„Unterm Strich wurde nichts eingehalten“

Der Neu-Hachinger über sein Ende bei 1860, Anfeindungen der Fans und das Vorbild Thomas Helmer.
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Torben Hoffmann (rechts) wechselte im Sommer vom TSV 1860 nach Unterhaching. Nun riss er sich das Kreuzband und fürchtet das Karriere-Ende.
Rauchensteiner/Augenklick Torben Hoffmann (rechts) wechselte im Sommer vom TSV 1860 nach Unterhaching. Nun riss er sich das Kreuzband und fürchtet das Karriere-Ende.

Der Neu-Hachinger über sein Ende bei 1860, Anfeindungen der Fans und das Vorbild Thomas Helmer.

AZ: Herr Hoffmann, am Samstag beginnt die neue Drittligasaison mit dem Heimspiel gegen Wiesbaden (14 Uhr, Sportpark).

TORBEN HOFFMANN: Nein, ich freu mich, dass es endlich losgeht – für mich in einer ganz neuen Liga. Ich habe schon Erste und Zweite Liga gespielt und jetzt fehlte eben nur noch die Dritte Liga. Ich habe mich sehr gut eingelebt. Es gibt keine großen Unterschiede zu 1860. Okay, die Größe des Stadions ist eine andere. Aber ich wusste ja, warum ich geholt wurde und was mich als Führungsspieler in Haching erwartet.

Weniger erwartet hatten Sie sicher den Empfang durch einige Hachinger Fans, die Sie am ersten Tag als Ex-Löwen beschimpften und auspfiffen. Es war zu hören, dass darunter auch Ihre Tochter Finja gelitten hat?

Ja, Sie fragte mich, warum die das machen. Ich habe ihr dann erklärt, dass es verschiedene Fußballvereine gibt und habe sie beruhigt. Sie hat es dann verstanden. Ich werde hier Leistung bringen, dann wird das auch von diesen Leuten honoriert. Ich habe auch positive Resonanz erfahren von Hachinger Fans.

Was sagen Sie den Leuten, die behaupten, dass Sie auf Ihre alten Tage nochmal bequem abkassieren wollen.

Totaler Blödsinn. Nichts gegen Haching, aber wenn es mir ums Geld gegangen wäre, dann wäre ich sicher nicht hierher gegangen. Ich hatte Angebote aus Shanghai, USA und auch aus der 2. Liga, da hätte ich mehr verdienen können. Aber ich wollte meine Kinder nicht aus dem gewohnten Umfeld raus nehmen, kenne den Paco (Hachings Sportchef Francisco Copado, d. Red.) und den Roman (Kapitän Tyce, d. Red.) schon lange. Außerdem kann Haching um den Aufstieg mitspielen.

Steigt Haching heuer auf?

Diese Diskussion hatten wir auch bei Sechzig immer. In einer Saison kann so viel passieren, man muss abwarten. Aber natürlich will ich aufsteigen. Und in Haching sind einige Signale gesetzt worden vor allem mit Trainer Klaus Augenthaler. Er leistet hervorragende Arbeit.

Ihr früherer Kollege bei 1860 Michael Hofmann war traurig über sein Ende bei den Löwen. Wie haben Sie Ihr Ende bei den Blauen gesehen?

Sehr emotional. Ich kann den Michi verstehen. Er war noch länger bei 1860. Ich habe im Gegensatz zu ihm einen würdigen Abschied bekommen - mit Blumen und Ehrenrunde. Aber hinter 1860 habe ich einen Haken gemacht.

Was wurde Ihnen denn versprochen?

Die ganze Vorrunde in der letzten Saison wurde erzählt, wie wichtig ich bin, dass ich einen neuen Vertrag bekomme, auch über die Karriere hinaus mit Einbindung in den Verein. Doch dann kam nichts mehr. Ich habe leider nichts Schriftliches in der Hand gehabt. Unterm Strich wurde nichts eingehalten.

Was hätten Sie sich bei 1860 vorstellen können?

Natürlich hätte ich gern etwas als Trainer gemacht. Ich habe aber auch ganz andere Gedanken, würde gerne etwas in Richtung Moderation machen.

So wie ein Thomas Helmer bei „Sport1“?

Ja. So, wie er das macht, das könnte ich mir sehr gut vorstellen.

Interview: Reinhard Franke

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