Von Hannover bis Barcelona: Trauer überall

In Hannover kommen die Menschen im Stadion und in der Kirche zusammen, um Abschied von Robert Enke zu nehmen. In Barcelona widmen sie einen Sieg ihrem früheren Teamkollegen
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In Hannover kommen die Menschen im Stadion und in der Kirche zusammen, um Abschied von Robert Enke zu nehmen. In Barcelona widmen sie einen Sieg ihrem früheren Teamkollegen

HANNOVER Es regnet und ist empfindlich kühl in Hannover. Aber sie kommen zu Hunderten. Zum Stadion, in dem sie Robert Enke so oft bejubelt haben. Nun sind sie hier, um ihn zu betrauern. Es ist still. Vor den Kondolenzbüchern an der 96-Geschäftsstelle bildeten sich lange Schlangen.

Vor der Arena liegen Schals am Boden, daneben Kerzen, Blumen, Fahnen. Hier weinen auch Männer um den Torwart, der sich das Leben genommen hat. Der Weg zum Stadion wird zu einem Trauermarsch. Für den Abend hat Margot Käßmann, die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, zur Trauerandacht in Hannovers Marktkirche gerufen.

Sie trauern überall. Enkes Homepage (www.enke1.de) wurde zu einem Kondolenzbuch umfunktioniert. Die Seite von Hannover 96 ist ganz in Schwarz gehalten mit dem einzigen Satz: „Wir trauern um Robert Enke.“ Bei Youtube werden immer neue Videos von Enkes Glanztaten eingestellt. Auch Enkes frühere Klubs wie CD Teneriffa und Benfica Lissabon gedenken des Torhüters. Fenerbahce Istanbul – dort hat Enke 2003 gespielt – schreibt in seinem Nachruf: „Wir sprechen seiner Familie, seinen Freunden, seinem Klub und seinen Mannschaftskameraden unser Beileid aus.“

In Barcelona, wo der Torhüter zwischen 2002 und 2004 unter Vertrag gestanden hat, haben sie schon am Vorabend an Enke gedacht. Die Nachricht von seinem Tod ist wenige Stunden alt, als sich die Spieler des FC Barcelona vor ihrem Pokalspiel gegen den Drittligisten Cultural Leonesa im Stadion Nou Camp zu einer Schweigeminute formieren. Im Hintergrund wird klassische Musik eingespielt.

„Der Tod von Robert Enke macht uns sehr traurig“, sagt Barca-Präsident Joan Laporta: „Ich habe Robert als jungen Mann kennen gelernt. Er war ein sehr höflicher Junge mit guten Manieren.“

Barcelona gewinnt locker 5:0, Trainer Pep Guardiola, der einst Enkes Mannschaftskamerad gewesen ist, widmet den Sieg seinem früheren Mitspieler aus Deutschland.

Sepp Blatter, der Fifa-Chef, spricht für viele, als er sagt: „Unsere Gedanken sind in dieser schweren Zeit bei der Frau und der Familie von Robert Enke, wir wünschen ihnen die Kraft, den Schmerz ertragen zu vermögen.“

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