Gegen alle Ratschläge: Zverev im Davis Cup dabei

Sein Umfeld hätte es besser gefunden, wenn der frisch gekürte US-Open-Champion nach den Strapazen von New York ein paar Tage Pause gemacht hätte. Doch der Davis Cup ist Zverev wichtig.
von  Lars Reinefeld, dpa
Nur eine Woche nach seinem US-Open-Sieg spielt Alexander Zverev schon wieder Davis Cup. (Archivbild)
Nur eine Woche nach seinem US-Open-Sieg spielt Alexander Zverev schon wieder Davis Cup. (Archivbild) © Dan Herrick/ZUMA Press Wire/dpa

Die ersten Blumen gab es für den frisch gekürten US-Open-Champion Alexander Zverev direkt nach seiner Ankunft im Court Hotel. DTB-Präsident Dietloff von Arnim begrüßte den nun zweifachen Grand-Slam-Sieger im westfälischen Halle. Vor der Davis-Cup-Partie gegen Kroatien steht am Samstag auf dem Centre Court eine weitere Ehrung durch den neuen Sportminister Ronald Rauhe auf dem Programm, danach soll wieder das Sportliche in den Mittelpunkt rücken.

Denn auch wenn sich Zverev mit den Triumphen bei den French Open in Paris und den US Open New York den großen Wunsch von einem Grand-Slam-Titel nun gleich doppelt erfüllt hat, verfolgt der 29-Jährige weitere Ziele. Da wäre Platz eins in der Weltrangliste, dem er bislang erfolglos hinterherjagt. Und der Gewinn des Davis Cups. "Irgendwann will ich dieses Ding mal gewinnen", hatte Zverev gesagt, nachdem Deutschland im vergangenen Jahr bei den Davis Cup Finals in Bologna wieder einmal im Halbfinale gescheitert war.

Trotz aller Strapazen in New York nimmt Zverev nun den nächsten Anlauf. Ein Sieg am Samstag (14.00 Uhr) und Sonntag (12.00 Uhr) gegen Kroatien - und Deutschland ist im November bei der Endrunde in Bologna wieder dabei.

Zverev entscheidet sich gegen Pause

Obwohl eine Woche später bereits der prestigeträchtige Laver Cup in London auf dem Programm steht, ist der Weltranglisten-Zweite in Halle dabei. Und das entgegen der Ratschläge seines Teams. "Ich möchte sehr, sehr gerne Davis Cup spielen. Alle in meinem Umfeld versuchen, mich davon abzuhalten", hatte Zverev in New York mit einem Schmunzeln gesagt.

Deutschlands Teamchef Michael Kohlmann hat vor dem Engagement seines Spitzenspielers größten Respekt. "Es wäre ja jetzt relativ einfach gewesen für ihn zu sagen: Ich bin platt oder es zwickt etwas. Aber es zeigt, dass er Bock hat", sagte Kohlmann. "Wir freuen uns natürlich alle, dass er hier ist."

Deutschland klarer Favorit

Durch das Mitwirken von Zverev ist das deutsche Team endgültig Favorit, zumal die Kroaten auf ihren Spitzenspieler Marin Cilic verzichten müssen. Der 37-Jährige, der 2014 die US Open gewann, muss wegen einer Verletzung passen. Bestplatzierter Kroate ist nun Dino Prizmic, der im Ranking Platz 103 belegt. "Wir müssen da sein und unsere Hausaufgaben machen, dann sehe ich gute Chancen für uns", sagte Kohlmann.

Ein Davis-Cup-Triumph würde das Super-Jahr von Alexander Zverev krönen. (Archivbild)
Ein Davis-Cup-Triumph würde das Super-Jahr von Alexander Zverev krönen. (Archivbild) © Frank Franklin II/AP/dpa

Neben Zverev sind Yannick Hanfmann, Daniel Altmaier und die beiden Doppel-Spezialisten Kevin Krawietz und Tim Pütz dabei, die zuletzt in New York im Finale standen. Altmaier erreichte beim Rasen-Klassiker in Halle das Halbfinale und hat so beste Erinnerungen an den Spielort.

Altmaier erhält Vorzug vor Struff

Zwar wird dieses Mal nicht auf Rasen, sondern auf einen mittel schnellen Hartplatz gespielt. Dennoch freut sich Altmaier riesig auf das Wochenende. "Der Davis Cup bedeutet mir unheimlich viel", sagte Altmaier, der den Vorzug vor Lokalmatador Jan-Lennard Struff erhalten hat.

Alle Augen werden aber auf Zverev gerichtet sein. Bekommt Deutschlands Superstar seine Müdigkeit in den Griff, dürften die Duelle mit Prizmic und Matej Dodig für ihn nur Formsache sein. Blumen wird es für solche Siege nicht noch einmal geben. Dafür aber die Chance, sich im November in Italien den nächsten Karrierewunsch zu erfüllen.

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