Späße mit Diego – und über Klinsmann

Werder Bremen erfreut sich an einer Zukunft in der Europa League. Und der Bremer Ex-trainer Otto Rehhagel spottet.
| Abendzeitung
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen
Titelsause: Die Bremer Pokalsieger um Trainer Thomas Schaaf. (l.) und Manager Klaus Allofs
dpa Titelsause: Die Bremer Pokalsieger um Trainer Thomas Schaaf. (l.) und Manager Klaus Allofs

Werder Bremen erfreut sich an einer Zukunft in der Europa League. Und der Bremer Ex-trainer Otto Rehhagel spottet.

BREMEN Eine der finalen Bierduschen dieses entrückten Pfingstsonntags traf zwei Hauptdarsteller. Diego trug ein weit aufgeknöpftes schwarzes Hemd, Thomas Schaaf noch ein schwarzes Sakko an diesem sonnigen Freudentag in Bremen, als sich die nächste Flut Flüssiges über den beiden ergoss. Und Diego genoss. Der 24-Jährige Spielmacher schnalzte mit der Zunge und während sich sein doppelt so alter Trainer noch schüttelte, nahm der Brasilianer auch schon Schaaf in den Arm. Schunkelte. Und lachte. „I have to say ‚Dankeschön'", plärrte Diego ins Mikrofon. Die Menge vor dem historischen Rathaus jauchzte.

Diego: "I have to say Dankeschön!"

Diego, der am Samstag mit seinem letzten und wichtigsten Geniestreich für Werder Bremen das Siegtor durch Mesut Özil im Berliner Pokalfinale gegen Bayer Leverkusen mustergültig vorbereitet hatte, wusste, was die Massen von ihm hören wollten. „Das ist der schönste Tag in meinem Leben“, sagte er. „Es waren drei perfekte Jahre. Ich liebe Werder Bremen." Darauf noch einmal von unten: „Dii-i-i-i-ee-goo!"

Selbst der Roland schien bei derlei Pathos zu beben - ein Wunder, dass das steinerne Denkmal nicht grün-weiß anlief. Aber gemach, gemach: Bodenständige gibt es noch genug in Bremen und gerade die Baumeister Thomas Schaaf und Klaus Allofs versprühten nicht mehr nur Zurückhaltung, sondern eine Mixtur aus Stolz, Genugtuung und Erleichterung. Vor dem Spiel gegen Leverkusen war es eine gute Saison, jetzt ist es eine sehr gute", bilanzierte Vorstandschef Allofs, „an guten Tagen hat die Mannschaft das Potenzial für die Champions League." Doch das mit dem sechsten Pokalsieg der Vereinsgeschichte sicher gestellte Erreichen der neuen Europa League ist auch schön, wie der neuerdings wieder bartlose Chefcoach Schaaf resümierte: „Wenn man im 55. Pflichtspiel der Saison noch so marschiert, muss man der Mannschaft ein Kompliment machen. Wir haben die nötige Leidenschaft gezeigt und wollten den Pokal unbedingt haben."

Zumal dessen Gewinn auch erforderlich war, wie Aufsichtsrat Willi Lemke am Rande des Banketts verriet, als die Mannschaft lieber mit feierfreudigeren, jüngeren Gästen in der In-Diskothek Maxim auf den Tischen tanzte. Das Erreichen des internationalen Geschäfts sei für Werder auch nicht nur imagemäßig, sondern auch finanziell notwendig.

Rehhagel lästert über Klinsi: "Horizontal entlassen worden"

Es war ein Zeitpunkt, als auch Otto Rehhagel seinen Auftritt hatte, der im tiefsten Inneren immer noch einer von Werder ist. Der Altmeister, 70, sieht die Titel von Wolfsburg und Werder mit eher konservativen Lehrmeistern wie Magath und Schaaf als Bestätigung seiner Theorie, dass alle Wahrheit dieser Fußball-Welt von echten Praktikern gelehrt werden müsse. „Was ist denn Jürgen Klinsmann mit dem Predigen seines vertikalen Spiels passiert – er ist bei Bayern horizontal entlassen worden!"

Frank Hellmann

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren