Trochowski narrt Werders Riesen

In Bremen bestimmte der SV Werder das Geschehen, der Hamburger SV war jedoch das abgeklärtere Team. Das zweite Halbfinalhinspiel zwischen den ukrainischen Teams aus Kiew und Donezk endete Remis.
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Hielt den HSV-Sieg fest: Torwart Frank Rost
ap Hielt den HSV-Sieg fest: Torwart Frank Rost

BREMEN - In Bremen bestimmte der SV Werder das Geschehen, der Hamburger SV war jedoch das abgeklärtere Team. Das zweite Halbfinalhinspiel zwischen den ukrainischen Teams aus Kiew und Donezk endete Remis.

Im zweiten Akt des Vierteilers im Norden behielt der Hamburger SV beim SV Werder Bremen die Oberhand. Eine Woche nach dem verlorenen Halbfinale im DFB-Pokal gegen die Bremer sorgte Nationalspieler Piotr Trochowski (28. Minute) am Donnerstagabend mit seinem «Tor des Abends» für den 1:0 (1:0)- Erfolg des Bundesligafünften, der im Rückspiel am nächsten Donnerstag in Hamburg nun beste Chancen auf das Erreichen des UEFA-Pokal-Endspiels am 20. Mai in Istanbul hat.

«Dummer Fehler»

Werder zeigte vor 37.500 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion erst nach der Pause mehr Engagement und nahm die Zweikämpfe konsequenter an. Doch ihre zahlreichen Tormöglichkeiten konnten die Bremer, die dank deutlicher Steigerung von Spielmacher Diego den Gegner teilweise einschnürten, nicht nutzen. «Wir haben einen dummen Fehler gemacht und vorne unsere vielen Chancen nicht genutzt. Aber im Rückspiel ist noch alles drin», sagte Torsten Frings. Trainer Schaaf, der am Donnerstag 48 Jahre alt wurde, ärgerte sich über sein Team, dass erst nach der Pause aufgewacht war. «Man muss begreifen, dass man in beiden Hälften Leistung bringen muss. Wir müssen jetzt in Hamburg höher gewinnen als der HSV hier.»

Der HSV behielt dank starker Defensive die Oberhand und ließ sich den knappen Erfolg nicht nehmen. «Das ist eine gute Ausgangsposition, aber wir sind noch nicht in Istanbul. Wir haben es heute gut gemacht, hätten aber schon alles klar machen müssen», sagte HSV-Trainer Martin Jol, der über die Gelbe Karte von Stürmer Paulo Guerrero stinksauer war. Der Stürmer wird den Hamburgern, die zur Halbzeit der hanseatischen Festspielwochen den Ausgleich schafften, im Rückspiel fehlen. Ärger droht beiden Vereinen von der Uefa, weil im HSV-Block bengalische Feuer gezündet wurden und der gute englische Schiedsrichter Howard Webb die Partie kurz unterbrechen musste.

Frühe Chancen

Ganz anders als vor einer Woche zeigten sich die Hamburger in ihrem ersten internationalen Halbfinale seit 26 Jahren von Beginn an hellwach. Olic eröffnete den munteren Schlagabtausch nach gut einer Minute, doch Tim Wiese klärte zur Ecke. Auf der anderen Seite prüfte Diego Keeper Frank Rost, der bei dem strammen Weitschuss Mühe hatte. Beim HSV fehlten die verletzten Nationalspieler Marcell Jansen und Mladen Petric. David Jarolim durfte dagegen trotz seiner Roten Karte aus dem DFB-Pokalspiel auflaufen.

Schaaf vertraute weitestgehend seinen «Pokalsiegern», verzichtete aber auf den angeschlagenen Frank Baumann, für den der schwache Grieche Alexandros Tziolis spielte. Nicht dabei waren Daniel Jensen und Petri Pasanen sowie Aaron Hunt. Claudio Pizarro konnte sich wie schon vor einer Woche kaum in Szene setzen, und Sebastian Boenisch offenbarte neben viel Einsatz nicht unbekannte Schwächen. So ebnete der 22-Jährige den Hamburgern die verdiente Führung durch Trochowski, der nach Flanke von Demel erfolgreich war. Pokalheld Wiese war gegen den Kopfball machtlos, nachdem die Bremer Abwehrrecken den 1,69 m großen Nationalspieler mutterseelenallein gelassen hatten.

«Richtige Schlüsse»

«Wir haben nicht die richtigen Schlüsse aus dem Pokalspiel gezogen», sagte Werders Sportdirektor Klaus Allofs in der Halbzeitpause und mahnte für die zweite Hälfte viel mehr Engagement an. Das zeigte der Bundesliga-Zehnte und hatte durch Almeida (51.) gleich eine große Chance zum Ausgleich, die Rost erst ermöglichte und dann zunichte machte. Werder stürmte unaufhörlich, aber ohne Fortune. Auf der anderen Seite hielt Wiese alles - auch gegen Olic (65.).

Im zweiten Halbfinalspiel hat Schachtjor Donezk den Grundstein zum Einzug ins Endspiel gelegt. Der ukrainische Meister erreichte beim Landesrivalen Dynamo Kiew ein 1:1 (0:1) und schuf sich damit eine günstige Ausgangsposition für die zweite Begegnung in einer Woche vor heimischer Kulisse. Der Gewinner des Vergleichs trifft im Finale am 20. Mai in Istanbul auf den Sieger des Bundesligaduells zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV.

Vor nur 16.500 Zuschauern im Valeri Lobanowski-Stadion erzielte Fernandinho in der 68. Minute das wichtige Ausgleichstor für Schachtjor. Durch ein Eigentor von Dmitri Tchigrinski (22.) war der Gewinner des Europapokals der Pokalsieger von 1975 und 1986 in dem ukrainischen Duell in Führung gegangen. (nz/dpa)

Die Statisik zum Spiel

Werder Bremen - Hamburger SV 0:1 (0:1)
Werder Bremen: Wiese - Fritz (85. Prödl), Mertesacker, Naldo, Boenisch - Frings - Tziolis, Özil - Diego - Pizarro, Hugo Almeida (61. Rosenberg).
Hamburger SV: Rost - Demel, Gravgaard, Mathijsen, Aogo (79. Benjamin) - Jarolim, Alex Silva (75. Boateng) - Pitroipa, Guerrero, Trochowski - Olic (90.+1 Torun).
Tor: 0:1 Trochowski (28.) - Schiedsrichter: Webb (England) - Zuschauer: 37.500 (ausverkauft).

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