Wiesinger: "Dank Thorsten wurde ich Trainer"

In seinem ersten Spiel als Bundesligatrainer trifft Michael Wiesinger heute gleich auf Freund Thorsten Fink. Der holte ihn einst vom Feld an den Spielfeldrand.
| Christian Lehnhart
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Nürnberg - Wenn heute um 15.30 Uhr Schiedsrichter Tobias Welz die Partie 1. FC Nürnberg gegen den Hamburger Sport-Verein anpfeift, wird sich auf den Bänken neben dem Feld wenigstens für 90 Minuten die Freundschaft zweier Männer den eisigen Außentemperaturen annähern. FCN-Coach Michael Wiesinger und sein Hamburger Pendant verbindet seit einer gemeinsamen Zeit beim FC Bayern München mehr als nur kollegiale Sympathie. Zwei Jahre kickten die beiden zusammen in München. Größter Erfolg war der Gewinn der Champions Leaugue 2001. Ein Erlebnis kurz nach der Eroberung von Europas Fußballthron blieb Fink und Wiesinger dabei ganz besonders im Gedächtnis. Nach ihrer Rückkehr vom Finale in Mailand beschlossen die beiden Mittelfeldakteure kurzerhand, den Pokal mit nach Hause zu nehmen. Im Taxi ging es zum Frischmachen vor der Mannschaftsfeier in die heimischen vier Wände. Der Rest des Vereins suchte derweil mit Hochdruck nach dem gerade erst gewonnen Champions League Pokal. Erst am Abend brachten Wiesinger und Fink das glänzende Stück zurück in den Mannschaftskreis. "Einige waren anfangs ziemlich sauer auf uns 'Entführer'“, berichtet Wiesinger in der Hamburger Morgenpost.

Ein Lausbuben-Streich, der bei Michael Wiesinger und Thorsten Fink den Grundstein für eine echte Männerfreundschaft legte. Die sich in den folgenden Jahren noch vertiefte. Thorsten Fink, inzwischen Trainer beim FC Ingolstadt, mit dem er 2008 den Aufstieg in die 2. Bundesliga schaffte, holte Michael Wiesinger zur Saison 2008/09 als Trainer der U23 nach Oberbayern. Wiesinger: "Thorsten riet mir, als Nachwuchstrainer nach Ingolstadt zu kommen. Ohne ihn wäre ich vielleicht kein Trainer geworden." Für "Wiese" die perfekte Entscheidung. Er folgte seinem Kumpel Fink, der im April 2009 in Ingolstadt entlassen wurde, zunächst als Interimstrainer der Ingolstadt-Profis. Zur neuen Saison 2009/10 erhielt er dann einen Vertrag als Co-Trainer an der Seite von Horst Köppel, den er, ebenso wie Monate zuvor Thorsten Fink, im November 2009 beerbte. Diesmal als alleiniger Cheftrainer.

Seit Heiligabend ist Wiesinger nun auch Cheftrainer beim 1. FC Nürnberg. Auf Tipps von Freund Fink ist "Wiese" indes nicht angewiesen. "Dafür ist Thorsten nicht der Typ. Und ich auch nicht!" Gesprochen wurde in den letzten Tagen auch wenig miteinander. "Wir hatten vor über einer Woche mal Kontakt. Da ging es aber um Privates. Und darum, ob Thorsten nach dem Spiel in Nürnberg bleibt und wir gemeinsam am Montag zur Trainertagung nach Düsseldorf fliegen." Ein knapp einstündiger Flug, in welchem die beiden die heutige Partie noch einmal in aller Freundschaft Revue passieren lassen können.

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