Trainersuche in Hannover: Yakin ist der Favorit

Hannover 96 ist nach der Entlassung von Mirko Slomka auf Trainersuche. Präsident Martin Kind hat sich bereits einige Körbe eingehandelt.  Wer  und räumt ein, nicht gut vorbereitet gewesen zu sein. 
| SID
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Hannover 96 ist nach der Entlassung von Mirko Slomka auf Trainersuche. Präsident Martin Kind hat sich bereits einige Körbe eingehandelt.  Wer  und räumt ein, nicht gut vorbereitet gewesen zu sein.

Hannover/Köln - Martin Kind ist es nicht gewohnt, Absagen zu bekommen. Der schier allmächtige Präsident von Hannover 96 leitet ein Hörgeräte-Unternehmen mit 600 Filialen und Umsätzen in dreistelliger Millionenhöhe, er pflegt einen autoritären Führungsstil. Bei der Suche nach einem neuen Trainer für seinen Verein allerdings tut er sich schwer. Ein Korb folgt dem anderen, fast scheint es, als duckten sich die Kandidaten nach dem fragwürdigen Schauspiel mit Mirko Slomka weg.

Dennoch stehen auf der Liste prominente Namen wie Stefan Effenberg, Fred Rutten (ehemals Schalke 04) oder Murat Yakin (FC Basel). Yakin scheint favorisiert, in Basel soll bereits 96-Sportdirektor Dirk Dufner gesichtet worden sein. "Ich empfehle eine mutige Entscheidung", sagte Kind, er blicke auch über den Tellerrand hinaus: "Der deutsche Markt ist überschaubar. Wir gucken schon europäisch."

Vier (deutsche) Trainer haben bereits auf verschiedenen Wegen abgewunken: Thomas Schaaf sagte Kind persönlich ab, André Breitenreiter vom SC Paderborn via Facebook ("Der Zeitpunkt ist nicht der richtige"), Ralf Rangnick über seinen Berater, Frank Kramer von der SpVgg Greuther Fürth ließ seinen Vereinspräsidenten Helmut Hack sprechen ("Humbug!").

Kind räumte überraschend ein, dass er trotz der wochenlangen und phasenweise entwürdigenden Hängepartie mit Slomka keinen Plan B hat. "Eigentlich wollten wir Mirko Slomka ja gar nicht feuern. Wir waren einfach nicht gut vorbereitet, weil wir es nicht wollten", sagte der 69-Jährige der Bild am Sonntag. Das Krisenmanagement sei "nicht glücklich" gewesen, auch einige seiner Aussagen nicht.

Dies dürfte vor allem auf seine Äußerung zutreffen, die Chance für eine Entlassung Slomkas stehe bei 60:40. Letztendlich hat sich Hannover 96, also Martin Kind, zu einer Trennung durchgerungen, sie erfolgte spät, damit im Hintergrund noch Gespräche geführt werden konnten.

Jetzt stehen die Niedersachsen dennoch unter Zeitdruck. Für 5. Januar ist der Abflug ins Trainingslager an der Algarve angesetzt, drei Wochen später beginnt die Rückrunde für die 96er mit dem Spiel beim Nachbarn VfL Wolfsburg – der Auftakt eines knallharten Programms. Drei der ersten vier Spiele sind auswärts, wo Hannover in der Hinrunde alle Spiele verloren hat. Die ersten vier Heimgegner sind Borussia Mönchengladbach, Bayern München, Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund. Das ist nicht eben der Traum eines neuen Trainers. "Das hat eine Rolle gespielt bei unseren Überlegungen.

Für den neuen Trainer ist der Start sicherlich risikobehaftet. Wir haben überlegt, mit Mirko Slomka in die Rückrunde zu gehen", sagte Kind. Immerhin müsse er keinen Feuerwehrmann suchen: "Wir stehen nicht auf einem Abstiegsplatz, können den Mut haben, perspektivisch zu entscheiden." Erfahrene Trainer, junge Konzepttrainer, deutsche Trainer, ausländische Trainer – alles scheint möglich. "Spätestens bis zum Rückrundenstart wollen wir den neuen Trainer verpflichtet haben, wenn möglich früher", sagte Kind im Interview mit Sky Sport News HD. Mirko Slomka übrigens hat keine Lust auf Interviews. "Ich werde überhaupt nichts sagen. Warum auch? Ich bin ja nicht mehr da", sagte er dem SID am Sonntag.

 

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