Kommentar

Viraler Verband: Der Uefa ist ein Gewissen zu teuer

AZ-Sportchef Matthias Kerber über die Europäische Fußball-Union (Uefa) und deren Fan-Politik.
| Matthias Kerber
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Ein Gewissen muss man sich leisten können, heißt es. Die Uefa, diese als Sportverband getarnte Gelddruckmaschine, könnte es sich leisten. Aber ein Gewissen kann man sich nicht kaufen, man muss auch Überzeugungen haben, die man nicht ständig den Gegebenheiten anpasst. Da steht bei der Uefa leider die Null. Wenn man (Regenbogen)-Flagge zeigen könnte, herrscht nur Kleinmütigkeit und -geistigkeit. Politische Neutralität?

Ist es neutral, mit Autokraten zu kuscheln? Die Dicke-Eier-Attitüde kommt sofort wieder zutage, wenn es um die Frage der Fans im Stadion geht. Nicht nur, dass man die Ausrichterstädte vor EM-Beginn genötigt hat, zu versprechen, dass Fans in den Arenen sein werden - egal, wie es um die Corona-Zahlen steht -, jetzt lässt man weiter zu, dass sich die oft maskenlosen Fans in den Arenen so nahekommen, dass fast von Intimkontakt gesprochen werden kann. 45.000 Fans beim Spiel Deutschland gegen England in London ist angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante unverantwortlich.

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Die paneuropäische EM mit all ihrer Reisetätigkeit hat das Potenzial, als Superspreader-Event zu enden. Aber was bedeutet schon die Gesundheit der Menschen, wenn es um Profit geht? Nicht umsonst heißt es Profitgier. Gier, eine der sieben Todsünden. Wenn am Ende die EM viral so richtig geht und sich das Virus wieder verbreitet, wird die Uefa, dieser vitale Verband, sicher PR-gerechte Krokodilstränen vergießen. Das ist billig, aber typisch, wenn einem ein Gewissen zu teuer ist.

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