TÜV: Freistoß-Spray in Deutschland nicht zulässig

In drei Wochen sollte das Freistoß-Spray erstmals in der Fußball-Bundesliga zum Einsatz kommen. Dabei darf das Spray nach einem Gutachten des TÜV Rheinland in Deutschland gar nicht eingesetzt werden. Der DFB nimmt es gelassen.
| dpa
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Empfehlungen

Köln - Die Einführung des von der WM bekannten Freistoß-Sprays in der Fußball-Bundesliga könnte sich verzögern. Nach Ansicht des TÜV Rheinland in Deutschland darf das Spray wegen einer möglichen gesundheitlichen Gefährdung nicht benutzt werden. Zudem sei der Treibgasanteil so hoch, dass eine Gefahrstoffkennzeichnung für hochentzündliche Produkte zwingend sei. Das dafür vorgeschriebene Flammensymbol fehle auf der Dose.

Alle Meldungen zum FC Bayern München finden Sie hier auf der AZ-Themenseite zum FCB!

"Das Produkt ist in seiner derzeitigen Form in Deutschland und der EU nicht verkehrsfähig", sagte TÜV-Sprecher Ralf Diekmann am Freitag in Köln und bestätigte damit einen Bericht der "Bild"-Zeitung, die das Gutachten in Auftrag gegeben hatte. Nach bisherigen Planungen des DFB soll das weiße Spray vom 8. Spieltag (18./19. Oktober) an in der Bundesliga benutzt werden. Auch in der 2. Runde des DFB-Pokals Ende Oktober soll gesprüht werden.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) reagierte gelassen auf das Gutachten. "Dieser Sachverhalt ist uns neu und wird geprüft. Unabhängig davon sind wir bereits seit Wochen mit anderen Anbietern in Gesprächen, um nach Alternativen zu dem kostenintensiven Import aus Argentinien zu schauen", sagte Lutz Michael Fröhlich, DFB-Abteilungsleiter Schiedsrichter.

Alle Meldungen zum TSV 1860 München finden Sie hier auf unserer AZ-Themenseite zu den Löwen!

"Wir sind zuversichtlich eine Lösung ohne Mängel zu finden, schließlich haben wir Schiedsrichter mit der Dekra die besten Sachverständigen an unserer Seite", meinte er weiter. Die Prüfgesellschaft Dekra ist Sponsor der deutschen Spitzenreferees.

"Wir haben unter anderem Parabene gefunden, die im Verdacht stehen, hormonell wirksam zu sein", sagte indes TÜV-Sprecher Diekmann. Deshalb seien diese Stoffe zum Beispiel in kosmetischen Mitteln verboten. "Außerdem sind die Aufschriften auf dem Produkt mangelhaft, unvollständig und nicht in deutscher Sprache."

<strong>Alle Meldungen aus der Welt des Fußballs finden Sie hier auf unserer AZ-Themenseite!</strong>

Das Spray wurde bei der WM in Brasilien weltweit bekannt und insgesamt positiv bewertet. Mit einem sich auflösenden Schaum können die Unparteiischen den Abstand von der Freistoßmauer zum Ball markieren. Wie "Bild" berichtete, darf das Spray nicht nur in Deutschland, sondern auch EU-weit nicht eingesetzt werden, da es nicht zugelassen sei.

Seit dieser Saison wird der Schaum auch in Europapokal- und EM-Qualifikationsspielen eingesetzt. "Nach einem erfolgreichen Test bei der U17-EM in Malta freut es mich, dass der Schiedsrichter-Ausschuss beschlossen hat, die Benutzung des Sprays in den Senioren-Wettbewerben zu genehmigen", hatte UEFA-Präsident Michel Platini in einer Mitteilung der Europäischen Fußball-Union (UEFA) Anfang August gesagt.

Alle Meldungen aus der Welt des Sports finden Sie hier auf unserer AZ-Themenseite!

Auch die Verbände von England, Frankreich, Italien und Spanien haben das Spray bereits eingeführt. Der DFB und die Deutsche Fußball-Liga sprachen sich im August für die Neuerung aus. Es gibt aber auch kritische Experten-Stimmen: "Das Freistoßspray kommt nicht durch den TÜV - bei mir ist es schon lange durchgefallen. Es ist nicht nur unpraktisch, sondern auch völlig unnötig", schrieb der ehemalige bekannte Schweizer Referee Urs Meier bei "Focus online".

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – mitdiskutieren Empfehlungen
0 Kommentare
Artikel kommentieren