Wolfsburg feuert Veh

Er tanzt nicht mehr mit den Wölfen. Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg hat sich von Trainer Armin Veh getrennt. Veh hatte den Meister erst zu Saisonbeginn von Felix Magath übernommen.
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Armin Veh (l) muss seinen Platz beim VfL Wolfsburg räumen.
dpa Armin Veh (l) muss seinen Platz beim VfL Wolfsburg räumen.

WOLFSBURG - Er tanzt nicht mehr mit den Wölfen. Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg hat sich von Trainer Armin Veh getrennt. Veh hatte den Meister erst zu Saisonbeginn von Felix Magath übernommen.

Beurlaubung mit Ansage: Die Ära Armin Veh beim deutschen Fußball-Meister VfL Wolfsburg ist beendet. Bereits nach zehn Tagen im Amt muss der neue VfL-Manager Dieter Hoeneß einen neuen Trainer suchen. Der bisherige Coach wurde am Montag vom Bundesligisten freigestellt. Der bisherige Amateurtrainer Lorenz-Günther Köstner soll als Interimscoach den VfL beim nächsten Bundesligaspiel am Freitag beim Hamburger SV betreuen. Es ist der siebte Trainerwechsel der laufenden Saison in der Fußball-Bundesliga.

„Zuletzt neun Pflichtspiele ohne Sieg und die hohe Anzahl von 38 Gegentoren in der Bundesliga sprechen eine deutliche Sprache. Wir waren nicht mehr der Überzeugung, dass wir die Situation gemeinsam mit Armin Veh in absehbarer Zeit hätten ändern können“, sagte Hoeneß in einer ersten Stellungnahme nach zuvor stundenlangen Gesprächen mit den Verantwortlichen des VfL-Eigentümers VW.

Die Entscheidung hatte sich nach dem 2:3 gegen den 1. FC Köln angedeutet. Spätestens seit Sonntagabend war Veh endgültig nicht mehr zu halten. Bereits während des Spiels hatten die Fans lautstark „Armin raus“ skandiert. Angesichts katastrophaler Abwehrleistungen in den vergangenen Wochen und nunmehr bereits zehn Punkten Rückstand auf einen Europapokalplatz war nun auch die Geduld bei den VW-Bossen endgültig zu Ende. „Wir sind zu der Erkenntnis gekommen, dass wir nach den vielen negativen Erlebnissen der letzten Wochen handeln mussten – auch um einen Neuanfang zu starten. Die Stimmung rund um den VfL wäre zu belastet gewesen, um daraus Kraft für künftige Erfolge schöpfen zu können“, sagte VfL-Aufsichtsratschef Francisco Javier Garcia Sanz.

Der 57 Jahre alte Köstner ist nur eine Übergangslösung. „Der Nachfolger steht noch nicht fest“, sagte ein VfL-Sprecher. Als Veh-Nachfolger werden in Wolfsburger Medien Bernd Schuster, Huub Stevens und Marco van Basten gehandelt. Als Favorit von Manager Hoeneß gilt Stevens, der bereits bei Hertha BSC mit Hoeneß zusammen gearbeitet hatte. Aktuell war der Niederländer offenbar jedoch nicht aus seinem Vertrag mit RB Salzburg loszueisen. Möglich erscheint jedoch, dass Stevens im Sommer kommt.

Mit unfassbaren 38 Gegentoren stellt der Meister in dieser Saison die bislang zweitschlechtestes Abwehr der Liga. Nur der abgeschlagene Tabellenletzte Hertha BSC (39) ist noch schlechter. In der gesamten Vorsaison kassierten die Niedersachsen 41 Tore und hatten unter Felix Magath noch die drittbeste Abwehr. Veh hatte dafür bereits die Verantwortung eingeräumt. „Solche Gegentore habe ich in meinem Leben noch nie bekommen“, hatte Veh nach der Niederlage gegen Köln gesagt.

Als Nachfolger des Wolfsburger Meistermachers Magath hatte der 48-Jährige im Sommer wie sein Vorgänger zunächst die volle Macht als Trainer, Manager und Geschäftsführer erhalten. Nach dem Ausscheiden aus der Champions-League und sieben sieglosen Pflichtspielen in Serie geriet Veh aber bereits zum Ende der Hinrunde massiv in die Schusslinie. Die Verantwortlichen entmachteten Veh daraufhin teilweise und stellten ihm in Hoeneß einen erfahrenen Manager zur Seite, ließen Veh als Trainer aber zunächst im Amt.

Bei seiner Vorstellung hatte der langjährige Hertha-Manager Siege gefordert, um den Rückstand auf die internationalen Plätze zu verringern. Tatsächlich konnte Veh das Ruder nicht mehr herumreißen und startete mit dem 1:3 in Stuttgart und der Niederlage gegen Köln verheerend in die Rückrunde. Aus den sechs Punkten Rückstand auf die Europapokalplätze zum Rückrundenbeginn sind mittlerweile bereits zehn geworden. (dpa)

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