Provoziert Schuster seinen Rauswurf?

Real Madrids Trainer steckt mit seinem Team in einer tiefen Krise - und schwänzt auch noch das Training.
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"Da steht kein eleganter Platini oder Zidane auf dem Platz, allerdings ein taktisch sehr cleverer Spieler, der auch zentral in der Abwehr spielen kann", sagte Bernd Schuster.
dpa "Da steht kein eleganter Platini oder Zidane auf dem Platz, allerdings ein taktisch sehr cleverer Spieler, der auch zentral in der Abwehr spielen kann", sagte Bernd Schuster.

MADRID - Real Madrids Trainer steckt mit seinem Team in einer tiefen Krise - und schwänzt auch noch das Training.

Zwei Tage Bedenkzeit wollte Reals deutscher Trainer Bernd Schuster seinen Profis geben – um die peinliche 0:1-Schlappe gegen Real Valladolid zu verdauen. Doch Spordirektor Pedja Mijatovic stellte sich quer und forderte ein freiwilliges Sondetraining. Zu diesem kamen dann Tatsächlich auch fünf Profis. Doch der Trainer, der war nicht da. Eine gezielte Provokation?

Nun, der Trainer der kriselnden Königlichen hatte private Gründe: Er war in Salamanca, bei der Taufe seiner Tochter Victoria. Und nicht mal der Kapitän kam zum freiwilligen Zusatzprogramm. Real-Idol Raúl war beim Pferderennen.

Bei Real brodelt es dieser Tage gewaltig, und das liegt nicht allein daran, dass Trainer und Kapitän in Krisenzeiten vor allem mit Abwesenheit glänzen. Nun meldete das Sportblatt „As“ bereits Schusters Ende: „Das Urteil über Schuster ist gesprochen. Der Deutsche verbringt seine letzten Stunden als Trainer Reals.“ Mijatovic, so die Behauptung, sei schon auf der Suche nach einem Nachfolger. Eine Quelle konnte „As“ nicht nennen.

Fakt dagegen ist: Real versinkt nach seinem Pokal-Aus gegen den Drittligisten Real Unión Irún und der Pleite in Valladolid immer tiefer in der Krise, während Erzrivale FC Barcelona eine Siegesserie startete. Das Team von Trainer Josep Guardiola landete mit einem 2:0 bei Recreativo de Huelva seinen neunten Liga-Sieg in Serie, baute auf fünf Punkte aus. „Schuster macht frei, Guardiola handelt“, spottete „El País“.

Schuster und die Medien: Diese Beziehung hatte schon ihre Krise, bevor sich bei Real eine sportliche einstellte. Jetzt schlägt der Blätterwald mit aller Macht zurück. Spaniens größte Tageszeitung „El Pais“ forderte: „Der Trainer sollte dem Team Mut machen, aber er hat selbst schon vor Monaten aufgesteckt.“

Dagegen meinen es die Zeitung „El Mundo“ und das Sportblatt „Marca“ besser mit Schuster. Reals Klubführung lasse den deutschen Trainer gezielt in einem schlechten Licht erscheinen. Um einen Sündenbock zu haben und von eigenen Versäumnissen abzulenken, so der Vorwurf. Der „Marca“-Kolumnist Roberto Palomar ergänzt: „Der beste Trainer der Welt hätte es nicht anders gemacht als Schuster.“ Laut einer „Marca“-Umfrage geben nur 16 Prozent der Anhänger Bernd Schuster die Schuld an der sportlichen Krise. 56 Prozent sehen die Ursache des Problems eher in der Vorstandsetage des Vereins.

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