Trübsal in Nürnberg - Bader: "Vieles kaputtgegangen"

1:5 im Derby, 0:1 im Pokal beim Drittligisten Duisburg - zwei heftige Niederlagen reichen aus, um beim 1. FC Nürnberg prompt Zweifel am Neubeginn nach dem Radikalumbruch im Sommer zu wecken.
| dpa
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Frust und Ratlosigkeit. Die Nürnberger nach der Niederlage gegen Duisburg.
dpa Frust und Ratlosigkeit. Die Nürnberger nach der Niederlage gegen Duisburg.

Nürnberg – Nach einer schwarzen Woche ist die Aufbruchstimmung beim Bundesliga-Absteiger 1. FC Nürnberg prompt in Trübsal umgeschlagen. Sport-Vorstand Martin Bader sprach nach der 0:1-Pokalpleite beim Fußball-Drittligisten MSV Duisburg Klartext: "Innerhalb einer Woche ist vieles kaputt gegangen", sagte der Boss, der wie die "Club"-Fans im DFB-Pokal vergeblich auf eine Wiedergutmachung nach der vorangegangenen 1:5-Derbyschlappe gegen die SpVgg Greuther Fürth gehofft hatte.

Der extreme Umbruch mit 14 neuen Spielern nach dem Abstieg ist dem Zweitliga-Favoriten zum Saisonstart noch deutlich anzumerken. "Man darf nun nicht alles in Zweifel ziehen", mahnte Bader zwar am Tag nach dem bitteren Erstrunden-Aus. Aber es sei auch die Aufgabe der Verantwortlichen, die positiven Eindrücke der Vorbereitung und dem Heimsieg am ersten Spieltag gegen Aue "mit denen der letzten Woche in Einklang zu bringen und unsere Schlüsse daraus zu ziehen". Die Mannschaft erwarte bis zum Zweitliga-Heimspiel gegen den FSV Frankfurt "eine schwierige Woche". Der Druck wächst.

Auch auf Valerien Ismael. Der unerfahrene Trainer ist gefordert. "Wir sind alle sehr enttäuscht darüber, wie wir ausgeschieden sind", sagte der 38-Jährige, der feststellte: "Man hat gemerkt, dass wir die Derby-Niederlage gegen Fürth innerhalb von vier Tagen nicht aus dem Kopf bekommen haben. Das hat uns richtig wehgetan."

"Wir waren verkrampft", bestätigte Stürmer Peniel Mlapa. So kam es für den "Club" im Pokal zum dritten Erstrunden-K.o. nacheinander gegen eine klassentiefere Mannschaft. "Um zu gewinnen, fehlte der Mannschaft der absolute Wille", kritisierte Ismael. Torwart Raphael Schäfer wurde ebenfalls deutlich: "Wenn du vorne keine Chancen hast und hinten eins kassierst, dann scheidet man verdient aus."

Vor 18 108 Zuschauern in der Duisburger Arena war Zlatko Janjic am Freitagabend in der 11. Minute mit einem Foulelfmeter für den Außenseiter erfolgreich. Niklas Stark hatte den Torschützen gefoult. Ismael rügte seinen Abwehrspieler, sprach von einem "individuellen Fehler", durch den die Franken in Rückstand gerieten.

Ismael hatte seine Startelf nach dem Fürth-Spiel auf drei Positionen umgestellt. Willi Evseev, der kurzfrisig verpflichtete Neuzugang Jürgen Mössmer und Martin Angha durften für Robert Koch, Jakub Sylvestr und Tobias Pachonik ran. Es half nichts. Ismael sieht sein junges Team in einem Lernprozess: "Wir sind nicht mit einer gefestigten Mannschaft in die Saison gegangen, sondern stehen noch am Anfang unseres Weges. Wir brauchen Zeit."

Bader schloss nicht aus, den Kader weiter zu verstärken: "Jeder Verein, der Ambitionen nicht nur geschürt hat, sondern sie auch bedienen möchte, macht sich nach den ersten Spielen Gedanken, wer auf seiner Position die Erwartungen erfüllt hat, wer möglicherweise an seine Stelle rücken kann oder ob man noch Qualität hinzuholt."

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