Zieht ein Hoeneß dem Veh die Hosen runter?

Der Bruder des Bayern-Präsidenten und Ex-Manager von Hertha BSC soll in Wolfsburg der neue stake Mann werden. Jetzt sickerte durch: Dieter Hoeneß soll offenbar im Aufsichtsrat installiert werden.
| Abendzeitung
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Empfehlungen
13 Jahre war er Manager in Berlin, nun soll er es in Wolfsburg richten: Dieter Hoeneß.
dpa 13 Jahre war er Manager in Berlin, nun soll er es in Wolfsburg richten: Dieter Hoeneß.

Der Bruder des Bayern-Präsidenten und Ex-Manager von Hertha BSC soll in Wolfsburg der neue stake Mann werden. Jetzt sickerte durch: Dieter Hoeneß soll offenbar im Aufsichtsrat installiert werden.

WOLFSBURG Ein neuer Masterplan soll jetzt den kriselnden Meister Wolfsburg retten. Der Klub wird seine Machtstrukturen neu ordnen. Und eine Schlüsselrolle spielt dabei Dieter Hoeneß (56), der im vergangenen Sommer nach 13 Jahren als Manager im Unfrieden von Hertha BSC Berlin geschieden war. Der Bruder des Bayern-Präsidenten soll, so sickerte im Umfeld der VfL Wolfsburg Fußball GmbH durch, direkt unter dem mächtigen, vom Geldgeber Volkswagen dominierten Aufsichtsrat installiert werden. Der Aufsichtsrat, dem Francisco Javier Garcia Sanz (Vorstandsmitglied Volkswagen AG) und Stephan Grühsem (VW-Konzernkommunikation) vorstehen, könnte sich auf seine Kontrollfunktion zurückziehen, während Hoeneß schnellstmöglich zu einem starken Mann in der Autostadt aufsteigen würde. Der gebürtige Schwabe wäre in der Fußball GmbH höher eingestuft als die drei Geschäftsführer Jürgen Marbach (Marketing, Organisation), Wolfgang Hotze (Finanzen, Controlling) und Armin Veh (Lizenzspielerabteilung).

Für letzteren, der bei Amtsantritt ähnlich wie Vorgänger Felix Magath den Dreifach-Job als Trainer, Manager und Geschäftsführer erhielt, wäre das eine klare Beschneidung der Kompetenzen. Noch in der Pressekonferenz vor dem 2:2 bei Eintracht Frankfurt hatte Veh die Inthronisierung eines sportlichen Leiters mit den Worten kritisiert: „Dann hätte ich ja total die Hosen unten, das geht doch nicht.“

Es geht wohl doch. Hoeneß selbst deutete bereits eine Rückkehr ins Bundesliga-Geschäft an: „Ich führe Gespräche und habe verschiedene Optionen.“ Keine aber bietet ihm so viele Möglichkeiten wie in Wolfsburg. „Volle Attacke“ lautet das von den VW-Bossen für die Rückrunde ausgegebene Motto.

Hoeneß selbst war in Berlin ja lange gewohnt, ans oder übers Limit gehen zu können – einerseits ist der Aufstieg der Hertha bis zum Erreichen der Champions League sein Verdienst, andererseits fällt die lähmende Verschuldung auf seine Risikopolitik zurück. In der Branche wird Hoeneß’ Wirken auf dem wirtschaftlichen Sektor durchaus kritisch gesehen – doch Barmittel sind beim VfL Wolfsburg nicht das Problem, nachdem Winterkorn noch auf der Meisterfeier im Mai den Fans von der Bühne zurief: „Hier geht’s voll weiter.“

Den expansiven Kurs soll der Macher und Machtmensch Hoeneß fortsetzen. Noch in dieser Woche wird mit seiner Vorstellung beim Werksklub gerechnet. Veh will – insofern er nicht noch zurücktritt – bereits am 29. Dezember wieder die Profis zum ersten Training antanzen lassen. Nebenbei wollte Veh eigentlich einen Innenverteidiger von internationaler Klasse, der Brasilianer Miranda aus Sao Paulo soll ein Kandidat sein, verpflichten und dafür bis zu zehn Millionen locker machen. Ob Hoeneß da mitmacht? Es wird spannend in Wolfsburg. Und richtig besinnlich ist es vor Weihnachten so gar nicht. Frank Hellmann

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – mitdiskutieren Empfehlungen
0 Kommentare
Artikel kommentieren