WM-Affäre: Zwanziger wehrt sich gegen "Verleumdung"

Ex-DFB-Boss Theo Zwanziger wehrt sich gegen die "Verleumdungskampagne der letzten Wochen" und wird nicht mehr mit den vom DFB beauftragten Ermittlern kooperieren.  
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Theo Zwanziger hat die Verantwortung für die entscheidende Steuererklärung in der WM-Affäre und den Vorwurf einer absichtlichen verzögerten Abgabe des Papiers zurückgewiesen.
dpa Theo Zwanziger hat die Verantwortung für die entscheidende Steuererklärung in der WM-Affäre und den Vorwurf einer absichtlichen verzögerten Abgabe des Papiers zurückgewiesen.

Ex-DFB-Boss Theo Zwanziger wehrt sich gegen die "Verleumdungskampagne der letzten Wochen" und wird nicht mehr mit den vom DFB beauftragten Ermittlern kooperieren.

Frankfurt/Main - Der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger hat in der Affäre um die WM 2006 erneut zu einem Rundumschlag ausgeholt und die Zusammenarbeit mit den vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) bestellten Skandal-Aufklärern aufgekündigt.

Zwanziger-Anwalt Hans-Jörg Metz bezeichnete am Montag die Vorwürfe gegen seinen Mandaten mit Blick auf die fragliche Steuererklärung von 2006 als "Höhepunkt einer Verleumdungskampagne der letzten Tagen und Wochen".

Es sei geradezu absurd, dass Zwanziger die Steuererklärung mit problematischem Inhalt dem damaligen Generalsekretär und heutigen DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach "untergejubelt" habe.

Metz bezieht sich auf jüngste Medienberichte, die den Schluss nahe legen, dass Zwanziger und der frühere Generalsekretär Horst R. Schmidt den damals neu im Amt befindlichen Generalsekretär Niersbach im Oktober 2007 die längst fertiggestellte Steuererklärung von 2006 - inklusive der dubiosen Zahlung in Höhe von 6,7 Millionen Euro - unterschreiben ließen.

Lesen Sie hier: Nierwsbach kann Amt nicht ruhen lassen

Eben jene Steuererklärung war der Grund für die Razzia am vergangenen Dienstag beim DFB sowie bei Zwanziger, Schmidt und Niersbach. Die Summe der hinterzogenen Steuern könnte sich laut "Spiegel" auf 2,6 Millionen Euro belaufen.

Zudem erklärte Zwanziger das Ende der Zusammenarbeit mit den Ermittlern der Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer mit "sofortiger Wirkung".

Das hat große Auswirkungen auf die Aufklärung, da Zwanziger das Protokoll der Befragung durch die Ermittler nicht autorisieren will. "Eine Terminvereinbarung zu diesem Zweck wird es auch nicht mehr geben", erklärte Metz.

Lesen Sie hier: Schicksalstag im Kartenhaus

Hintergrund für den Schritt Zwanzigers ist ein Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel", wonach die Kanzlei den Katarer Mohamed Bin Hammam bei seiner vergeblichen Kandidatur für die Präsidentschaft beim Weltverband FIFA beraten haben soll.

Der frühere FIFA-Funktionär Bin Hammam, der mittlerweile wegen Korruption lebenslang für Fußball-Aktivitäten gesperrt ist, wird immer wieder als möglicher Empfänger für das Millionen-Darlehen des früheren adidas-Chefs Robert Louis-Dreyfus genannt.

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