Wolfsburg wildert in der Bundesliga

Der VW-Klub kauft Nürnberg-Trainer Hecking – und bedient sich nach dem Transfer von Allofs zum zweiten Mal in kurzer Zeit bei der Konkurrenz. Dabei wollte der VfL doch sympathisch werden.
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Der VW-Klub kauft Nürnberg-Trainer Hecking – und bedient sich nach dem Transfer von Allofs zum zweiten Mal in kurzer Zeit bei der Konkurrenz. Dabei wollte der VfL doch sympathisch werden

WOLFSBURG/BERLIN Der vorweihnachtliche Coup war dem VfL Wolfsburg gerade einmal vier Zeilen Wert. 43 Worte reichten, um zwei Tage vor dem Fest ein mittleres Erdbeben in der Bundesliga auszulösen. Denn mit der Verpflichtung von Nürnbergs Trainer Dieter Hecking anstatt des eigentlichen Favoriten Bernd Schuster bediente sich der VfL innerhalb von wenigen Wochen zum zweiten Mal bei einem direkten Konkurrenten.

„Wir werden jetzt keine moralische Keule schwingen. Man lernt im Fußball nie aus, und das war mal ein neuer Aspekt”, sagte Nürnbergs Sportdirektor Martin Bader: „Ich bin nur enttäuscht, dass wir ihn nicht halten konnten.”

Wolfsburg solle ein sympathischer Verein werden, hatte der VfL-Aufsichtsratschef Francisco Garcia Sanz bei der Vorstellung von Manager Klaus Allofs gesagt. Dessen Wechsel von Werder Bremen hatte ebenfalls schon für Missmut gesorgt, das erneute Wildern in der Liga dürfte die Sympathiewerte nicht steigern.

750.000 Euro soll Mutterkonzern Volkswagen (gemeinsam mit Audi bei vielen Klubs als sponsor tätig) für Hecking bezahlt haben. Er unterschreibt bis 2016. Der 48-Jährige hatte bei den Franken eine Ausstiegsklausel. „Es fällt mir schwer, Nürnberg zu verlassen. Aber ich habe mir auch gesagt: Dieter, jetzt musst du auch an dich denken! Natürlich will ich mich auch in meiner Trainerkarriere weiterentwickeln”, sagte Hecking der „Bild am Sonntag” und gab zu, dass sowohl familiäre als auch wirtschaftliche Gründe für den Wechsel sprächen. Heckings Familie wohnt eine Autostunde von Wolfsburg entfernt. Zudem soll sich sein bisheriges Salär nun verdoppeln.

Auch wenn die Entscheidung gegen Schuster und für Hecking bei den Wolfsburgern überraschte, so ist sie doch nachvollziehbar. Die „große Lösung” mit Bernd Schuster wäre ein Rückfall in alte Zeiten gewesen, als Namen wie Stefan Effenberg Glanz zum VfL bringen sollten. Erfolglos.

Bei Nürnberg bringt sich nun Ex-Bayer und Ex-Löwe Michael Wiesinger als Nachfolger von Hecking ins Gespräch. „Ich würde mir die Rolle als Nachfolger von Hecking zutrauen”, zitierte der TV-Sender Sky Sport News den 39-Jährigen, der derzeit die zweite Mannschaft des FCN betreut. Sport-Vorstand Bader betonte bei Sport 1: „Ich muss mir jetzt Gedanken machen, werde nichts ausschließen mit Wiesinger, aber ich werde keinen Favoriten nennen.”

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