Niederlande im Achtelfinale - Katar schwächster WM-Gastgeber

Zum zehnten Mal spielten die Niederlande eine Gruppenphase einer Fußball-WM, zum zehnten Mal sind sie weiter. Gastgeber Katar scheidet dagegen ohne Punkt aus.
| Holger Schmidt und Tom Bachmann, dpa
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Cody Gakpo (r) stellt mit seinem Führungstreffer die Weichen Richtung Achtelfinale.
Cody Gakpo (r) stellt mit seinem Führungstreffer die Weichen Richtung Achtelfinale. © Robert Michael/dpa

Al-Chaur - Die Niederlande hat auch ihre zehnte Gruppenphase bei einer Fußball-WM erfolgreich gemeistert, Katar ist dagegen der schwächste Gastgeber in der WM-Geschichte. Im abschließenden Gruppenspiel kam die Oranje-Auswahl mit dem früheren Bayern-Trainer Louis van Gaal vor 66 784 Zuschauern zu einem glanzlosen und unspektakulären 2:0 (1:0) und beendete die Vorrunde mit sieben Punkten. Im Achtelfinale am Freitag geht es gegen England, die USA, den Iran oder Wales. 

WM-Gastgeber Katar, dessen Aus schon vor dem Anpfiff feststand, verlor dagegen nach dem 0:2 gegen Ecuador und dem 1:3 gegen den Senegal auch das dritte Gruppenspiel und verabschiedete sich bei seiner ersten WM-Teilnahme ohne Punkt. Dabei war das Team als Asienmeister ins Turnier gegangen. Der Staat hatte seit der Vergabe der WM vor zwölf Jahren viel Geld in den Aufbau der Mannschaft investiert. Vor Katar war nur Südafrika im Jahr 2010 als Gastgeber in der Gruppenphase ausgeschieden. Die "Bafana bafana" hatte damals aber zumindest einen Sieg gelandet und vier Punkte geholt.

Bundesliga-Profis ohne Einsatz

Für die Niederlande erzielte Cody Gakpo von der PSV Eindhoven im dritten Spiel zum dritten Mal das 1:0 (26. Minute). Das war zuvor nur dem Italiener Alessandro Altobelli 1986 gelungen. Frenkie de Jong (49.) legte nach der Pause nach.

Van Gaal hatte die beiden Barcelona-Stars Memphis Depay und de Jong gebracht. Depay war angeschlagen ins Turnier gegangen und hatte sich über Einsätze von 30 Minuten gegen den Senegal und 45 Minuten gegen Ecuador herangekämpft. Diesmal blieb er bis zur 66. Minute auf dem Platz. 

Die beiden Bundesliga-Profis Mathijs de Ligt (Bayern München) und Jeremie Frimpong (Bayer Leverkusen) saßen erneut draußen. Während de Ligt im ersten Spiel in der Startelf gestanden hatte, beendete Frimpong die Vorrunde ohne Einsatz. Bei Katar musste Mohammed Muntari weiter auf die Bank, der beim 1:3 gegen Senegal den ersten WM-Treffer in der Geschichte des Landes erzielt hatte.

"Oranje" ohne große Mühen

Zu Beginn entwickelte sich ein erstaunlich munteres Spiel, in dem sich auch die Gastgeber keineswegs versteckten und um einen ehrenvollen Abschied bemüht waren. Doch relativ schnell wurde es zäh. Die Niederländer hatten zwar die Spielkontrolle und in der überwiegenden Zeit den Ball, aber zu wenig Bewegung im Spiel und zu wenig Kreativität. Bezeichnend: Nach dem bis dahin besten Spielzug schoss de Jong aus 18 Metern Mitspieler Davy Klaassen an. Der anschließende Seitfallzieher von Depay war nett anzusehen, aber letztlich brotlose Kunst, weil der Stürmer viel zu hoch gezielt hatte. 

Der Eisbrecher war dann wieder einmal Gakpo, der sich nach einem Doppelpass mit dem Ex-Bremer Klaassen gegen drei Gegenspieler behauptete. Der 23-Jährige ist damit der erste Niederländer, der in all seinen ersten drei WM-Spielen getroffen hat. Die Gastgeber hielten auch nach dem Wechsel im nicht ausverkauften Stadion Al Bayt tapfer dagegen. Dennoch war das Spiel schnell entschieden. Nach einer missglückten Kopfball-Abwehr scheiterte Depay an Katars gutem Torhüter Barsham Meshaal, doch de Jong spitzelte den Abpraller ins Netz. Das vermeintliche 3:0 durch den zwei Minuten zuvor eingewechselten Steven Berghuis wurde wegen eines vorherigen Handspiels von Gakpo aberkannt. In der Nachspielzeit traf Berghuis nur die Latte.

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