Was von Babbel übrig blieb

Hertha BSC trifft am Samstag auf den FC Bayern – und tritt mit drei Ex-Münchnern an. Jürgen Röber kennt sich mit beiden Teams aus und erklärt, was er von dem Exil-Trio hält.
| P. Strasser
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Hertha BSC trifft am Samstag im Heimspiel auf den FC Bayern – und tritt mit drei Ex-Münchnern an. Was er von dem Exil-Trio hält, erklärt der frühere Bayern-Profi und Ex-Hertha-Trainer Jürgen Röber

BERLIN - Wissen, wie’s geht. Und um wen – das kann hilfreich sein. Also hat Andreas Ottl, der Münchner in Berlin, einen Plan für Samstag, wenn der FC Bayern im Olympiastadion (18.30 Uhr, Sky und Liga total! live) antritt. „Wir müssen den Bayern-Spielern den Spaß nehmen”, meinte Ottl. Denn eins ist ihm auch klar: „Bayern macht das Spiel, wir verteidigen.” Und verlieren?

Im Hinspiel in der Allianz Arena setzte es für die drei Wahl-Berliner Ottl, Christian Lell und Thomas Kraft ein 0:4. Trainer der Hertha war damals noch Markus Babbel, mittlerweile in Hoffenheim. Der Gilchinger wollte das Säbener-Gen in die Hauptstadt bringen. Mit Lell glückte 2011 der Wiederaufstieg, den Wiederabstieg sollen auch Ottl und Kraft vom FC Bayern, die Sommerneulinge, verhindern.

Nun ist Hertha auf Rang 16 abgerutscht. Otto Rehhagel soll Berlin retten, man dürfe vor dem Gegner „nicht in Ehrfurcht erstarren”, sagte der Trainer. Gegen die Bayern setzt der Ex-Bayer (1995/96) auf seine drei Ex-Bayern. Jürgen Röber (58), 1981 als Spieler mit dem FC Bayern Meister (14 Saisoneinsätze), von 1996 an sechs Jahre Trainer bei Hertha und zuletzt bis Ende 2009 bei Ankaraspor, analysiert für die AZ die drei Münchner.


 

ANDREAS OTTL

Der gebürtige Münchner (27) kam mit elf Jahren vom SV Nord Lerchenau zum FC Bayern (92 Bundesligaspiele/5 Tore) und wechselte im Sommer ablösefrei zu Hertha. „Was von ihm kommt, ist mir manchmal zu wenig. Man sieht ihn im Spiel oft kaum”, sagt Röber, der in Berlin lebt und fast jedes Hertha-Heimspiel besucht. „Die Rote Karte im Februar in Stuttgart, ein für ihn ganz unübliches, hartes Foul, hat ihn aus dem Tritt gebracht.” Gegen die Bayern wird Ottl sein Comeback im defensiven Mittelfeld geben.




CHRISTIAN LELL

Ebenfalls gebürtiger Münchner (27), der mit 13 Jahren von Alemannia München zu Bayern kam (65/1). „In meinen Augen hatte er eine schlechte Zweitliga-Saison, da kam mir zu wenig”, sagt Röber, „nach dem Aufstieg lief es in Liga eins besser.” Da Kobiashvili gesperrt ist, dürfte Rechtsverteidiger Lell gegen Bayern wieder Kapitän sein.



THOMAS KRAFT

Der Torwart ist absolut unumstritten, hat alle Bundesligaspiele seit Saisonbeginn gemacht. Kraft stammt aus Kirchen/Sieg in Rheinland-Pfalz, er kam 2004 mit 16 Jahren zum FC Bayern und wurde Anfang 2011 von Coach Louis van Gaal ins Tor gestellt – Aktion kaltes Wasser. Röber: „Kraft ist für mich die positivste Erscheinung der drei Ex-Bayern. Er bringt konstant seine Leistung und hat sich in kurzer Zeit in der Hierarchie des Kaders nach oben gearbeitet, weil er die Mitspieler aufrüttelt und im Training antreibt. Er gibt den Ton an und weckt die Mannschaft auf.”
Doch muss auch Kraft sieben Stück einstecken am Samstag? „Bayern muss gewinnen”, sagt Röber, „aber Rehhagel wird es ihnen schwer machen. Eins ist klar: Hurra-Fußball wird Hertha nicht spielen.” 

 

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