"Obsession Champions League": Chelsea ist gewarnt

Die Revanchegelüste werden unterdrückt, die Gefühle dürfen nicht die Oberhand gewinnen. Für den FC Chelsea wird das Viertelfinale in der Champions League gegen den großen Rivalen Manchester United zum emotionalen Drahtseilakt.
| dpa
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Die Revanchegelüste werden unterdrückt, die Gefühle dürfen nicht die Oberhand gewinnen. Für den FC Chelsea wird das Viertelfinale in der Champions League gegen den großen Rivalen Manchester United zum emotionalen Drahtseilakt.

London - "Die Champions League ist der Traum des Vereins, aber sie darf keine Obsession sein", warnte Chelsea-Trainer Carlo Ancelotti vor dem Hinspiel im englischen Giganten-Duell. Seit der Übernahme durch den russischen Milliardär Roman Abramowitsch im Sommer 2003 sehnt sich der Fußball-Spitzenklub vergeblich nach dem Triumph in der Königsklasse.

Und die erste Viertelfinal-Runde an der heimischen "Stamford Bridge" weckt schmerzliche Erinnerungen an die bitterste Stunde der "Blues": Im Finale in Moskau vor gut drei Jahren war man den "Red Devils" im Elfmeterschießen unterlegen. "United hat uns damals nicht besiegt", sagte Chelsea-Torwart Petr Cech trotzig, "sie hatten nur mehr Glück".

"Der Verein hätte den Titel längst verdient", sagte Ancelotti, der jedoch aufpassen muss, die Erwartungen nicht zu hoch zu schrauben. Der Italiener weiß um das große Verlangen nach der Henkel-Trophähe in West-London - und um die damit verbundenen Gefahren für ihn. Nach dem Viertelfinal-Aus gegen Inter Mailand vor zwölf Monaten war Abramowitsch wütend in die Kabine gestürmt und hatte den Coach vor versammelter Mannschaft zur Rede gestellt, damals entkam der spätere Double-Gewinner nur knapp dem Rausschmiss.

In dieser Saison ist die Lage noch prekärer, weil Chelsea außer der Champions League nichts mehr gewinnen kann. In der Liga liegt man abgeschlagen auf Platz vier und weist elf Punkte Rückstand auf Tabellenführer ManUnited auf. Ancelotti muss unbedingt den Einzug ins Halbfinale schaffen, um nicht noch stärker in die Diskussion zu geraten. "Im Mai werden wir sehen, wo wir stehen und den Trainer bewerten", hat Chelsea-Geschäftsführer Ron Gourlay angekündigt. Der Vertrag des Italieners läuft bis Sommer 2012. "Natürlich ist das nicht nur meine Entscheidung, aber ich glaube nicht, dass ich eine Trophäe gewinnen muss, um im Amt zu bleiben", sagte Ancelotti.

Sein Team kann in Bestbesetzung auflaufen; die Zusammensetzung des Sturms bereitet Ancelotti jedoch Kopfzerbrechen. Fernando Torres, der 59 Millionen Euro teure Neuzugang vom FC Liverpool, wartet immer noch auf sein erstes Tor im Trikot der Blauen, Didier Drogba kommt erst allmählich wieder in Form. Die Leistungen von Nicolas Anelka ließen Konstanz vermissen.

Die Statistik spricht aber nicht für die Gäste aus dem Nordwesten der Insel - Chelsea ist gegen United vor heimischer Kulisse seit fast neun Jahren unbesiegt. "Sie haben in dieser Hinsicht vielleicht einen kleinen mentalen Vorteil", sagte Vidic. "Aber wir spielen Champions League. Da geht es in erster Linie um ein Auswärtstor."

United-Kapitän Rio Ferdinand wird nach zweimonatiger Pause (Wade) voraussichtlich sein Comeback geben. Der Nationalverteidiger hatte sich vom Bayern-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt in München behandeln lassen. Wayne Rooney ist nach seinem verbalen Ausrutscher vor laufender Kamera auf jeden Fall mit von der Partie: eine etwaige Sperre durch den Verband gilt nur für nationale Wettbewerbe.

Geradezu sorgenfrei tritt dagegen der FC Barcelona zu seinem Viertelfinale gegen Schachtjor Donezk an. Nur die Torschwäche seiner Mannschaft lässt Trainer Josep Guardiola etwas grübeln. Drei der letzten vier Liga-Partien gewann Barça mit 1:0. Weltfußballer Lionel Messi hat in der Primera División seit fünf Partien nicht mehr getroffen, David Villa und Pedro seit sechs.

"Gegen Schachtjor brauchen wir mit Blick auf das Rückspiel aber ein gutes Ergebnis, denn in ihrem Stadion haben die Ukrainer noch nicht verloren", sagte Villa. Im Hinspiel muss Barça auf den weiter verletzten Abwehrchef Carles Puyol verzichten, dafür ist der zuletzt etwas angeschlagene Messi wieder völlig fit.

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