"Vier Endspiele": Werder wieder im Krisenmodus

Jetzt wird es doch wieder eng für Werder Bremen. Und während in Köln, Bielefeld und Mainz der Trend nach oben geht, stellen die Grün-Weißen erst einmal einen Negativrekord auf.
| Von Lars Reinefeld, dpa
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Trainer Florian Kohfeldt steckt mit Werder im Kampf um den Klassenerhalt.
Trainer Florian Kohfeldt steckt mit Werder im Kampf um den Klassenerhalt. © Carmen Jaspersen/dpa
Bremen

Das vor der Saison gesteckte Saisonziel ist für Werder Bremen schon jetzt kaum noch zu erreichen. Sicher in der Liga bleiben - das hatten sich die Grün-Weißen nach der vergangenen Zittersaison mit der Last-Minute-Rettung erst in der Relegation zur Aufgabe gemacht.

Doch nach der bitteren 0:1-Niederlage gegen den FSV Mainz 05 stecken die Bremer auch auf der Zielgerade der aktuellen Saison wieder tief im Abstiegskampf. "Jetzt werden wir höchstwahrscheinlich vier Endspiele haben", sagte Werder-Coach Florian Kohfeldt nach der sechsten Pleite in Serie am Mittwochabend.

"Ich hasse es, zu verlieren und wir haben jetzt sechs Mal in Serie verloren. Das macht keinen Spaß", sagte Kohfeldt nach dem Aufstellen des Negativrekords in der grün-weißen Club-Geschichte. "Natürlich werde ich schlecht schlafen. Aber morgen früh bin ich wieder hier und dann werden wir alles dafür tun, dass wir wieder punkten", sagte Kohfeldt. "Ich denke, zwei Siege werden wir schon noch gebrauchen."

Zwei Siege - wo diese herkommen sollen, weiß am Osterdeich niemand so genau. Zumal es das Restprogramm mit den Gegnern Union Berlin, Bayer Leverkusen, FC Augsburg und Borussia Mönchengladbach durchaus in sich hat. Als "ziemlich beschissen" bezeichnete Geschäftsführer Frank Baumann seine Gemütslage nach der Niederlage gegen Mainz, die die alten Probleme der Bremer offenbarte. Kämpferisch konnte man dem Team keinen Vorwurf machen, doch der Mannschaft fehlen einfach die nötige Entschlossenheit und Qualität.

Bestes Beispiel dafür war eine Szene aus der neunten Minute, als bei einem Konter drei Bremer nur noch einen Mainzer vor sich hatten. Doch erst passte Milot Rashica schlampig zu Maximilian Eggestein, dann vertändelte dieser den Ball. "Einen Abschluss sollte man da schon hinbekommen", räumte auch Kohfeldt ein.

Der Werder-Coach hatte auf eine offensive Ausrichtung gesetzt und in Rashica, Niclas Füllkrug und Josh Sargent drei Angreifer aufgeboten. Doch Torgefahr strahlten die Gastgeber nur ganz selten aus. Letztmals schoss Werder beim 2:0 im Nachholspiel bei Arminia Bielefeld Mitte Märze mehr als einen Treffer. "Wir haben heute nicht schlecht gespielt, waren aber nicht gut genug, um es zu erzwingen", sagte Kohfeldt. "Jetzt sind wir komplett unten drin im Abstiegskampf. Das müssen wir annehmen", sagte Routinier Theodor Gebre Selassie. Vier Punkte beträgt der Vorsprung noch auf den Relegationsplatz, Hertha BSC hat allerdings zwei Spiele weniger bestritten.

Zu allem Überfluss hatten die Bremer auch noch Pech, dass ihnen der Schiedsrichter Marco Fritz nach Videostudium kurz vor der Pause den Vermeintlichen Ausgleichstreffer aberkannte, weil der Mainzer Torwart Robin Zentner angeblich gefoult worden war. Besonders bitter aus Bremer Sicht: Anfang März wurde beim 1:1 in Köln ein Kölner Tor gegeben, obwohl Werder-Torwart Jiri Pavlenka klar gefoult worden war. "Das kann ich absolut nicht nachvollziehen. Dann habe ich den Sinn des Videobeweises nicht verstanden", schimpfte Baumann.

Wie in der Vor-Saison wollen sie an der Weser aber auch dieses Mal nicht in Aktionismus verfallen. Anders als bei allen anderen Clubs im Tabellenkeller steht ein Trainerwechsel nicht zur Debatte. "Wir bleiben zusammen", sagte Baumann.

© dpa-infocom, dpa:210422-99-307676/2

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