"Wahnsinnig bitter": Gladbach zittert ums Achtelfinale

Nach fünf von sechs Spieltagen ist Mönchengladbach immer noch Erster der Champions-League-Gruppe B. Die Borussen verloren nur ein Spiel - am Dienstag beim unglücklichen 2:3 gegen Inter. Und trotzdem müssen sie ums Weiterkommen zittern. Denn nun geht es nach Madrid.
| dpa
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Mönchengladbachs Trainer Marco Rose will nun bei Real Madrid punkten.
Mönchengladbachs Trainer Marco Rose will nun bei Real Madrid punkten. © Marius Becker/dpa
Mönchengladbach

Spieler und Trainer von Borussia Mönchengladbach realisierten sofort, dass die größte Chance auf das Champions-League-Achtelfinale soeben verspielt war.

So richtig fassen konnten sie die groteske Situation, als Spitzenreiter der Gruppe B mit nur einer Niederlage aus fünf Spielen womöglich gerade den entscheidenden Rückschlag im Kampf ums Weiterkommen kassiert zu haben, aber nicht. "Es ist einfach wahnsinnig bitter", sagte Gladbachs Mittelfeldspieler Florian Neuhaus nach dem 2:3 (1:1) gegen Inter Mailand am Dienstag und ergänzte mehr trotzig als selbstbewusst: "Wir haben aber noch ein Spiel, und da wollen wir alles raushauen." Der Haken an der Sache: In diesem einen Spiel muss Gladbach bei Real Madrid antreten.

GRUPPENSITUATION: Nach fünf Spieltagen ist Gladbach trotz der Niederlage gegen Inter - der ersten Niederlage überhaupt in dieser Vorrunde - mit acht Punkte immer noch Erster der Gruppe B vor Schachtjor Donezk (7). Dahinter bangen das große Real (7) und Inter (5) um den Einzug in die K.o.-Runde. "Alle Teams können noch weiterkommen. Fußballherz, was willst du mehr", sagte Gladbach-Coach Marco Rose zu der hart umkämpften Gruppe.

AUSSICHTEN: Um zum ersten Mal seit 43 Jahren wieder in ein Achtelfinale der europäischen Königsklasse einzuziehen, müsste Gladbach - um sicher zu sein - am 9. Dezember in Madrid mindestens einen Punkt holen. Theoretisch wäre ein Weiterkommen auch mit einer weiteren Niederlage möglich: Wenn sich Mailand und Donezk parallel mit einem Unentschieden trennen.

SPIEL GEGEN INTER: Um vorzeitig das Achtelfinale zu erreichen, hätte Gladbach am Dienstag siegen müssen. Die Borussia begann schlecht, fing sich nach dem 0:1 aber und drückte nach dem 1:1 zur Pause auf die Führung. Zwei individuelle Fehler nutzte Inters Super-Stürmer Romelu Lukako dann aber konsequent zu zwei Toren aus. Doch Gladbach kämpfte zurück, Alassane Plea schoss insgesamt drei Tore. Das dritte zum vermeintlichen Ausgleich wurde aber aberkannt, weil Breel Embolo bei Pleas Schuss minimal im Abseits gestanden und Mailands Torhüter Samir Handanovic behindert haben soll. "Er steht nicht im Sichtfeld", echauffierte sich Gladbach-Coach Rose. Nur: Auch bei einem 3:3 hätte die Borussia zum sicheren Weiterkommen in Madrid noch einen Punkt benötigt.

SITUATION BEI GLADBACH: Es klang alles ein bisschen trotzig, was die Borussen zum Gruppen-Endspiel in der kommenden Woche sagten. "Wir haben noch eine Chance und können auf unsere Leistungen in der Gruppenphase bislang stolz sein", sagte Gladbachs Inter-Leihgabe Valentino Lazaro. Entschlossenheit war dabei nicht unbedingt zu hören. Deswegen schob der Österreicher noch hinterher: "Wir glauben bis zum Schluss daran." Etwas problematisch wird die personelle Situation in der Defensive. Wann Linksverteidiger Ramy Bensebaini nach seinem positiven Coronatest wieder spielen kann, ist noch nicht klar. Gegen Inter war zudem Innenverteidiger Nico Elvedi mit einer Muskelverletzung ausgefallen. Wann der Schweizer wieder spielen kann: unklar. Für Elvedi spielte Tony Jantschke, der sich prompt auch verletzte: Ein Schleimbeutel am Knie macht Probleme.

© dpa-infocom, dpa:201202-99-538720/2

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