Völler rüffelt Bayer-Stars: Charaktertest nicht bestanden

Nach dem 0:1 gegen Anstiegskandidat KSC attackierte Sportchef Rudi Völler die Bayer-Profis. Besonders zwei Akteure bekamen ihr Fett weg.
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Harsche Kritik an den Leverkusener Profis: Sportchef Rudi Völler.
dpa Harsche Kritik an den Leverkusener Profis: Sportchef Rudi Völler.

LEVERKUSEN - Nach dem 0:1 gegen Anstiegskandidat KSC attackierte Sportchef Rudi Völler die Bayer-Profis. Besonders zwei Akteure bekamen ihr Fett weg.

Rudi Völler war geladen und machte aus seinem Herzen keine Mördergrube. „Man kann verlieren, aber so nicht“, schimpfte der Sportchef von Bayer Leverkusen nach der peinlichen 0: 1 (0:0)-Niederlage des Pokalfinalisten gegen Tabellenschlusslicht Karlsruher SC. Dem ehemaligen DFB-Teamchef, der mit aschfahlem Gesicht vor die Medienvertreter trat, war die Pleite sichtlich an die Nieren gegangen.

Aber Völler wäre nicht Völler, wenn er nicht mit seiner nächsten Aussage eine klare Ansage an die Bayer-Stars gerichtet und eine deutliche Drohung ausgestoßen hätte: „Die Mannschaft hat den Charaktertest nicht bestanden. Wir werden die Leistungen der Spieler in den nächsten Wochen genau beobachten. Einige waren dabei, die haben nicht begriffen, was Profifußball bedeutet.“ Der wenigstens bemühte Angreifer Stefan Kießling meinte: „Wir haben uns selbst zuzuschreiben, wo wir jetzt stehen.“

Am Dienstag hatten die Fans der Werkself nach dem 4:1 im 120-Minuten-Krimi gegen den Zweitligisten FSV Mainz 05 und dem Einzug ins Pokalendspiel noch zugejubelt, am Samstag gab es stattdessen Pfiffe im Ausweichquartier Düsseldorf von den Anhängern. Die Verlängerung gegen Mainz wollte Völler auf keinen Fall als Entschuldigung gelten lassen: „Nicht alle hatten 120 Minuten auf dem Buckel.“

Eine deutliche verbale Breitseite wohl vor allem in Richtung von Torjäger Patrick Helmes (18 Saisontreffer) – wurde gegen Karlsruhe zur Pause ausgewechselt – und des Schweizer Nationalspielers Tranquillo Barnetta. Beide hatten im Pokal nicht das komplette Pensum absolvieren müssen und blieben dennoch gegen den KSC deutlich unter ihren Möglichkeiten.

Schon seit Wochen läuft Helmes seiner Form hinterher, traf zuletzt nur vom Elfmeterpunkt. Schon einige Male war dem Ex-Kölner fehlende Laufbereitschaft unterstellt worden, auch gegen den KSC wirkte Helmes wie ein Schatten seiner selbst, zweikampfschwach, ohne Zug zum Tor. Da Trainer Bruno Labbadia im griechischen EM-Helden von 2004, Angelos Charisteas, eine Alternative auf der Bank sitzen hat, deutet einiges darauf hin, dass Helmes am kommenden Samstag auf Schalke zunächst auf der Bank Platz nehmen muss.

Aber Helmes und Barnetta sind nicht die einzigen Bayer-Spieler, die ihrer Form hinterherlaufen und ihre Klasse nur ab und zu zeigen. Dem Chefcoach gelingt es einfach nicht, Konstanz in seine Mannschaft zu bringen. Immer häufiger nehmen sich angebliche Leistungsträger unverständliche „Auszeiten“. „Kein Spieler auf dem Platz hat Verantwortung übernommen“, konstatierte Labbadia.

Er umschrieb den grausamen Auftritt seiner Truppe gegen den KSC mit Worten wie „Bankrotterklärung“ und „blutleere Vorstellung“. Statt mit Euphorie nach dem Einzug ins Pokalfinale zu operieren, zeigte Bayer Beamtenfußball und wollte mit geringst möglichem Aufwand siegen. Das ging ins Auge, womit die Negativserie im „Exil“ Düsseldorf weiter Bestand hat. Sechs Bundesliga-Spiele wurden im Ausweichquartier bestritten, kein Sieg eingefahren und drei Niederlagen kassiert.

Das Spiel gegen Karlsruhe bedeutete den vorläufigen Tiefpunkt. Und der letzte Heimsieg liegt mittlerweile auch schon fünf Monate zurück. Am 15. November 2008 gelang ein 2:1 – damals noch in der BayArena – gegen Schalke, den kommenden Gegner.

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