Seeler: "Der Abstieg wäre eine Katastrophe"

Klub-Legende Uwe Seeler spricht in der AZ über das Endspiel des HSV, die Bedeutung eines Abstiegs und die Kritik am FC Bayern.
| Julian Buhl
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Klub-Legende Uwe Seeler macht sich um seinen Hamburger SV Sorgen.
dpa Klub-Legende Uwe Seeler macht sich um seinen Hamburger SV Sorgen.

AZ: Herr Seeler, erklären Sie doch mal, was es mit dem Geist von Malente, den der HSV im Trainingslager versucht hat zu beschwören, auf sich hat.

Uwe Seeler: Dort findet man vor allem Ruhe und kann sich auf das konzentrieren, was im Moment das Wichtigste ist. Das muss unsere Mannschaft, wenn sie den letzten Tropfen, also einen Sieg gegen Schalke, noch erreichen will. Dann ist sie eh von dem abhängig, was sonst noch passiert.

AZ: Glauben Sie noch an die Rettung?

Uwe Seeler: Der Glaube daran ist ein bisschen schwierig, aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Ein Fünkchen Hoffnung habe ich noch. Aber ich weiß auch: Wenn man sich auf andere verlassen muss, ist man manchmal verlassen genug.

AZ: Auf den FC Bayern konnte sich der HSV nicht verlassen. Von anderen abstiegsbedrohten Vereinen kam nach der Niederlage in Freiburg Kritik an den Münchnern auf...

Uwe Seeler: So ein bisschen Kritik muss man sich schon gefallen lassen, wenn man sieht, wie Bayern vorher gespielt hat. Auch nachdem das ein oder andere Ziel nicht erreicht wurde, steckt weitaus mehr in der Mannschaft als das, was sie zuletzt gespielt hat.

AZ: Franz Beckenbauer hat das Team des FC Bayern mal mit der „Uwe-Seeler-Traditionsmannschaft“ verglichen...

Uwe Seeler: (lacht) Das hat der Franz mal gesagt, ja. Für uns als alte Herren war das ja schmeichelhaft, für die Profimannschaft der Bayern natürlich weniger.

AZ: Passt dieser Vergleich auch zum aktuellen HSV-Team?

Uwe Seeler: Gegen Stuttgart hatte das schon ein bisschen den Charakter einer Altenliga. Das 1:2 war insgesamt ernüchternd. Wenn man 1:0 in Führung geht, müsste man vom Selbstvertrauen und der Moral her mehr Schwung reinbringen. Zurückzuschauen bringt aber nichts.

AZ: Der HSV spielt seit Jahren gegen den Abstieg, musste zuletzt in die Relegation. Warum ist es wieder nicht gelungen, dieses Szenario abzuwenden?

Uwe Seeler: Das kann ich Ihnen leider auch nicht sagen. Wir hätten aus den letzten drei Jahren aber etwas mehr lernen müssen.

AZ: Wo sehen Sie Ursachen dafür, dass das nicht passiert ist?

Uwe Seeler: Ich bin nicht dafür zuständig, jetzt Kritik zu üben, aber es ist klar, dass Fehler gemacht wurden. Fehler machen wir alle, aber du kannst nicht jedes Jahr die gleichen machen.

AZ: Was würde ein Abstieg bedeuten?

Uwe Seeler: Das wäre ja nicht nur für den Verein, sondern auch für Hamburg eine Katastrophe. Gleich wieder aufzusteigen, ist auch nicht so einfach, denn auch in der 2. Liga wird vernünftig Fußball gespielt.

AZ: Gesundheitlich muss man sich aber keine Sorgen um Sie machen, bei all der Aufregung?

Uwe Seeler: Ich habe schon bei so manchem Spiel gesagt, dass ich hoffe, dass es bald besser wird, damit mein Herz nicht so viele Schäden nimmt. Ich werde mit meinen früheren Kollegen am Samstag zusammen im Stadion sein. Uns alte HSV’ler nimmt das schon mit, wenn der HSV absteigt. Das ist keinem gleichgültig. Aber wir können es nicht ändern. Wir können nur die Daumen drücken.

AZ: Mit welchem Gefühl werden Sie zu dem Spiel gehen?

Uwe Seeler: Ich hoffe, dass die Mannschaft sich zerreißt und einen guten Abschluss schafft. Dann muss man sehen, was passiert.

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