Stockende Stimme und Tränen: Ramos-Adios mit Real im Herzen

Die Gefühle sind stärker als Sergio Ramos. Tränen fließen bei seinem Abschied von Real. Die Zukunft? Offen.
| Von Jens Marx, dpa
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Sergio Ramos: 15 Jahre, 22 Titel, darunter vier Triumphe in der Champions League, viele Jahre der Kapitän von Real Madrid, der Antreiber, der Unermüdliche, der Kämpfer in Person.
Sergio Ramos: 15 Jahre, 22 Titel, darunter vier Triumphe in der Champions League, viele Jahre der Kapitän von Real Madrid, der Antreiber, der Unermüdliche, der Kämpfer in Person. © imago images/Cordon Press/Miguelez Sports

Sergio Ramos räusperte sich kurz und stellte sich mit seinem muskulösen 82-Kilo-Körper im schicken Anzug hinter das Pult. Nach wenigen Worten hielt der knallharte Innenverteidiger inne. Die Stimme stockte, im Publikum wurden die Augen feucht.

Sergio Ramos: "Man ist nie bereit, Real Madrid adios zu sagen"

Und auch Ramos, der Schrecken eines jeden Angreifers, konnte die Tränen nicht mehr zurückhalten. "Der Moment ist gekommen", sagte der spanische Fußballstar: "Einer der schwersten in meinem Leben. Man ist nie bereit, Real Madrid adios zu sagen."

Sergio Ramos feiert den zweiten Treffer seiner Mannschaft im Rückspiel des Champions-League-Achtelfinales  gegen Atalanta Bergamo.
Sergio Ramos feiert den zweiten Treffer seiner Mannschaft im Rückspiel des Champions-League-Achtelfinales gegen Atalanta Bergamo. © Bernat Armangue (AP)

15 Jahre, 22 Titel, darunter vier Triumphe in der Champions League, viele Jahre der Kapitän, der Antreiber, der Unermüdliche, der Kämpfer in Person. 671 Spiele im Trikot der Königlichen, 101 Tore, davon viele in wichtigen Partien. "Abgesehen von den Zahlen wirst Du immer einer unserer Kapitäne sein und einer unserer Lieblinge", sagte Klub-Boss Florentino Perez.

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Sergio Ramos: Kein neuer Vertrag bei Real Madrid

Es sei kein leichter Tag, betonte er, als er vom Pult aus in die erste Reihe blickte, wo Ramos mit seinem adrett gestutzten Vollbart, den zurückgegelten Haaren mit einem kleinen Zopf die Emotionen zunächst noch im Griff behielt. Neben ihm saß Ramos' Ehefrau Pilar Rubio mit den gemeinsamen Kindern.

Am Abend vorher hatte Real mitgeteilt, dass Ramos keinen neuen Vertrag mehr bekommt. Abgezeichnet hatte sich das seit einiger Zeit. Verletzungsbedingt war der Abwehrchef seltener zum Einsatz gekommen, Nationaltrainer Luis Enrique verzichtete auf den Rekordnationalspieler bei seinem EM-Kader.

Real-Teamkollegen verneigen sich vor Sergio Ramos

Und dennoch verneigten sich auch nicht wenige, die bei der Europameisterschaft in vielen Ländern verstreut die Nachrichten vom Ramos-Aus bei Real verfolgten. Wie Toni Kroos im deutschen Camp in Herzogenaurach. "Bester! Verteidiger! Jemals!", schrieb der Mittelfeldstar von Real Madrid am Donnerstag bei Twitter.

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"Mehr als ein Kapitän, mein Freund, mein Bruder. Danke für die ganzen Momente, die wir auf diesem Erfolgsweg zusammen erlebt haben", schrieb Reals Angreifer Karim Benzema, der sich mit Weltmeister Frankreich in Budapest auf das nächste Gruppenspiel gegen Ungarn vorbereitet.

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Sergio Ramos: Über seine Zukunft wird viel spekuliert

Eine der großen Legenden sei Ramos, betonte Emilio Butragueño, selbst eine dieser unvergesslichen Ikonen von Real Madrid. Dass Ramos, der im Sommer 2005 mit 19 Jahren vom FC Sevilla nach Madrid gewechselt war, dennoch nicht den Abschied bekommt, dem ihm sicher alle gewünscht hätten, nämlich in einem ausverkauften Estadio Santiago Bernabeu ist der Corona-Pandemie geschuldet.

"Am Ende sind die Umstände, wie sie sind", sagte Ramos. Er fühle sich dennoch privilegiert, so eine Verabschiedung bekommen zu haben, betonte er, nachdem er unter anderem auch vor und hinter den 22 blank polierten Trophäen seiner Real-Karriere posiert hatte. Über seine Zukunft wird viel spekuliert, bekannt ist nichts. Am Tag des Abschieds zählte eh nur der tränenreiche Blick in die Vergangenheit.

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