4:6, 6:1, 7:5 gegen den an drei gesetzten Russen Michail Juschni durch. Der topgesetzte Schweizer Federer, hinter Rafael Nadal (Spanien) die Nummer zwei der Tenniswelt, zwang den finnischen Weltranglisten-65. Jarkko Nieminen nach 63 Minuten mit 6:4, 6:4 in die Knie. Federers Bilanz auf dem Grün von Halle steht jetzt bei 33:3 Siegen.

Kiefer muss nun bei den mit 750 000 Euro dotierten «Gerry Weber Open» gegen den Stuttgarter Andreas Beck antreten. Der Linkshänder bezwang den Ukrainer Sergej Stachowski 6:1, 7:5. Der Augsburger Philipp Kohlschreiber, Halle-Finalist von 2008, gewann sein dramatisches Auftaktmatch gegen den belgischen «Lucky Loser» Ruben Bemelmans nach einem Tiebreak-Krimi mit 7:6 (7:2), 6:7 (10:12), 6:4 und kam als sechster Deutscher weiter.

Im zweiten Satz vergab der Weltranglisten-35. gegen die Nummer 199 fünf Matchbälle und konnte erst nach 2:28 Stunden durchatmen: «Das ist lehrreich für die großen Turniere wie Wimbledon.» Der Hamburger Mischa Zverev hatte beim 6:4, 6:4 gegen den Franzosen Florent Serra deutlich weniger Mühe. Simon Greul (Kornwestheim) schied gegen den Weltranglisten-Fünften Nikolaj Dawidenko (Russland) mit 6:7 (1:7), 0:6 aus.

Kiefer, der für Wimbledon eine Wildcard bekam, ist wieder da. Nach einer Leistenoperation 2009 und einer mehr als halbjährigen Verletzungspause stieß er nach 2:07 Stunden ein lautes «Ja» aus: «So ein Sieg macht mich stolz. Aber man sollte ihn nicht überbewerten.» Doch für ihn, als einstiger Weltrangliste-Vierter nur noch an Position 181 geführt, war der Erfolg gegen den 167 Plätze höher eingestuften Russen eine Genugtuung: Seine bisherigen drei Comeback-Versuche 2010 waren allesamt mit Auftakt-Niederlagen zu Ende gegangen. Doch «in Halle spiele ich immer mein bestes Tennis», kommentierte der Davis-Cup-Spieler seinen Erfolg.

Gegen Juschni hatte Kiefer, Halle-Gewinner von 1999, nur zu Beginn Probleme. Doch nach dem 6:1 im zweiten Durchgang witterte er seine Chance, fand sich immer besser zurecht, nahm seinem Widerpart im dritten Satz den Aufschlag zum 6:5 ab und ließ sich den zweiten Matchball nicht mehr nehmen.

«Die Wildcard für Wimbledon hat mich sehr motiviert - das ist eine Fortsetzung der guten Nachrichten der vergangenen Wochen», meinte Kiefer, der im Spätsommer Vater wird. Den World Team Cup und die French Open musste er auslassen, nutzte die Zeit aber für das Training: «Ich war schnell auf den Beinen. Das habe ich mir wieder angeeignet.»

Beck zog wie die Auftaktgewinner Dominik Meffert (Köln) und Philipp Petzschner (Bayreuth) in die Runde der besten 16 ein. Im zweiten Satz lag der Viertelfinalist der beiden vergangenen Jahre schon 2:5 zurück, verwandelte dann aber nach 1:25 Stunden seinen ersten Matchball. Nachsitzen muss Benjamin Becker (Mettlach), dessen Spiel gegen den Russen Michail Ledowskich auf dem nicht überdachten Court 1 bei 1:2 im ersten Satz wegen Regens unterbrochen wurde.

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