Skandal um Balogun: Trumps WM-Einmischung darf niemanden überraschen

"Ist dies schon Wahnsinn, so hat es doch Methode." Mit William Shakespeares’ Hamlet liegt man bei dieser Mega-WM eigentlich nie falsch – und erst recht nicht, wenn Donald Trump nun sogar höchstpersönlich in den Turnierverlauf eingreift.
Dabei kann die ziemlich indiskrete Einmischung des US-Präsidenten im Fall Balogun eigentlich niemand ernsthaft überraschen. Wer wie die Fifa, in Person ihres umstrittenen Präsidenten Gianni Infantino, ausgerechnet jenem Mann einen Friedenspreis verleiht, der zuvor den Co-Gastgeberländern Mexiko und Kanada auch schon mal mit feindlicher Übernahme gedroht hatte, der sollte sich auch nicht wundern, wenn der so hofierte selbst die eisernsten Fußballregeln höchstens für unverbindliche Empfehlungen hält.

Ganz getreu dem Motto: Ein Anruf genügt, Telefonjoker Gianni regelt das schon. So einfach funktioniert die (Fußball-)Welt offensichtlich in den Augen des US-Präsidenten.
Klopp zeigt klare Haltung zum Balogun-Eklat
Umso erfreulicher ist dagegen die weltweite Empörung auf diesen Skandal – und aus deutscher Sicht ganz besonders die klare Reaktion von Jürgen Klopp. Obwohl noch nicht mal im Amt zeigt der designierte Bundestrainer mit seiner deutlichen Ansage in Richtung der unheiligen Trump-Infantino-Allianz ("Das ist unser Spiel, nicht deren Spiel") genau das, was man beim DFB im Vorfeld der WM so lange vermisst hatte: Haltung.
Etwas, das neben dem DFB übrigens gerade auch den anderen europäischen Spitzenverbänden mit Blick auf die undurchsichtigen Machenschaften des Schweizers gut zu Gesicht stehen würde. Spätestens dann, wenn sich Infantino im nächsten Jahr zur Wiederwahl stellt.