Schaaf fügt Ex-Club herbe Niederlage zu

Von 1979 an war Thomas Schaaf erst als Profi und dann 14 Jahre lang als Chefcoach für Werder Bremen tätig. Doch als Trainer von Eintracht Frankfurt wollte er sich keine Sentimentalitäten leisten gegen seinen langjährigen Arbeitgeber - und feierte den dritten Sieg in Serie.
| dpa
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Herzliche Verabschiedung Thomas Schaaf (r) herzt Viktor Skripnik.
dpa Herzliche Verabschiedung Thomas Schaaf (r) herzt Viktor Skripnik.

Frankfurt/Main – Nachdem er seinen Ex-Club Werder Bremen mit 5:2 deklassiert und wieder in Abstiegsnöte gestürzt hatte, spendete Eintracht-Trainer Thomas Schaaf erst einmal Trost. Seinen langjährigen Weggefährten Torsten Frings schloss er freundschaftlich in die Arme und unterhielt sich auf dem Platz lange mit dem neuen Bremer Co-Trainer. "Ich bin absolut im Reinen mit Werder Bremen. Die Zeit ist Weltklasse gewesen. Aber jetzt ist die Zeit Eintracht Frankfurt", sagte Schaaf nach dem ersten Wiedersehen mit seinem früheren Dauer-Arbeitgeber. Mit nach außen getragenen Emotionen oder Jubelgesten hielt sich der 53-Jährige aber merklich zurück.

Top-Torjäger Alexander Meier (34. Minute/68.) mit seinen Saisontreffern neun und zehn, Haris Seferovic (52.), Stefan Aigner (76.) und Marc Stendera (80.) schossen vor 46 800 Zuschauern für Frankfurt den höchsten Saisonsieg und den dritten Erfolg in Serie in der Fußball-Bundesliga heraus. "Im Moment machen wir viel mehr Dinge richtig als noch vor ein paar Wochen", sagte Schaaf im TV-Sender Sky. Mit 21 Punkten liegen die Frankfurter jetzt auf Platz sieben.

Theodor Gebre Selassie (45.) und Luca Caldirola (79.) trafen für den Vorletzten. "Ich denke nicht, dass wir drei Tore schlechter waren", sagte Bremens Felix Kroos. Zudem mussten die Gäste den Ausfall von Torwart Raphael Wolf verkraften, der nach einem Zusammenprall mit Seferovic vor dessen Tor zum 2:1 verletzt vom Platz musste und durch den Österreicher Richard Strebinger ersetzt wurde. "Für mich war das ein klares Foul", sagte Werder-Geschäftsführer Thomas Eichin.

Sein Trainer Viktor Skripnik, der im Werder-Trikot 77 Bundesliga-Spiele unter Schaaf bestritt, baute im Gegensatz zu Schaaf um. Für Alejandro Galvez (Sperre), Janek Sternberg und Izet Hajrovic (beide Bank) rückten Assani Lukimya, Santiago Garcia und Clemens Fritz ins Team. Zudem musste Abwehrchef Sebastian Prödl schon nach 24 Minuten verletzt vom Feld - für ihn kam der Italiener Caldirola.

Und die Bremer Hintermannschaft hatte zunächst deutlich mehr Arbeit als die Frankfurter Abwehr. Der 1,69 Meter große Takashi Inui scheiterte noch per Kopf am Pfosten (33.), doch eine Minute später gelang Meier die verdiente Führung - allerdings stand er zuvor beim Schuss von Stendera an den Pfosten ganz knapp im Abseits.

Die Eintracht war das engagiertere Team, wurde für die mangelnde Chancenverwertung aber vor der Pause bestraft. Mit ihrer ersten gefährlichen Aktion im Angriff gelang Werder der überraschende Ausgleich. Nach einem Eckball von Zlatko Junuzovic überwand Gebre Selassie mit einem Kopfball Eintracht-Keeper Felix Wiedwald.

Nach dem Wechsel ging es turbulent weiter. Bei einer Flanke von Inui kam Bremens Keeper Wolf etwas zu unentschlossen aus seinem Tor und prallte mit dem fallenden Seferovic zusammen. Doch obwohl sich das Geschehen im Fünfmeterraum abspielte, pfiff Schiedsrichter Christian Dingert (Lebecksmühle) nicht ab. Doppelt bitter für die Bremer, dass Wolf daraufhin verletzt vom Platz musste und Strebinger zu seinem ersten Bundesliga-Einsatz kam. Bei zwei Kopfbällen war der Österreicher sofort gefordert, gegen Meiers zweiten Treffer aber machtlos. Gegen Stefan Aigner verkürzte Strebinger noch gut den Winkel, Meier aber schob den vom Pfosten abprallenden Ball ins Tor.

Nur zwei Minuten zuvor hatte Bremens Kroos die Chance zum Ausgleich vergeben, als sein Distanzschuss an den Pfosten ging (66.). Die Frankfurter ließen nicht nach und wollten sich auf keinen Fall ein weiteres Mal überrumpeln lassen. Aigner und Stendera machten schließlich alles klar und fügten Bremen nach dem 0:6 gegen die Bayern die zweithöchste Saison-Niederlage zu.

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