Neururer - der MSV-Schimanski

Der 43-Jährige, der seit 2006 ohne Job war, ist der neue Trainer des Zweitligisten MSV Duisburg und träumt von der ersten Liga. "Der Klub und ich gehören ins Oberhaus!"
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Endlich wieder ein Job: Peter Neururer, der ab sofort den MSV Dusiburg trainiert.
dpa Endlich wieder ein Job: Peter Neururer, der ab sofort den MSV Dusiburg trainiert.

DUISBURG - Der 43-Jährige, der seit 2006 ohne Job war, ist der neue Trainer des Zweitligisten MSV Duisburg und träumt von der ersten Liga. "Der Klub und ich gehören ins Oberhaus!"

Er ist ein Kind des Ruhrpotts, seine Markenzeichen blieben seit den Achtziger Jahren unverändert: Oberlippenbart und deftige Sprüche. Mitarbeiter bezeichnet er gerne mal als Vollfriseure, und vor gemeinsamen Reisen empfiehlt er ihnen, „einen Eimer zum Kotzen mitzunehmen“. Sein Geld verdient er in Duisburg. Doch die Rede ist nicht von Kommissar Schimanski, sondern von dem Fußballlehrer Peter Neururer, der beim MSV Duisburg seinen 13. Job im Profifußball antritt.

„Wir brauchen einen Trainer, der auf die Fans zugeht“, verkündete MSV-Boss Walter Hellmich nach der Entlassung des bei den Fans verhassten Rudi Bommer, und so fiel die Wahl folgerichtig auf den kumpelhaften Neururer, geboren in Marl und bekennender Schalke-Fan, der Fankurven auch mal mit Tanzeinlagen entzückt. Sein leistungsbezogener Vertrag bis Saisonende verlängert sich, wenn der 53-Jährige die Zebras in die erste Liga galoppieren lässt.

„Diese Rumhängerei ging mir auf den Keks. Das Potenzial ist hier sicher vorhanden“, erklärte Neururer bei der Vorstellung des Tabellenelften. 26 Monate war der Übungsleiter arbeitslos, zuvor trainierte er Klubs wie den 1. FC Köln, Schalke 04, Hertha BSC, VfL Bochum, zuletzt Hannover 96. Meistens handelte es sich um Himmelfahrtkommandos, was ihm den Ruf als „Feuerwehrmann“ einbrachte.

Voller Zuversicht will Neururer den Brand beim MSV löschen. „Wenn ich das in der Gemeinschaft zeigen kann, was ich drauf habe, dann sind wir am Ende der Saison in der ersten Liga. Der Klub und ich gehören ins Oberhaus“, fügte Neururer bei seiner Präsentation an. Wenige seiner Zunft beherrschen es wie er, so überheblich zu sprechen, ohne unsympathisch zu wirken. Dass er dabei auf viele lächerlich wirkt, interessiere ihn nicht. - nur seine Autorität bei den Spielern zählt.

Eigentlich sieht sich Neururer bei einem Weltklub. „Wenn wir ein Quiz machen würden unter deutschen Trainern, wer am meisten Ahnung hat von Trainingslehre, Psychologie, und der mit den besten Ergebnissen kriegt den besten Klub – dann wäre ich längst bei Real Madrid“, sprach Neururer einst. Doch jetzt arbeitet er erstmal wieder hier, in seinem Revier.

Sebastian Bütow

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